Am vergangenen Wochenende fand in Westum „Schlag die Möhre“ statt
Närrisches Spiel der Sinziger Ortsteile
Sinzig-Westum. Bereits im elften Jahr hieß es am vergangenen Wochenende in Westum: „Schlag die Möhre“. Dazu eingeladen hatte die K.G. Rot Weiss 1935 Westum. Bei dieser besonderen Karnevalsveranstaltung treten Vertreter aus den Sinziger Ortsteilen in einem Wettstreit, der sowohl Wissen als auch Geschicklichkeit erfordert, gegeneinander an. Die Gastgeber wollten ihren Titel gegen starke Teams aus Bad Bodendorf, Koisdorf, Löhndorf und der Kernstadt Sinzig verteidigen.
Bevor der Wettstreit begann, sandte der Moderator ein paar deutliche Worte in Richtung Sinziger Rathaus. Der Verein wolle mit seinen Veranstaltungen das kulturelle Leben in Westum bereichern und die Gemeinschaft stärken. Solange es keine geeignete Versammlungsstätte in Sinzig gäbe, sei es nötig, ein Zelt aufzubauen. In diesem Jahr habe das große und besser isolierte Zelt den Verein 25.000 Euro gekostet. Ziel sei eine „saubere Null“ nach den Veranstaltungen - ein nicht unerhebliches Risiko. Deshalb lautete sein Vorschlag an die Stadtspitze, sie solle sich mit 50% an den Kosten beteiligen. Außerdem dankte er allen, die beim Aufbauen und Vorbereiten der Veranstaltung geholfen haben. Und dass die Vorbereitung aufwändig war, zeigten schon die Ideen zu den insgesamt elf kurzweiligen Spielen.
Bevor der Wettstreit begann, eröffneten die „Mini Möhrchen“ mit ihrem Tanz die Veranstaltung. Die kleinen Tänzerinnen eroberten die Herzen des Publikums im Sturm, bekamen Applaus und Jubelrufe und lieferten auch die geforderte Zugabe, nachdem alle Mini-Tänzerinnen namentlich genannt worden waren und ihren persönlichen Applaus erhalten hatten.
Danach betraten die Teams aus Bad Bodendorf, Löhndorf, Koisdorf, Sinzig und die Titelverteidiger aus Westum die Bühne, gefolgt von den Schiedsrichtern.
Bevor der erste Wettstreit begann, gehörte die Bühne den „Aktiven Möhrchen“, die etwas größeren Tänzerinnen (acht bis elf Jahre) der K.G.. Sie zeigten ebenfalls ihr Können und wurden von den Zuschauern mit Beifall belohnt.
Der erste Wettstreit trug den harmlosen Titel „Bank umrunden“. Hierfür hatten die kreativen Organisatoren Biertischbänke etwas höher gelegt. Die Aufgabe für jeweils ein Team-Mitglied bestand darin, die Bank zu umrunden, ohne den Boden zu berühren. Im Klartext bedeutete das, dass sich die Kandidaten unter der Bank lang hangelten - zum Gaudi der Zuschauer.
Die zweite Runde hatte den ermunternden Titel „Blamieren oder Kassieren“ und war ein Quiz, bei dem das Team gewann, dass als erstes vier Punkte (echte Punkte aus schwarzem Karton) erreichte. Es wurde u.a. nach dem Titel des dritten James-Bond-Films gefragt, aber auch nach der Marke des Autos mit dem Spitznamen „Schneewittchensarg“ oder welcher Staat ein Schiffswrack in seiner Flagge hat. Diese Runde konnte Löhndorf souverän für sich entscheiden.
Bei „Fallholz“ mussten die Vertreter der Teams kleine Hölzchen, die an einer Stange über ihnen hingen und unvorhersehbar herunterfielen, fangen und in einen Auffangbehälter werfen. Am Schluss kam es zu einem Stechen zwischen Bad Bodendorf und Löhndorf, das die Bodendorfer gewannen. Bei „Schnelle Post“ wurde es turbulent in der Arena: Die Teams mussten fünf Stationen besetzen, an denen Briefe gefaltet, in einen Umschlag gesteckt, mit einer Briefmarke versehen, gestempelt und schließlich in Briefkästen eingeworfen wurden. Sieger wurde, wer die meisten korrekt zugestellten Briefe erreichen konnte. Mit Westum, Koisdorf und Löhndorf gab es gleich drei erste Plätze.
In der Zeit, die für das Auszählen benötigt wurde, sorgten die nächst größeren Tänzerinnen mit ihrem Auftritt für Abwechslung, gefolgt vom Sinziger Karnevalsprinz Christian I., seinem Gefolge und Kinderprinzessin Emilia und ihren Hofdamen. Christian I. bekam im Murrepalast ein Geburtstagsständchen, was ihn sichtlich rührte.
Der zweite Spielblock begann mit einem Geschicklichkeitsspiel, in dessen Mittelpunkt Zuckerstangen standen und den die Löhndorfer für sich entscheiden konnten. So ging es Schlag auf Schlag, bis der Sieger des diesjährigen Wettstreits feststand. KS
Die Teams mussten fünf Stationen besetzen, an denen Briefe gefaltet, in einen Umschlag gesteckt, mit einer Briefmarke versehen, gestempelt und schließlich in Briefkästen eingeworfen wurden.
