Allgemeine Berichte | 30.01.2019

Mit kleinem Müllfahrzeug das Rückwärtsfahrverbot umgehen

Über 630 Straßen überprüft / fast 600 Lösungen gefunden

Das neue Mini-Müllfahrzeug ist 7,17 m lang, 2,26 m breit, 2,91 m hoch.Im Vergleich dazu sind die herkömmlichen Fahrzeuge 9,90 m lang, 2,55 m breit, 3,42 m hoch.

Kreis MYK. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung hat festgelegt, dass alle Entsorgungsunternehmen, also auch der Abfallzweckverband Rhein-Mosel-Eifel (AZV), die Abfallabholung so zu planen haben, dass gefährliche Rückwärtsfahrten vermieden werden. In einer Gefahrenpotentialanalyse ermittelte der AZV gemeinsam mit der Kreisverwaltung die Abfuhrsituation im Landkreis Mayen-Koblenz. Als Ergebnis wurde ein kleines Müllfahrzeug angeschafft, das seit diesem Jahr in Betrieb ist, um mehr Straßen befahren zu können. Das neue Fahrzeug kommt sogar in sehr engen Straßen zum Einsatz, die bisher gar nicht angefahren werden konnten.

„Die Analyse war ziemlich aufwendig“, fasst Burkhard Nauroth, der Verbandsvorsteher des Abfallzweckverbands, die vergangenen zwei Jahre zusammen. Von allen fast 4.000 Straßen im Landkreis Mayen-Koblenz wurde der Abfall bislang bei 636 Straßen rückwärts abgefahren. Alle „Rückwärtsstraßen“ wurden erfasst, besichtigt und im Rahmen einzelner Gefährdungsbeurteilungen bewertet. 79 dieser Straßen werden zukünftig von dem neuen „Mini“ abgefahren. Positiver Nebeneffekt der Anschaffung ist, dass nun auch einige Straßen abgefahren werden, die vorher nicht angesteuert werden konnten. Für 170 Straßen wurden im Rahmen der Untersuchung Möglichkeiten gefunden, sie aufgrund von Wendeanlagen oder einer geänderten Abfuhrplanung vorwärts zu durchfahren. Straßen, die für das Rückwärtsfahren als ungefährlich eingestuft wurden, werden nach wie vor mit den normalen Fahrzeugen angefahren. „Wir haben den nötigen Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit, Unfallvorsorge und dem Wohl der Bürger ausgearbeitet“, resultiert Nauroth.

Bestimmte Straßen dürfen nicht mehr rückwärts befahren werden

Die Regelung sieht vor, dass die Strecke im Rückwärtsgang nicht länger als 150 Meter sein soll. An beiden Längsseiten des Müllwagens soll jederzeit ein Sicherheitsabstand von mindestens einem halben Meter über die gesamte Rückfahrstrecke bestehen und außerdem darf die Sicht durch die Rückspiegel nicht verstellt sein.

„Bei Straßen, die diese Merkmale aufweisen und auch keine Wendemöglichkeit für den „Mini“ bieten, können wir den Abfall nicht direkt vor der Haustür abfahren. Die Anzahl dieser Straßen liegt kreisweit jedoch im niedrigen zweistelligen Bereich“, erklärt Frank Diederichs, der Geschäftsführer des AZV. „In diesen Fällen müssen die Behälter vom Bürger zu entsprechenden Sammelplätzen gebracht werden. Alle von der Regelung betroffenen Grundstückseigentümer haben wir darüber schon informiert“, so Diederichs weiter.

Warum ist Rückwärtsfahren überhaupt so gefährlich?

Die Fahrer können den Raum hinter ihrem Fahrzeug nur unzureichend einsehen. Immer wieder kam es – wenn auch glücklicherweise bisher nicht im Landkreis Mayen-Koblenz – zu schweren Unfällen von Einweisern, aber auch von unbeteiligten Dritten. Gerade für die Einweiser ist das Rückwärtsfahren ein gefährlicher Vorgang. Es kann vorkommen, dass die Fahrer den Sichtkontakt zu ihren Kollegen verlieren. Stolpern diese, kann es, auch wenn das Fahrzeug mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs ist, schnell äußerst gefährlich werden. Auch technische Fahrerassistenzsysteme, die heute in vielen Müllfahrzeugen die Sicherheit erhöhen, sind noch kein vollwertiger Ersatz für den Einweiser.

Das kleinere Müllfahrzeug kommt auch in engen Straßen zum Einsatz,die bisher nicht angefahren werden konnten.

Das kleinere Müllfahrzeug kommt auch in engen Straßen zum Einsatz, die bisher nicht angefahren werden konnten.

Das neue Mini-Müllfahrzeug ist 7,17 m lang, 2,26 m breit, 2,91 m hoch. Im Vergleich dazu sind die herkömmlichen Fahrzeuge 9,90 m lang, 2,55 m breit, 3,42 m hoch.

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Rund um´s Haus
Dauerauftrag 2025
Werksverkauf
Zukunft trifft Tradition KW 26
Anzeige zu Video „Sparen + Gewinnchance? So funktioniert Gewinnsparen!“
Titelanzeige
Kirmes in Brohl
Empfohlene Artikel
Am Sonntag fand das Entenrennen auf dem Rhein statt. Foto: AKS
67

Brohl. Vielerorts geht allmählich das Wissen verloren, dass eine Kirmes nicht nur ein mehrtägiges Fest zum Feiern, Tanzen, Trinken und Essen ist, sondern seit dem Mittelalter als traditionelles kirchliches Hochfest gefeiert wurde. Denn der Begriff „Kirmes“ entstammt dem Wort „Kirchweih“, und so wird in vielen Orten am Kirmeswochenende die Weihe der Kirche oder der jeweilige Schutzpatron gefeiert....

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild. Foto: pixabay.com
5140

Am heutigen Vormittag war es zu Stromausfällen in den Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim gekommen

27.06.: Nach Stromausfall in Koblenz: Energieversorgung in allen betroffenen Stadtteilen wiederhergestellt

Koblenz. Nachdem am heutigen Vormittag der Strom in den Koblenzer Stadtteilen Kesselheim, Neuendorf und Wallersheim ausgefallen war, konnte die Energieversorgung nach Angaben der Feuerwehr Koblenz zwischenzeitlich in allen Gebieten durch den zuständigen Energieversorger wiederhergestellt werden. Eine Ursache für den Stromausfall ist bislang nicht bekannt. BA

Weiterlesen

Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen mit ihren Ausbildern und Vertretern des Vorstands
166

Ahrweiler. In stimmungsvoller Atmosphäre fand Mitte Juni der traditionelle Jägerschlag der Kreisgruppe Ahrweiler im Landesjagdverband statt. Die Absolventinnen und Absolventen des Vorbereitungskurses 2025/2026 wurden nach erfolgreich bestandener Jägerprüfung feierlich zu Jägern geschlagen.

Von Christian Mildenberger aus Sinzig

Weiterlesen