Allgemeine Berichte | 12.07.2024

Regionalverband Unteres Mittelrheintal Stadtbild Deutschland

Menschen lehnen Architektur der Neuwieder Innenstadt ab

Neuwied. Die Standortanalyse zur Stadt Neuwied zeigt sehr deutlich, dass die Einwohner sowie die Besucher der Stadt sich anscheinend lieber außerhalb von Neuwied aufhalten. Als Beispiel wird hier der Schlosspark genannt.

Neben fehlender Begrünung in der Innenstadt stellen jedoch ebenfalls die heruntergekommenen Gebäude sowie der fehlende Respekt gegenüber historischer Bausubstanz eine wichtige Ursache für dieses Studienergebnis dar. Seit Jahrzehnten werden in der Stadt Neuwied Altbauten unreflektiert abgerissen und mit klotziger und unpassender Architektur aus Beton, Plastik und Stahl ergänzt, die sich keinesfalls respektvoll und harmonisch gegenüber der historischen Bausubstanz und der gebauten Geschichte der Stadt verhält. Hierdurch verändern sich ganze Straßenzüge und Wohnviertel so negativ, dass sich eine weitere Abwärtsspirale in Gang setzt, dass niemand mehr (noch) vorhandene historische Bausubstanz in einem Straßenzug erhalten will. Es folgen wieder Abrisse von historischer Bausubstanz und weitere klotzige farblose und wuchtige Bauten.

Um diese negative Spirale zu verschleiern, die oftmals nur wirtschaftliche Interessen, Ideenlosigkeit und preisgünstiges Bauen Einzelner in den Vordergrund stellt, wird dies von Fachleuten als pluralistische Architektur bezeichnet. Andere Denkungsweisen, die einen kastenförmigen Glas- und Betonkubus als unpassend in einem historisch gewachsenen Innenstadtviertel verurteilen, werden von den Verantwortlichen als intolerant dargestellt.

Offensichtlich fühlen sich jedoch die Neuwieder sowie die Gäste in dieser Art der pluralistischen Architektur nicht wohl, deren Ergebnis die andauernde Vernichtung ganzer historischer Straßenzüge sein wird. Studien belegen immer wieder, dass Menschen sich in einer farbig und natürlich gestalteten Umgebung aufhalten wollen. Konkret bedeutet dies Bauen mit Naturmaterialien (Lehm, Hanf, Holz, Bruchstein), helle Farben und künstlerisch langfristig wertvolle Bauten, die sich respektvoll miteinander verbinden. Solche Bauten fehlen massenweise in Neuwied. Wer in einer grauen und kalten Stadt lebt, lebt längerfristig mit einer grauen und kalten Seele. Pluralismus in der Architektur kann nicht bedeuten, dass jeder auf seinem Grundstück so bauen kann, wie er es schön findet, und der Rest des Straßenzuges hat darunter zu leiden, weil der Neubau finanziell und ästhetisch die anderen Bauten massiv entwertet.

Dies ist kein Pluralismus, sondern purer Egoismus und architektonische Intoleranz. Pluralismus bedeutet, gerade in der Architektur respektvoll mit den anderen vorhandenen Architekturstilen umzugehen und diese harmonisch miteinander zu ergänzen. Neuwied hat hier in den vergangenen Jahrzehnten massive Fehler gemacht, die sich nicht wiederholen sollten.

Dies ist letztlich auch keine Frage des (Architektur-)Geschmacks, sondern des Respekts gegenüber der gebauten Geschichte sowie der Altbauten der Stadt Neuwied. Die Aufenthaltsqualität und Wohlfühlatmosphäre in der Innenstadt von Neuwied für Einwohner und Gäste wird dann automatisch steigen und auch wieder Geschäftsleute anziehen.

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