51. Landsturmsitzung an drei Tagen komplett ausverkauft
„Muppetz-Show“ des Rheinbacher Landsturms begeisterte Gäste
Rheinbach. Das war wieder eine Landsturmsitzung wie in alten Zeiten. Wer dachte, dass die letztjährige Jubiläumssitzung 50 Jahre Landsturm nicht mehr zu toppen gewesen sei, der wurde am letzten Wochenende eines Besseren belehrt. Die Kreativität und der Ideenreichtum scheinen auch heute noch unerschöpflich zu sein.
Unter dem Motto „Janz Rheembach is en Muppetz-Show“ zeigten die „Söhne Rheinbachs“, wie sich die Landstürmer selber nennen, ein Feuerwerk an Themen auf der Bühne, die ihresgleichen sucht.
An drei Tagen des letzten Wochenendes waren über 1500 bunt kostümierte, dem Motto angepasste Narren in die gute Stube Rheinbachs, die Stadthalle geströmt. Aber nur die Gäste, die eine Eintrittskarte im Vorfeld ergattert hatten. Denn hier findet kein Kartenvorverkauf statt, da diese nur über die Protagonisten des Landsturms erhältlich sind. Reservierungen, noch bevor die Karten gedruckt werden, sind hier normal.
Zu den Akteuren auf der Bühne gehörten Fred Paral, Peter Arzdorf, Stephan Bruna, Stefan Jansen, Achim Frank, Karl Heinz Jansen, Erwin Glinski, Thomas Spitz, Martin Steinhauer, Heiko Hecking und der Sprecher und Koordinator der Truppe Hans Peter Eich.
Als Gäste waren Bürgermeister Stefan Raetz, Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles und der Landtagsabgeordnete Oliver Kraus zu dem Spektakel in die Stadthalle gekommen.
Nach der Begrüßung der Gäste durch den Kommandanten und Vorsitzenden der Stadtsoldaten Rheinbach, Willi Hohn, wurde eine Leinwand auf der Bühne heruntergelassen, auf der es so schien, als könne man die katastrophale Hektik hinter der Bühne beobachten. Was schon von Anfang an für eine Bombenstimmung in der Halle sorgte. Die einzelnen Themen in dem folgenden Programm der Landstürmer ließ keine Angriffsfläche aus Politik, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft mit viel Lokalkolorit aus.
Auch die Kulisse war in diesem Jahr nach langer Pause wieder von der Künstlerin Janni Feuser entworfen und gemalt worden. Zu sehen war das Rheinbacher Rathaus, in dessen Eingang Ratsherr Bernd Beissel zu sehen war. Links vom Eingang war Silke Josten-Scheider und rechts der potenzielle Bürgermeister-Kandidat Oliver Wolf zu sehen. Auch weitere Politiker und Rathaus-Mitarbeiter waren sehr gut auf dem Gemälde zu erkennen. Rechts davon waren blaue Müllcontainer mit einem gebogenen roten Pfeil zu sehen, mit der Aufschrift „Alternative für Dumme“. Auf dem Container für Sondermüllentsorgung waren zwei Gestalten, Donald Trump und Boris Johnson, zu erkennen.
Im Programm wurde von den Akteuren Themen aus Welt, Bund und Landespolitik, aber auch die lokale Politik unter Beschuss genommen. Eich und Thomas Spitz als Römer verkleidet, nahmen das Römerkanal Infozentrum auf dem Himmeroder Wall ins Visier und tauften dieses in Röklotz um, da dies wohl der hässlichste Plattenbau in Rheinbach wäre.
Ein besonderer Lacher war Martin Steinhauer, der als Bernd B. der Borkenkäfer, in einer urkomischen Kostümierung die Umweltsünden der Menschen anprangerte.
Auch in der Szene „Tierarzt Dr. Dobermann“, der von Achim Frank als Tierarzt für Insekten dargestellt wurde, hatte Martin Steinhauer, der inzwischen seine eigene Fangemeinde hat, seinen großen Auftritt als „Kuhmel“.
Beim Stuhlkreis der Umweltsünder als Therapiestunde, brillierten Heiko Hecking, Stephan Bruna, Fred Paral, Stefan Jansen und als Umwelt-Therapeut Pierre Ordinaire, Peter Eich. Alle hatten was auf dem Kerbholz. Hier hatte Heiko Hecking ein Problem mit der Mülltrennung, da er die Metallklammer von seinem Teebeutel nicht so leicht abbekäme, da diese schließlich nicht in den in den Biomüll gehören würden. Dabei hatte er schon alle Finger mit Pflastern beklebt.
Wogegen Fred Paral sein Kölsch wegen Nackenstarre nicht austrinken könne und so Bier verschwendet würde. Hier empfahl der Therapeut, es mit einer Schnabeltasse zu versuchen. Stephan Bruna beklagte sich über seine Flugscham. Das würde ihn sehr bedrücken außer die Lustreisen mit dem Landsturm.
Immer wieder tauchten die beiden Rentner der Muppets-Show Statler und Waldorf auf dem Rathausbalkon auf, vorzüglich dargestellte von Fred Paral und Achim Frank, die sich die Show von oben ansahen.
Peter Eich erinnerte an seine Jugend ,wie er groß geworden wäre. „Wir haben auf dem Ascheplatz-Hartplatz gespielt und machten schon Inklusion und Integration, bevor wir wussten, wie das geschrieben wurde“, so Peter Eich. Er bedauerte das Ende der Reihe „Game of Thrones“ und verglich diese mit Rheinbacher Verhältnissen, womit er einen Bogen zur Politik schlug. „In Rheinbach lebt die Reihe weiter, nur mit realen Personen“, konstatierte Eich, womit er auf die Querelen in den beiden zerstrittenen Lager innerhalb der Rheinbacher CDU anspielte.
Auch die Bürgermeisterwahl nahm Eich zum Thema. „Eins muss klar sein. Bis Ostern wird uns noch so manches Überraschungs-Ei über den Weg rollen. Seid zu allen Menschen in der Stadt freundlich, denn sie könnten der neue Bürgermeister sein“, riet Peter Eich dem Beifall-klatschenden Publikum zu.
Der Klimawandel wurde eindrucksvoll von Peter Eich und Peter Arzdorf als Windräder dargestellt. Wobei Arzdorf konstatierte: „Wer in einer Windhose steckt, der braucht fürs Gebläse nicht zu sorgen“.
Thomas Spitz und Heiko Hecking bemühten sich, als „Mac Fatty“ und „Horny Holle“, die Welt zu erklären. Die Erderwärmung würde, so meinten sie, sehr schnell die Polkappen abschmelzen. Darin bestände die Gefahr, dass die Holländer und die Meckenheimer gerettet werden müssten und diese nach Rheinbach an den Gräbach flüchten würden. Auch müsse nach dem Kohleausstieg ein paar Märchen neu geschrieben werden. Hänsel und Gretl besetzen ein Baumhaus und auch Schneewittchen und die sieben Zwerge müssten umdisponieren, da es ja dann keine Bergwerke mehr gäbe.
Das Problem der Gaffer bei Unfällen wurde eindrucksvoll von Thomas Spitz, Stefan und Karl Heinz Jansen, Fred Paral, Stephan Bruna, Peter Eich und Heiko Hecking dargestellt. In der Szene wurde Paral wiederbelebt und von Feuerwehr und Rettungskräften versorgt, wobei die Hilfskräfte von Gaffern belagert wurden, die mit ihren Handys Fotos von den Verletzten machten. Diese bekamen es sofort mit der Polizei zu tun. Bei Abtransport des reanimierten Fred Paral entrollten die Akteure ein Transparent mit der Aufschrift „Respekt! Rettungsgasse nicht nur an der Theke“.
Für die musikalische Livemusik waren auch in diesem Jahr Jan Felix Rohde (Gitarre und Keyboard) Richard Arzdorf (Gitarre und Keyboard) und Thomas Michels (Keyboard und Quätscheböggel) zuständig. Sie komponierten und texteten auch die Lieder in der Show.
Nicht zu vergessen die Mannschaft hinter und auf der Bühne, Erwin Glinski, (Chef-Requisiteur), Carsten Mertens (Licht, Beamer), Volker Ruberg und Felix Paral (Auf- und Abbau), Anja Lange und Diana Steinhauer (Schminke, Kostüme), Esther Lang (Choreographie) und Sven Gaudanek, der für den Ton zuständig war.
Martin Steinhauer als Borkenkäfer begeisterte und prangerte die zweibeinigen Umweltsünder an.
Bei der Muppets-Show durften die beiden Rentner Statler und Waldorf nicht fehlen, die von Fred Paral und Achim Frank parodiert wurden.

Muppet-Show (ohne "z") haben wir hier in Kowelenz in Gestalt unseres Stadtrates das ganze Jahr über. Insbesondere die "alten Herren/Opa`s) sorgen immer wieder für Kopfschütteln.Der Unterschied zum Original ist, dass es hier bei uns wenig bis garnichts zum Lachen oder gar Schmunzeln gibt.Auch das servieren uns unsere politisch Verantwortlichen (Grins) schon selbst über tagtäglich auf/in den Medien präsentierten Fotos, egal ob es passt oder nicht.Und auch auf "Märchen" brauchen wir tagtäglich nicht zu verzichten, bekommen wir diese doch tagtäglich kostenlos serviert.Ich freue mich jetzt schon auf Ostern u.so manches von unserer "Mupped-Show" neu präsentiertes Überraschungsei.