Nachruf
Mit Hermann Wagner stirbt ein Stück Mayener Lebensart
Mayen. Große Bestürzung und Trauer in Mayen. Am vergangenen Donnerstag starb völlig unerwartet der bekannte Mayener Unternehmer Hermann Wagner im Alter von 65 Jahren.
Obwohl Hermann Wagner seit Jahrzehnten in Monreal wohnte, ist er immer ein unverwechselbares Stück Mayener Lebensart geblieben. Besonders verwurzelt war Wagner im Mayener Karneval, insbesondere in der Mayener Prinzengarde. Über Jahre führte er diesen stolzen Verein zu neuer Blüte und scheute sich neben den großen organisatorischen Aufgaben auch nicht selbst auf der Bühne aktiv zu werden. Und das in der ihm eigenen lockeren Art, mit viel Witz, Herz und der wunderbaren Fähigkeit über sich selbst lachen zu können.
Darüber hinaus war Wagner lange Vizepräsident im karnevalistischen Bundesverband RKK, wo er es ebenfalls verstand Brücken zu bauen und die Menschen mit seiner erfrischenden Art für sich zu gewinnen.
Wer Hermann Wagner näher kannte, schätze vor allem sein großes Herz und seine Hilfsbereitschaft. Zahlreiche Wegbegleiter berichteten in den letzten Tagen davon, dass er oft in schwierigen Situationen den Menschen, die Hilfe benötigten mit Rat und Tat zur Seite stand. Und das ohne groß Aufhebens um sein Engagement zu machen oder gar Gegenleistungen zu erwarten. Er war für viele seiner Wegbegleiter die personifizierte positive Ausprägung der rheinischen Lebensart „Man kennt sich, man hilft sich“, ohne dabei den eigenen Vorteil im Blick zu haben. Menschen, die ihm nahestanden, schildern ihn als verlässlichen und ehrlichen Gesprächspartner, für den ein Wort noch ein Wort war. Dabei waren Ehrlichkeit, Fairness und Offenheit wichtige Koordinaten seines persönlichen Wertekompass. Er pflegte das offene Wort und vertrat vehement seine Meinung. Dabei scheute er notwenige Konfrontationen nicht, auch wenn ihm eher am Konsens gelegen war.
Zuletzt engagierte er sich zusätzlich in der Mayener Bürgerbühne und stand 2025 bei den Mayener Burgfestspielen auf der Bühne. Auch hier hinterlässt Hermann Wagner als Künstler und als Mensch eine riesige Lücke. Vor allem, weil seine uneitle Art nie darauf bedacht war, eine Auszeichnung oder einen Titel zu erhalten, sondern Freude zu verbreiten.
Am vergangenen Donnerstag ist die Stadt und die Region Mayen ein Stück ärmer geworden, da mit Hermann Wagner ein, in jeder Hinsicht, wahrlich großer Mann viel zu früh verstorben ist.
BLA
