Allgemeine Berichte | 27.03.2018

Glocke läutet heute nur noch bei Beerdigungen in der St. Katharinenkapelle in Ahrbrück

Nachfahren waren auf Spurensuche nach der gestifteten Glocke vom Großvater

Zur Erinnerung wurde Paul Taylor (2. v. re.), ein Wappen der Ortsgemeinde durch Ortsbürgermeister Walter Radermacher (re.) überreicht. Fotos:-UM-

Ahrbrück. Die Vorsitzende vom Förderverein der St. Katharinenkapelle in Ahrbrück (Ortsteil Brück), Maria Ulrich bekam unlängst Post von der Erzdiözese Köln, bei der Paul Taylor aus Amerika auf Spurensuche nach einer Glocke war, die sein Urgroßvater Peter Simons einst gestiftet hatte. Bei Maria Ulrich war die Erzdiözese an der richtigen Adresse, da sich schnell herausstellte, dass es sogar im Familienstammbaum eine Verbindung gibt. Vor einigen Jahren hatte Maria Ulrich Nachforschungen angestellt und war ganz unten im Stammbaum auf Else Simons aus Pützfeld gestoßen, die im August 1649 auf dem Hexenrichtplatz „Auf Wolfsgraben“ oberhalb von Pützfeld als Hexe getanzt haben soll. Hier wurde im Jahre 2009 ein Denkmal an die grausame Zeit der Hexenverbrennung eingeweiht. Der Großvater Peter Simons von Paul Taylor, ebenfalls aus Pützfeld stammend wurde im Jahre 1860 geboren und ist dann im Jahre 1884 nach Amerika ausgewandert. Im Jahre 1930 erinnerte sich der damalige Pfarrer der Pfarrei Kesseling Nikolaus Poetz an die Auswanderer aus der Pfarrei und schrieb Peter Simons in Amerika an und bat ihn um eine Glockenspende für die St. Rochuskapelle in Ahrbrück damals noch Denn. Peter Simons kam der Bitte nach und stiftete die Glocke, die im Jahre 1933 gegossen wurde, und fortan in der St. Rochuskapelle läutete. Allerdings nicht sehr lange, da die Kriegswirren und das Luftwaffenübungsgebiet von Ahrbrück (Denn) aus kommandiert wurden. Es kam zur Profanierung (Entweihung) der Kapelle, die dann von der Wehrmacht im Jahre 1937 als Munitionslager benutzt wurde. Bei der landauf und landab begonnenen Einschmelzung der Glocken aus den Gotteshäusern, zu Kriegszwecken, ist die Glocke in der St. Rochuskapelle wohl vergessen worden und so gelang es mutigen Bürgern, die Glocke in Sicherheit zu bringen und zu verstecken. Nach dem Krieg fand die von Peter Simons gestiftete Glocke ihren Platz in der St. Katharinenkapelle im Ortsteil Brück oberhalb der Ahr und wurde fortan von Bürgern des Dorfes zum Angelusgebet geläutet. Die St. Rochuskapelle in Ahrbrück wurde erst wieder nach der Neubesiedelung durch die Ermländer im Jahre 1952 neu eingesegnet. Mit dem Neubau der St. Andreaskirche in Ahrbrück übernahmen die dortigen Glocken ab dem Jahre 1968 das Angelusläuten und die Glocke im Glockenturm der St. Katharinenkapelle läutete nur noch bei Sterbefällen. Später erhielt sie ein elektrisches Geläut und wird heute noch bei Beerdigungen, über Fernbedienung zur Beisetzung geläutet.

Nachfahren von Peter Simons besuchten Ahrbrück

Am Samstagmorgen wurde Paul Taylor mit Familie im Bürgerhaus der Ortsgemeinde Ahrbrück im alten Bahnhof begrüßt, wo Maria Ulrich bereits einige Dokumente zur Ortsgeschichte sowie den Stammbaum beginnend ab Else Simons aus dem 16. Jahrhundert aufgebaut hatte. Hier befand sich auch der Ast, dem der Urgroßvater Peter Simons abstammte. Auch Ortsbürgermeister Walter Radermacher begrüßte die Nachfahren der Glockenstiftung und überreichte zur Erinnerung das Glaswappen der Ortsgemeinde. Auch vom Förderverein der St. Katharinenkapelle sowie von der Vorsitzenden vom Kulturverein Mittelahr Angelika Furth gab es Informationslektüre. Die Spurensuche begann an der St. Rochuskapelle, an der der Buchautor Arno Furth die Geschichte um den Luftwaffenübungsplatz Denn aufleben ließ und die Glocke ihren Ursprung hatte. Danach ging es zur Katharinenkapelle wo die Freiwillige Feuerwehr bereits mit einer Leiter den Zutritt und den Blick in den engen Glockenturm mit der Glocke von Peter Simons gesichert hatte. So beeindruckt von der Geschichte setzte sich für die Amerikaner die Spurensuche in Pützfeld am ehemaligen Haus der Familie Simons fort. Dort wo Alt-Bürgermeister Rudolf Thomi wohnte befand sich das Anwesen Simons in der alten Siedlung direkt neben der einstigen Apollinaris-Kapelle, deren Altar heute auf der rechten Seite in der Kesselinger Pfarrkirche steht. Von dort war es nicht mehr weit zum Gedenkstein „Auf Wolfsgraben“ der ebenfalls noch besucht wurde und an die Geschichte von Else Simons erinnert. Mit all den vielen Eindrücken gab es anschließend im Saal des Bürgerhauses noch Gelegenheit bei einem Imbiss offene Fragen zu beantworten und sich von Familie Taylor zu verabschieden. UM

Die gespendete Glocke in der St. Katharinenkapelle in Ahrbrück, läutet heute nur noch bei Beerdigungen.

Die gespendete Glocke in der St. Katharinenkapelle in Ahrbrück, läutet heute nur noch bei Beerdigungen.

Zur Erinnerung wurde Paul Taylor (2. v. re.), ein Wappen der Ortsgemeinde durch Ortsbürgermeister Walter Radermacher (re.) überreicht. Fotos:-UM-

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