Allgemeine Berichte | 27.11.2017

Ingo Appelt präsentierte sein aktuelles Programm „Besser… ist besser!“ in der Laacher-See-Halle in Mendig.

Mit voller Absicht: Die Grenze des guten Geschmacks überschritten

Nicht verzagen, liebe Männer, auch wenn die Lage ziemlich aussichtslos erscheint. Foto: SOT

Mendig. Jemand, der eine Vorstellung von Ingo Appelt besucht und sich anschließend darüber echauffiert, dass es doch so manches Mal unter die Gürtellinie ging und dass der Mann da vorne auf der Bühne das Wort „ficken“ ja nicht gerade sparsam gebraucht, gleicht dem, der sich in den strömenden Regen stellt, um sich anschließend darüber zu beschweren, dass er bis auf die Knochen nass geworden ist. Am Samstagabend hat Appelt in der Mendiger Laacher-See-Halle wieder mal alles gegeben: Gut zwei Stunden lang ließ der Donner-Gott der Comedy-Szene sein verbales Gewitter auf ein gut gelauntes Mendiger Publikum herniederprasseln, das zuweilen jedoch merkbar an seine Schmerzgrenze geführt wurde. Der selbsternannte „Konkursverwalter der Männlichkeit“ ist zur Zeit in selbstloser Mission unterwegs: Männer müssen immer wieder neu auf das Leben eingestellt werden, ist er der Meinung – Vereinen statt Spalten, lautet die Devise. Getreu dem Motto „Ganz ohne Sauereinen geht es nicht“ spricht Appelt dabei Themen an, die viele Menschen lieber übergehen – und trifft damit doch stets den Kern der Sache.

„Ganz ohne Sauereinen geht es nicht“

Neben allen Fragen der Männlichkeit wurde am Samstag die Alltagsproblematik inner- und außerhalb sämtlicher Beziehungslagen ausgiebig beleuchtet. Natürlich mussten auch Politiker und Promis dran glauben: So brauchte man plötzlich nicht mehr viel Fantasie, um sich Til Schweiger und Angela Merkel beim Geschlechtsakt vorzustellen. Weit mehr hatte der Zuschauer Mühe, sich gegen die Bilder im Kopf zu wehren! Peter Maffay, die „rumänische Wanderwarze“, war Thema, und natürlich war auch der arme Herbert Grönemeyer, der das persönlich gar nicht lustig findet.

Xavier Naidoo, dem „Godfather of Eierstock-Vibrations“ wurde nachgeäfft und darüber hinaus kam auch Adolf Hitler reichlich zu Wort. Dialektsicher, ob sächsisch oder fränkisch, angriffslustig, aber hin und wieder auch ein wenig weinerlich wandte sich Ingo Appelt grundsätzlicher, weltbewegender Fragen zu: Wie kann es sein, dass Caroline Kebekus Erfolg mit ihrem Programm namens „Pussy Terror“ hat?

Und wie wäre wohl die Resonanz, wenn er, Appelt, mit „Pimmel Alarm“ auf Tour gehen würde? Was brauchen Männer und Frauen zum Glücklichsein? I

st es schlimm, dass wir Pferde in der Lasagne serviert bekommen und sollte man Flüchtlingen nicht lieber raten, zu Hause zu bleiben - weil unsere Abgaswerte so hoch sind?! Wie lassen sich Rechtsradikale besser integrieren? Wird der Berliner Flughafen fertig, bevor Deutschland eine neue Regierung hat? Und was ist eigentlich mit Stuttgart 21? Köln habe doch gezeigt, dass man ein Archiv in nur einer Nacht von der oberen Etage in den Keller verlegen kann! Und die Limburger Shopping-Queen Tebartz van Elst habe doch nun bewiesen, dass der Erfolg eines Bauprojektes einzig und allein vom richtigen Befehlshaber abhängt!

Klare Fakten am Ende der Show

Am Ende der Show gab’s klare Fakten: Der Mann als solcher fühlt sich in der Gesellschaft überflüssig, weil er’s nun mal ist. Das beweise das TV-Programm tagtäglich: „Während die Frauen renovieren, stehen die Deppen am Kochtopf“, stellte Appelt fest. Frauen reden so viel, weil das Reden an sich, ganz unabhängig vom Inhalt, einen Wert hat. Kinderarbeit sollte über dies wieder eingeführt werden – zumindest sollten sich die Kleinen zukünftig den Strom für’s Handy über den Fahrrad-Dynamo selbst erstrampeln. Wenn die Bundeswehr in Zukunft schwul und Designer Harald Glööckler für die Gestaltung der Uniformen zuständig sein wird, werden IS und Taliban den Rest geben. Insgesamt ist angesichts der gesamten Weltlage Optimismus angesagt. Am Schluss gab’s noch ein wenig selbst gemachte Musik am Flügel und blitzartig, wie er gekommen war, verschwand der böseste Spaßmacher Deutschlands, begleitet von einem donnernden Applaus, in die Nacht.

Nicht verzagen, liebe Männer, auch wenn die Lage ziemlich aussichtslos erscheint. Foto: SOT

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