Berufsfeuerwehrtag bei der Rheinbacher Löschgruppe
Nachwuchs lernte mehrere Einsatzszenarien kennen und beherrschen
Bereits zum zehnten Mal Einblick in die Tätigkeit der Wehr – Malteser und des Rotes Kreuz ebenfalls dabei
Rheinbach. Ein kleines Jubiläum feierte die Rheinbacher Feuerwehr am vergangenen Wochenende, denn bereits zum zehnten Male bot sie ihrem Nachwuchs einen „Berufsfeuerwehrtag“ an. Und der wird immer beliebter, denn hier haben die Nachwuchskräfte aus den sieben Jugendfeuerwehren einen ganzen Tag lang die Gelegenheit, die Arbeit eines hauptberuflichen Feuerwehrmanns nachzuspielen. Ein Abenteuer, bei dem die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren auch noch etwas für die echte Arbeit bei der aktiven Feuerwehr lernen können, denn darauf sollen sie vorbereitet werden.
Kein Wunder also, dass viele der 16 Teilnehmer schon zum wiederholten Male mitmachten. Hinzu kamen vier Nachwuchskräfte aus dem Jugendbereich des Malteser Hilfsdienstes, sowie Lisa Hoffmann vom Rheinbacher DRK. Sie alle lauschten bei der Eröffnung am frühen Morgen dem Grußwort von Bürgermeister Stefan Raetz, der das soziale Engagement der Jugendfeuerwehrleute besonders hervorgehoben und darum bat, auch künftig am Ball zu bleiben. Mit dabei war neben Wehrleiter Laurenz Kreuser auch Vizelandrätin Silke Josten-Schneider, die sich darüber freute, dass die Rheinbacher Wehr einen so starken Nachwuchs hat.
Technische Unterstützung von zwei Löschfahrzeugen
Nach einem ausgiebigen Frühstück und ein wenig Fahrzeug- und Gerätekunde ging es auch gleich schon richtig zur Sache bei einem angenommenen Mülltonnenbrand im städtischen Bauhof, der mit einem Schnellangriff der Nachwuchsfeuerwehrleute flugs unter Kontrolle gebracht wurde. Die Jugendlichen hatten im Laufe des Tages nämlich technische Unterstützung von zwei Löschfahrzeugen, einem Rettungswagen der Malteser sowie einem Mannschaftstransportwagen, der als „Notarztwagen“ fungierte. Schließlich sollten die Teilnehmer des Berufsfeuerwehrtags gleich mehrere Einsatzszenarien kennenlernen und dabei feststellen, welche Entscheidungen in sehr kurzer Zeit zu treffen sind.
„Dabei kommt aber auch der Spaß nicht zu kurz“, versicherte Betreuerin Jasmin Schöbel, die bereits zum fünften Male zusammen mit Sebastian Holewa den Berufsfeuerwehrtag organisiert hatte und die Jugendlichen den ganzen Tag über betreute, zusammen mit einer ganzen Schar weiterer freiwilliger Helfer. Deshalb war angesichts der glühenden Hitze, die an diesem Tag herrschte, auch ein Swimmingpool auf dem Gelände der Feuerwache aufgebaut wurden, in den die Jugendlichen immer wieder zum Abkühlen hineinsprangen.
Brennendes Auto auf dem Bauhof gelöscht
Am Nachmittag durften die Jugendlichen ein „brennendes Auto“ auf dem Bauhof löschen, bevor der erste größere Übungseinsatz bevorstand. In der „Heerstraßenbenden“ hatte eine Autofahrerin während des Fahrens ein Pokémon gejagt und war dadurch abgelenkt, sodass sie mit ihrem Wagen gegen einen Laternenpfahl krachte. Die Nachwuchs-Malteser diagnostizierten ein starkes Bauchtrauma, einen offenen Bruch am Schienbein sowie eine Platzwunde am Kopf. Vorsicht war also geboten, weshalb das „Opfer“ nur mit einem „Spinboard“, einem steifen Brett, auf das die Patientin geschnallt wurde, geborgen werden konnte. Dafür wiederum musste das Dach des Wagens abgesägt werden, wobei die aktiven Feuerwehrkameraden aus Sicherheitsgründen schon ein wenig „vorgeschnitten“ hatten. Mit vereinten Kräften gelang es, die verletzte Person aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
Später am Abend war noch eine etwas ungewöhnliche Rettungsaktion zu bestehen, denn Liebeskummer hatte einen jungen Mann dazu gebracht, sich von Wasemer Turm stürzen zu wollen. Mit Hilfe des Sprungtuchs wurde die Puppe, die an seiner Stelle in die Tiefe fiel, sicher aufgefangen. Gelöscht werden musste später der Großbrand eines Feldes bei Queckenberg, wo einige Heuballen in Flammen standen und auf die benachbarten Äcker überzugreifen drohten. Bei einem vorgetäuschten Brand in der DRK-Unterkunft am Römerkanal hatten die Jugendfeuerwehrleute zehn „Brandopfer“ retten, zu denen sich eine Reihe von Mitgliedern des Jugendrotkreuzes täuschend echt geschminkt hatten.
Am Ende war allen die Erschöpfung anzumerken
Schließlich hatte sich auch noch im Feuerwehrgerätehaus von Queckenberg eine verletzte Person eingeschlossen und musste befreit werden, was die Nachwuchs-Feuerwehrleute mit Hilfe eines Ziehfix ohne größere Probleme verwirklichten. So merkte man allen Teilnehmern nach ereignisreichen 24 Stunden zwar die Erschöpfung an, aber auch den Spaß, den sie erlebten, und das Zusammengehörigkeitsgefühl, das sich entwickelt hatte.
JOST
