Allgemeine Berichte | 07.11.2016

Zeitreise mit den „Kappesköpp“: Theaterstück von 1999 wieder aufgeführt

Melsbacher Theatergruppe feierte 25-jähriges Jubiläum

Hohe Auszeichnung für die Leiterin Waltraud Geißler

Turbulenzen gab es in der lustigen Verwirr-Komödie jede Menge. Der arme „Leo Lang“ (links) bekam es immer wieder ganz dicke ab. KER

Melsbach. Einen ganz besonderen Leckerbissen bot die Theatergruppe Melsbach 1991 „Die Kappesköpp“ ihrem Publikum zum 25-jährigen Bestehen: In der Turnhalle Melsbach/Bürgerhaus wurde exakt dasselbe Stück gespielt, mit dem die Theaterfreunde rund um Waltraud Geißler vor 25 Jahren ihre erfolgreiche Bühnenkarriere begannen. Auch wenn einige der Anwesenden in dem vollbesetzten „Theatersaal“ die Komödie „Hochzeitstag mit Hindernissen“ bereits einmal gesehen hatten, die Zeit dazwischen war doch so lang, dass die an Verwirrungen reiche Handlung die Zuschauer in jeder Sekunde fesselte. Interessant war auch der Vergleich, dass einige der Rollen von exakt denselben Akteuren gespielt wurden, wie vor 25 Jahren.

Waltraud Geißler, die Regie führte, die Organisation der Veranstaltung leitete und auch noch während des Stücks aus dem Souffleuse-Kasten heraus kleine Textunsicherheiten der Bühnenschaffenden ausbügelte, erläuterte die Hintergründe der Aufführung und der Theatergruppe: „Unsere Truppe besteht seit 25 Jahren. Das ist heute unsere Jubiläumsveranstaltung. Dieses Stück haben wir vor 25 Jahren auch gespielt, mit zum Teil den gleichen Darstellern. Mein Sohn Maik spielte damals bereits den Martin Brandel, einen Familienvater von Mitte 40. Maik war damals 17 Jahre alt. Jetzt ist er 40 und hat selbst Kinder in dem Alter. Der zweite, der damals bereits mitgespielt hat, das war Klaus Tittelbach in der Rolle des Casanovas Volker Marian. Die dritte Rolle stellt eine ganz besondere Leistung dar, das ist unsere Annemarie Flohr. Sie spielt den Puppenhändler Leo Lang, eine männliche Rolle, die sie auch vor 25 bereits gespielt hat. Eine Besonderheit gibt es bei der Rolle des Hausdrachen Flora Marian. Diese Rolle spielt heute Claudia Loose. Vor 25 Jahren stand für diesen Part die Mutter von Claudia Loose auf der Bühne, die jetzt aber leider verstorben ist. Weil jetzt auch Claudias Tochter Tina mitspielt, steht damit jetzt schon die dritte Generation dieser Familie auf der Bühne.“

Rückblick auf 25 Jahre Theater

Die „Kappesköpp“ spielen grundsätzlich immer Luststücke, immer in Melsbach. Die Gruppe besteht aus 13 Akteuren und vielen Helfern. Zur Erinnerung an vergangene Aufführungen lief in den Pausen am Bühnenrand ein Bildschirm mit Aufnahmen aus 25 Jahren Theaterspiel in Melsbach. Schon bei der Premiere am Freitagabend war der Saal so gut wie ausverkauft, zwei weitere Vorstellungen wurden am Samstag- und am Sonntagabend gegeben. Waltraud Geißler war mit dem Besuch sehr zufrieden. Nach den Jubiläumsvorstellungen soll erst mal eine Pause sein. Im Frühjahr wollen sich die Mitglieder der Theatergruppe Melsbach wieder treffen, um die nächsten Projekte zu besprechen.

Das Publikum ging mit jeder Szene voll mit

Das Publikum ging bei der Aufführung der „Hochzeit mit Hindernissen in jeder Szene voll mit. Es wird geseufzt, wenn es einer handelnden Person schlecht geht. Aber meistens wird gelacht. Über die blutige Nase von Weiberheld Volker Marian („Das waren Schicksalsschläge“) und über sein blaues Auge („Das kommt vom Beten. Als ich sagte: Lieber Gott erlöse uns von dem Übel, habe ich meine Frau angeschaut“).

„Hochzeitstag mit Hindernissen“ ist ein Stück mit vielen solcher Kalauer, die live auf der Bühne nie ihren Zweck verfehlen: das Publikum lacht. Angela Brandel hat sich ihren 24. Hochzeitstag so schön vorgestellt. Sogar ihr Mann Martin hat ihn diesmal nicht vergessen und ihr einen riesigen Blumenstrauß geschickt, so steht es jedenfalls auf der beiliegenden Karte. Leider kommt Angela nicht dazu, ihrem Mann ihre große Überraschung mitzuteilen. Er kommt nach einem Gespräch mit der Hausbank mit einer Stinkwut nach Hause und die Blumen sind auch nicht von ihm. Der große Krach ist vorprogrammiert. Und als dann noch ein Fremder Mann im Hause Brandel auftaucht, der ein Faible für „Puppen“ hat, genau wie Martins Hausfreund, Frauen- und Pantoffelheld Volker, nehmen die Verwechslungen und Missverständnisse ihren Lauf. Eine der Töchter verplappert sich, weil sie die Mutter mit einem fremden Mann gesehen hat. Für Martin steht nun endgültig fest, dass seine Frau ihn hintergeht. Auch der Versuch, den „Puppenfreund“ vor Martin zu verstecken, gelingt nur bedingt und der arme Kerl muss um sein Leben bangen. Freund Volker werden von seiner herrischen Ehefrau die Flügel gestutzt und zur endgültigen Klärung kann nur noch Angelas Schwester Irma beitragen, die an dem ganzen Schlamassel nicht ganz unschuldig ist. Doch wie immer: Ende gut, alles gut!

Ehrung langjähriger Mitglieder

Im Anschluss an die Aufführung wurden Akteure der Theatergruppe Melsbach für zehn bzw. fünfundzwanzig Jahre Schauspieltätigkeit geehrt. Eine Vertreterin des Landesverbands der Amateurtheater in Rheinland-Pfalz überreichte Urkunden an Miroslawa Huber und Matthias Tittelbach für 10 Jahre, Doris Reinhard-Krämer und Jessica Kutscher für 15 Jahre und Annemarie Flohr, Marianne Seuser, Claudia Loose, Maik Geißler, Klaus Tittelbach und Joachim Hein für 25 Jahre. Eine besondere Ehrung gab es für Waltraud Geißler. Sie bekam vom Bundesverband der Amateurtheater in Deutschland eine Urkunde und die Silberne Ehrennadel. So gestärkt, können die Melsbacher Amateurschauspieler nächstes Jahr mit neuer Kraft in eine neue Spielsaison gehen.

Viele der Akteure wurden für langjährige Bühnentätigkeit geehrt, Waltraud Geißler (re) sogar mit einer Urkunde und der Silbernen Ehrennadel vom Bundesverband der Amateurtheater.

Viele der Akteure wurden für langjährige Bühnentätigkeit geehrt, Waltraud Geißler (re) sogar mit einer Urkunde und der Silbernen Ehrennadel vom Bundesverband der Amateurtheater.

Turbulenzen gab es in der lustigen Verwirr-Komödie jede Menge. Der arme „Leo Lang“ (links) bekam es immer wieder ganz dicke ab. Fotos: KER

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