Allgemeine Berichte | 15.12.2020, 14:27 Uhr

Umweltschutz im Vorbeilaufen

Müllberge auf dem Reisberg

Walburga Greiner räumt auf im Wald des Reisberges

Das sind allein die Pfand-Dosen und -Flaschen von zwei Monaten. Foto: privat
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Remagen. „So viele Dosen“, staunt Karin Keelan vom Arbeitskreis Naherholung über die Anzahl an Dosen und Flaschen, die in nur zwei Monaten an der Waldburg-Straße gesammelt wurden. Rund 80 Dosen und Plastikflaschen und Glasflaschen kamen neben anderem Müll zusammen.

Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, seinen Müll nicht sorglos in die Natur zu werfen. Die Realität sieht leider anders so aus: Plastik, Dosen, Zigarettenkippen, Taschentücher und Obstreste verschmutzen den Wald und die Straßenränder. Wenn kein Abfalleimer in der Nähe ist, werfen viele ihren Müll achtlos in die Natur – in den Wald, auf den Parkplatz oder auf der Straße aus dem Auto.

Zersetzung des Müllsdauert Jahrzehnte,teilweise Jahrhunderte

Keinen Gedanke verschwenden die Umweltverschmutzer daran, wie lange der Müll liegen bleiben würde, wenn ihn nicht jemand wegräumt. Getränkedosen aus Aluminium sind erst nach 80 bis 200 Jahren abgebaut. Ein Plastikbecher im Wald liegt für immer da, wenn er nicht entfernt wird. Plastiktüten für Obst und Gemüse benötigen ungefähr 10 bis 20 Jahre, Chipstüten sogar bis zu 80 Jahre bis sie zerfallen sind. Bei PET-Flaschen dauert es bis zu 500 Jahre, bis sie sich zersetzt haben.

Gefahr der Zigarettenstummel

Eine einzige Kippe verseucht 60 Liter Wasser. Denn darin sammeln sich giftige Substanzen wie Arsen, Blei, Kupfer, Chrom, Kadmium, Formaldehyd, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Nikotin, dazu kommt der Kunststoff Celluloseacetat. Das ergibt eine erhebliche Umweltbelastung durch Chemikalien und Mikroplastik. Abhängig von den vorherrschenden Bedingungen kann es 15 Jahre und länger dauern, bis eine Kippe abgebaut ist. In einem heißen Milieu zersetzt sie sich schneller, in Salzwasser dauert es länger.

Um den Reisberg sauber zu halten, sammelt Walburga Greiner regelmäßig den Müll ein. Besonders ärgern sie die Überreste an den Aussichtspunkten. Die Menschen kommen um die Natur zu genießen, aber dann hinterlassen sie einen Müllberg – völlig unverständlich, findet sie.

Die Pfanddosen und -flaschen brachten einen Erlös von ca. 20 Euro. „Dafür bekommen die Mitarbeiter des Bauhofs eine kleine Überraschung. Sie räumen unseren Müll in der Stadt weg, Zeit ihnen Danke zu sagen!“

Das sind allein die Pfand-Dosen und -Flaschen von zwei Monaten. Foto: privat

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