Mitgliederversammlung des Vereins „Die Brücke“ nach zweijähriger Corona-Zwangspause
Nachbarn helfen Nachbarn
Mendig. Im Dezember 2015 gründeten vorwiegend Bewohner des Ernteweges auf Initiative von Bernd Neitzert „Die Brücke Mendig e.V.“. Ziel des Vereines ist die Entwicklung einer Nachbarschaft, die sich –so, wie es früher selbstverständlich war, umeinander kümmern und somit dafür zu sorgen, dass jeder in seiner häuslichen Umgebung wohnen bleiben kann, so lange es irgend geht. Einige Mitglieder, die niemanden haben, der für sie da ist, kommen auch aus weiter entfernten Regionen und bringen sich ebenfalls mit all´ ihren Möglichkeiten in die Gemeinschaft ein. Unter der Federführung des Vorstands werden Besuche, Fahrdienste, Pflege, Reinigungsarbeiten und vieles mehr von den Mitgliedern der „Brücke“ organisiert. 2019 wurde „Die Brücke Mendig“ für ihr Engagement von der Volksbank RheinAhrEifel mit dem „Zukunftspreis Heim 2019“ ausgezeichnet.
Nach einer zweijährigen „Corona-Zwangspause“ fand kürzlich wieder eine turnusmäßig anberaumte Mitgliederversammlung im Hause von Jutta und Bernd Neitzert statt. Nachdem der Hausherr und 1. Vorsitzende Bernd Neitzert die Mitglieder sowie als Gast Bettina Cornely vom Fachbereich 2 (Familien, Schulen, Ordnung und Soziales) der Verbandsgemeindeverwaltung Mendig begrüßt hatte, gedachten die Anwesenden in einer Schweigeminute der zwei verstorbenen Mitglieder Birgit Scharbach und Adi Furch.
Dem anschließenden Rechenschaftsbericht von Bernd Neitzert für die vergangenen zwei Jahre und dem von Kassenwart Dieter Weiler vorgetragenen sowie von Beate Meier geprüften Kassenbericht für die Jahre 2019, 2020 und 2021 wurde einstimmig Entlastung erteilt. Dies galt auch für den Vorstand.
Unter der Leitung von Hans-Joachim Haese wählten die Mitglieder anschießend den Vorstand und den Ehrenbeirat.
Biggi Müller hatte bereits im Vorfeld erklärt, dass sie für das Amt der 2. Vorsitzenden aus Zeitgründen nicht mehr zur Wahl antreten werde. Sie versicherte jedoch, für alle Belange des Vereins weiterhin zur Verfügung zu stehen. Sodann wählten die Mitglieder mit Stimmenmehrheit wie folgt: 1. Vorsitzender: Bernd Neitzert, 2. Vorsitzende: Ulrike Dungs-Schwertner, Beisitzer und Kassenwart: Dieter Weiler, Beisitzerin und Schriftführerin: Frau Hildegunde Weiler. Als Mitglieder des Ehrenrates wurden ebenfalls einstimmig, bzw. mit Stimmenmehrheit Michaela Müller, René Hissler und Hans-Joachim Haese gewählt.
Bernd Neitzert gab bekannt, dass der Vorstand plane, einen sogenannten „Brückenratgeber“ zusammenzustellen, aus dem hervorgehen soll, an wen die Mitglieder sich bei diversen Problemen, bzw. benötigter Hilfe wenden können. Außerdem würden wieder die beliebten „Brücken-Treffen“ stattfinden. Entsprechende Termine werden kurzfristig gekannt gegeben.
Während Jutta Neitzert die Mitglieder mit köstlichen Leckereien und guten Getränken verwöhnte, gab Bernd Neitzert in seiner Eigenschaft als Mitbegründer und 2. Vorsitzender der mit vier Ausgabenstellen in Koblenz sowie je einer in Urmitz, Bendorf, Vallendar und Lahnstein vertretenen „Tafel Koblenz e.V.“ einen aktuellen Überblick. Außerdem gibt es eine „Mobile Tafel“, die den Menschen im Bedarfsfall die Lebensmittel nach Hause bringt.
„Wegen der aus der Ukraine in der Region eingetroffenen Flüchtlinge haben wir beschlossen, eine zusätzliche Ausgabe in der Stadt Koblenz, In der Goldgrube 1 einzurichten. Zu den bisher etwa 700 Abholern kamen aktuell noch einmal 800 ukrainische Flüchtlinge hinzu. Dies hat uns an die Grenzen des Möglichen gebracht, da das Warenangebot vergrößert werden und insbesondere das unglaublich fleißige Personal die enormen Zusatzaufgaben stemmen muss. Das bedeutet, dass wir keine neuen bedürftigen Abholer mehr aufnehmen können“, so Bernd Neitzert.
Zu dem Prozedere der Antragstellung sagt er: „Während die Bedürftigen normalerweise einen Antrag stellen, um einen entsprechenden Bezugsschein zu erhalten, brauchen die Flüchtlinge aus der Ukraine nur ihren Reisepass oder ein ähnliches Dokument vorzulegen und werden dann von uns mit Lebensmitteln versorgt. Da wir dankenswerterweise viele Spender haben, reichen die Lebensmittel bisher aus. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass „Amazon Koblenz“ zu unseren größten Spendern zählt. Alles, was dort übrig bleibt oder zurückkommt, erhalten wir. Allerdings findet das Abholen der Ware unter strengsten Sicherheitsbestimmungen statt. Das heißt, wir bekommen eine genaue Uhrzeit genannt, ein Tor, wo wir uns melden müssen und unsere Fahrer müssen bei Amazon registriert sein. Um die riesigen Mengen so schnell wie möglich abholen zu können, haben wir uns eigens hierfür einen LKW angeschafft. Wir verteilen an unsere bedürftigen Abholer pro Jahr Lebensmittel im Gesamtwert von ca. vier Millionen Euro. Ein großer Teil, vor allem der hochwertigen Produkte, kommt von Amazon und dafür sind wir ausgesprochen dankbar“, so Bernd Neitzert.
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