Rege Teilnahme der Bürger am ersten World Cleanup Day in Rheinbach
Müllsammler waren (leider) erfolgreich
Teilnehmer erschrocken über 50 Plastiksäcke voller Restmüll
Rheinbach. Eine Waschmaschine, zwei Fahrräder, ein Autoreifen, eine Stoßstange, ein (funktionsfähiges) Handy, eine (nicht mehr funktionsfähige) Matratze und etwa 50 Plastiksäcke voll Restmüll: Das war das Ergebnis der Müllsammelaktion am World Cleanup Day, an dem Rheinbach vor Kurzem zum ersten Mal teilgenommen hat. Initiiert hatte die Aktion das Kompetenzteam Klima, Umwelt und Natur und unterstützt wurde es von der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister.
Etwa 40 engagierte Teilnehmer
Gesammelt wurde der Müll von etwa 40 engagierten Bürgern der Stadt, die dem Aufruf gefolgt waren. Auffällig war dabei vor allem die Teilnahme zum einen vieler älterer und zum anderen vieler jüngerer Menschen. Mehr als zehn Schülerinnen waren alleine von der Fridays for Future-Gruppe des Erzb. Sankt Joseph-Gymnasiums gekommen. Eindeutiger Star der Sammlergemeinschaft war aber ein etwa dreijähriges Mädchen, das mit seinen drei Geschwistern und den jungen Eltern an der Aktion teilnahm. Die gesamte Familie hat sich Greifzangen geschnappt, wobei das kleine Mädchen darauf bestand, auch eine Zange bedienen zu dürfen, und ist dann losgezogen, um den Park bei der Fachhochschule und das Hochschulgelände von Müll zu befreien.
Hunderte von Zigarettenkippen
Nach ihrer Rückkehr zeigten sich die Sammler erschrocken über die Menge an Unrat, der in der Kernstadt aufzufinden war.
Diejenigen, die den Deinzer Platz und Umgebung „bearbeitet“ haben, waren vor allem von den Hunderten von Zigarettenkippen entsetzt, die sie dann nach Entleihen eines Besens zusammengefegt haben. Sehr viel Müll fand sich auch (wie seit Jahren) im Areal links und rechts der Bahnlinie und im Gebiet An den Märkten und am Eulenbach.
Einige Ortsansässige bemängelten in Gesprächen mit den Sammlern fehlende Entsorgungsmöglichkeiten (Papierkörbe) in bestimmten Bereichen. Gefreut haben sich die Schülerinnen während der Sammelaktion über die vielen positiven Reaktionen: Immer wieder wurden sie von Passanten angesprochen und wegen ihres Einsatzes gelobt. Ein Fußgänger ließ sich sogar nicht davon abhalten, etwas Geld für die Aktion zu spenden – welches dann zum Ersatz beschädigter Greifzangen genutzt wurde.
Vernünftig entsorgen
Auch wenn natürlich nicht das ganze Stadtgebiet gereinigt werden konnte, waren die Initiatoren mit der Bürgerbeteiligung und der Sammlung sehr zufrieden. So gesehen war die Aktion erfolgreich. Aber letzten Endes ist eine solche Müllsammelaktion nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie nicht mehr nötig ist, das heißt, wenn alle Bürger achtsam mit Ressourcen umgehen und Müll vernünftig entsorgen.
So weit scheint man in Rheinbach noch nicht zu sein, und daher ist zu befürchten: Die nächste Sammelaktion kommt bestimmt – leider.
