Allgemeine Berichte | 11.10.2016

Katholische Frauengemeinschaft Trimbs feierte ihr 80-jähriges Bestehen

Mit der Gattin des Dorflehrers fing alles an

Mit der Gattin des Dorflehrers fing alles an

Trimbs. Um die 600 Menschen leben in der kleinen Maifeld-Gemeinde Trimbs. 120 davon gehören der Katholischen Frauengemeinschaft (KFG) an, immerhin 80 von ihnen versammelten sich am Samstag im Bürgerhaus. Schließlich gab es was zu feiern: Die Frauengemeinschaft Trimbs wurde 80 Jahre alt. Der Vorstand um die rührige Vorsitzende Regina Wilhelmi, Kassiererin Gertrud Weiler, die interne Schriftführerin Silvia Große sowie die drei Beisitzerinnen Roseline Dickscheid, Dorothea Berhausen und Hildegard Endres hatte zu diesem Jubiläum ein unterhaltsames und buntes Programm auf die Beine gestellt. Neben dem Shanty-Chor „Die Leichtmatrosen“ aus Kehrig mit ihrem Vorsitzenden Hermann Martini und unter der Leitung von Thomas Braun am Akkordeon sorgte am Samstag auch das Senioren-Kabarett „Junges Gemüse“ des Vereins „Initiative Plus/Minus 60 aktiv“ aus Kobern-Gondorf für Kurzweil bei den jung gebliebenen Trimbser Frauen. Am Sonntag rundete eine Heilige Messe für die Lebenden und Verstorbenen der Frauengemeinschaft Trimbs mit Dechant Jörg Schuh das umfangreiche Festprogramm ab. Die Vorsitzende Regina Wilhelmi hielt zu Beginn ihrer Begrüßungsansprache einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins. Die Katholische Frauengemeinschaft wurde 1935, damals noch als Mütterverein, von Katharina Schneider, Anna Acht, Margarethe Josten und Johanna Steffes gegründet. Die erste Vorsitzende war Katharina Schneider, die Ehefrau des Dorflehrers. Nachweislich durften damals nur Mütter dem Verein beitreten, heutzutage ist er natürlich für alle Frauen offen. Nach Anna Acht führte Margarethe Josten, im Volksmund „Niesens Greth“ genannt, 25 Jahre lang den Verein. Gemeinsam leitete sie bis 1971 mit Hanna Steffes, der damaligen Kassiererin der Frauengemeinschaft, den Verein. Der Mitgliedsbeitrag betrug zu der Zeit sage und schreibe 20 Pfennig, heute sind es fünf Euro im Jahr. Unter dem Vorsitz von Erna Stifter (1971 bis 1979) erfolgte die Umbenennung vom Mütterverein zur heutigen Katholischen Frauengemeinschaft. Von 1979 bis 1983 fungierte Elsbeth Ohlig als Ansprechpartnerin und zugleich Kassiererin. Im Anschluss (ab 1983) übernahm bis zum Jahr 2000 Gertrud Stein den Vorsitz. Ihr folgte (bis zum Jahr 2006) Gertrud Hauch, bevor Gertrud Weiler als Ansprechpartnerin (bis 2014) in Hauchs Fußstapfen trat. Seit diesem Zeitpunkt ist die heutige Vorsitzende Regina Wilhelmi im Amt. Unter der Regie von Erna Stifter und Elsbeth Ohlig sowie deren Ehemännern wurde im Jahr 1972 die alte Schule renoviert. Gardinen und Vorhänge für die Fenster wurden genäht, die alte Schule entwickelte sich gerade im Winter zu einer ansehnlichen Seniorenbegegnungsstätte. Bis zum Neubau des Bürgerhauses gab es in jedem Jahr Weihnachtsbasare und Adventkaffees. Vom Erlös wurde Porzellan angeschafft, weitere wichtige Utensilien wie Stuhlkissen durften ebenfalls nicht fehlen. Der Kirche stiftete die KFG eine Muttergottesstatue, ein Taufkleid, eine Bodenvase, Krippenfiguren sowie Kelche für Pastor Rudolf Hammer. Zudem unterstützten die Frauen die Schule, soziale Netzwerke und Hilfsorganisationen. Aus alten Niederschriften geht hervor, dass von 1972 bis 1981 immerhin 18.000 Mark gespendet wurden. Die damals eingeführten Basare, Kaffeenachmittage, Krankenbesuche, Ausflüge und Wallfahrten sind bis heute noch aktuell. Eine besondere Attraktion war in der Amtszeit von Gertrud Stein die große Brezelbäckerei von 1989 bis 1999. Der erste Brezeltag fand ausgerechnet am 9. November 1989, dem Tag des Mauerfalls, statt. Bei der ersten Aktion war ein Gewinn von 826 Mark erzielt worden. Davon wurde das Mikrofon in der Kirche angeschafft. Die weiteren Gewinne aus solchen Aktionen kamen kirchlichen und sozialen Zwecken zu Gute. Traditionen wie zum Beispiel der Martinsabend, Winterkaffees und Adventbasare werden auch vom jetzigen Vorstand aufrechterhalten. Auch heute noch ist die KFG für die Caritas-Sammlung und für die Totengebete zuständig, sie unterstützt die Feste im Dorf mit Kuchenverkauf, zum Beispiel beim Wandertag an Pfingsten. Dort werden über 40 gespendete Kuchen und Torten zum Wohl der Dorfgemeinschaft verkauft. „Wenn ich die Frauen frage, ob sie uns beim Seniorenfest helfen, dann haben sie immer ein offenes Ohr für den Bürgermeister“, zollte Ortschef Peter Schmitt der KFG ein großes Lob. „Wir alle in der Gemeinde sind froh, dass wir sie haben. Und hoffentlich wird das noch länger als die bisherigen 80 Jahre der Fall sein.“ Die Gemeindereferentin ließ der KFG schriftliche Jubiläumsgrüße zukommen. „Was wünsche ich einer 80-jährigen Dame zum Geburtstag?“ fragte Hildegard Becker von der Pfarreiengemeinschaft Ochtendung/Lonnig/Rüber/Welling. „Dass sie noch lange gesund und fit bleibt, damit sie aktiv am Leben teilnehmen kann. Dass sie sich wohlfühlt im Kreis ihrer Lieben und guten Kontakt zu den Frauen der verschiedenen Generationen hat. Dass sie gut sehen, hören und zuhören kann, um auf die unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen zu können. Dass sie nicht allein gelassen wird, sondern Unterstützung aus der Familie bekommt. Dass sie optimistisch bleibt und mit Freude, das tut, was ihr möglich ist. Und vor allem, dass sie ihr Leben im Vertrauen auf Gott gestaltet.

Mit der Gattin des Dorflehrers fing alles an
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