Allgemeine Berichte | 22.11.2016, 17:30 Uhr

Initiative „Zukunft Dachdecker“ des Landesinnungsverbandes

Mit den Dachdeckern ganz nach oben

Azem Hoxha, Schüler der Barbarossaschule aus Sinzig, hat den ersten Preis gewonnen

Azem Hoxha hat einen iPod gewonnen. Es freuen sich mit ihm: 2. v.l. Rolf Fuhrmann (Geschäftsführer Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks), Patrick Kirstätter (Pädagogischer Koordinator an der Barbarossaschule), und re. Helmut Weiler (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Mittelrhein).privat
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Sinzig. Azem Hoxha (15 Jahre) ist glücklich: Der Schüler der Barbarossaschule in Sinzig hat einen iPod gewonnen. Den Sieg brachte ihm ein Gewinnspiel ein, das an seiner Schule im Rahmen einer Initiative zur Berufsorientierung mit der Jugendorganisation „Zukunft Dachdecker“ gestartet wurde. Die mittlerweile 20-köpfige junge Truppe des Landesinnungsverbandes möchte das Berufsbild des Dachdeckers bekannter machen – und geht dabei mit großem Ideenreichtum vor.

„Das war gar nicht einfach. Beim zweiten Versuch ist mir das Herz geglückt“, lacht Azem. Erst hat der junge Mann aus Brohl mithilfe von Haubrücke und Hammer ein Herz aus Schiefer gefertigt. Dann versuchte er sich am Gewinnspiel, das ihm den Sieg einbrachte. Die Schätzfrage lautete: Wie alt ist der zu verarbeitende Moselschiefer? Antwort: Es handelt sich um 400 Millionen Jahre altes Urgestein. Und anschließend gab es von den beiden Experten von „Zukunft Dachdecker“, Sonja Theisen und Peter Geschwandtner, noch Infos satt rund ums Berufsbild. Die Botschaft: Den Leuten aufs Dach zu steigen kann richtig Spaß machen.

Dass man gutes Geld verdiene und nicht nur auf dem Dach arbeite, sondern auch im Büro bei der Bauplanung, hat Fahrrad- und Fußballfreund Azem dabei erfahren, erzählt er. Interessant für den sympathischen Neuntklässler ist auch der Einsatz modernster Technik. So arbeitet mancher Dachdecker bereits mit Drohnen, um die Gebäude aus der Vogelperspektive begutachten zu können. Zudem wird die Energiewende maßgeblich von Dachdeckern begleitet.

Aktiv in Sachen Berufsorientierung

Sehr aktiv ist die Barbarossaschule, eine Realschule plus, in Sachen Berufsorientierung. Eng wird mit Betrieben der Region zusammengearbeitet. Da kommt eine rührige Truppe wie „Zukunft Dachdecker“ gerade recht. Denn hier wird um Azubis gerungen.

Der Hintergrund ist ein gesellschaftspolitischer: Mit der Nachwuchsgewinnung haben es Handwerker dieser Tage schwer. Eltern sehen ihre Kinder gern auf dem Gymnasium, anschließend im Studium. Dass das Handwerk goldenen Boden hat, wird dabei vergessen. Das wollen die Dachdecker nicht so hinnehmen. Auf Initiative von Rolf Fuhrmann, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes, gründete sich vor zwei Jahren die Jugendgruppe „Zukunft Dachdecker“. „Wir möchten Nachwuchsgewinnung auf Augenhöhe“, so Fuhrmann.

Dabei sind die jungen Leute – unter ihnen Miss Handwerk 2013 – nicht nur selbst wahre Hingucker. Auch das, was sie tun, kann sich sehen lassen. Die Dachdecker ziehen von Schule zu Schule, um für ihren Beruf zu werben. Viel Beachtung fand ihr Film zum Thema „Ja zum Meisterbrief“ (zu sehen auf Youtube). Auch traten sie als Mitveranstalter beim letzten Landesverbandstag auf. So viel Einsatz freut auch das Kollegium der Barbarossaschule – und Gewinner Azem, der seinen iPod dieser Tage freudig aus den Händen von Rolf Fuhrmann und Helmut Weiler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Mittelrhein, entgegennehmen konnte.

Azem Hoxha hat einen iPod gewonnen. Es freuen sich mit ihm: 2. v.l. Rolf Fuhrmann (Geschäftsführer Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks), Patrick Kirstätter (Pädagogischer Koordinator an der Barbarossaschule), und re. Helmut Weiler (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft Mittelrhein).Foto: privat

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