Krimineller Spaß mit Autor Ralf Kramp im Kulturcafé Germania
Mörderische Eifel schwarzhumorig präsentiert
Cochem. Der Schalk saß dem bekannten Krimiautor Ralf Kramp erwartungsgemäß wieder im Nacken, als er im Kulturcafé Germania, im Rahmen einer Open-Air-Lesung, einige seiner neuesten Geschichten vorstellte. Diese entpuppten sich als von tiefschwarzem Humor gespickte Episoden, die allesamt die Begegnungen von zum Teil dümmlichen Tätern und verdienten oder ahnungslosen Opfern mit Gevatter Tod zum Inhalt hatten. In diesem Zusammenhang bediente sich der Erfolgsautor bei seinen Tat- oder Tatortbeschreibungen einmal mehr dem Eifeler sowie dessen heimischer Landschaft. Irre oder grobschlächtige Typen und ihre verschrobenen Ansichten und Handlungen traten da auf spannende aber stets doch amüsante Weise auf den Plan und verfolgten in der Regel das Ziel, ihr zuvor auserkorenes Opfer ins Jenseits zu befördern. Das ging dann im Verlauf der vorgetragenen Geschehnisse oftmals in die Hose, oder der berühmte Schuss nach hinten los, wie die begeisterte Zuhörerschaft mit unverhohlener Freude und begleitendem Gelächter feststellen musste. Ein überaus verdientes Honorar des Kramp-Publikums, das sich praktisch wie ein roter Faden durch eine zweieinhalbstündige gelebte Satireshow vom Feinsten zog. Gelebt vor allem auch deshalb, weil der Autor bei seinen spannenden Ausführungen, mit meist unerwartetem Finale, stets in die Rollen seiner beschriebenen Protagonisten schlüpfte und sich auch auf unnachahmliche Art deren Stimme und Redensweise bediente. Als kriminelle Spitzen präsentierte Kramp unter anderem das modische Bestattungsinstitut mit dem wechselhaften Einsatz passender Kleidung und Körperteile, die unglaubliche Odyssee des Herrn Bläulich mit seinem Gefriergut und der hilfsbereiten Nachbarschaft, den Profi-Leichendarsteller Volkmar Zahnbrecher mit chronischen Blähungen bei seinen Übungseinsätzen, das formelle Treffen der Profikiller „Kasseler“, „Stradivari“ und „Hacke-Petra“, sowie die misslungene Entsorgung der Tatwaffe durch einen ungeschickten Mörder im Gewässer einer Talsperre. Resümee: Ein vergnüglicher Krimiabend mit Gaumenfreuden aus der Germaniaküche.
TE
