Allgemeine Berichte | 10.07.2026, 09:40 Uhr

Eigenbetrieb Schul- und Gebäudemanagement informiert über Wiederaufbau der Kreis-Schulen

„Nasenspitze“ ist die neue Maßeinheit am Peter-Joerres-Gymnasium

Die Sporthalle des PJG wurde als erstes wieder in Ordnung gebracht. Foto: GS
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Kreis Ahrweiler. Corona, Flut, Verwüstung, Provisorien, Wiederaufbau – Lutz Hasbach hat seinen Humor nicht verloren. Und eine neue Maßeinheit erfunden: „Nasenspitze“. Denn genau bis zur Nasenspitze des Oberstudiendirektor stand die Flut 2021 im Ahrweiler Peter-Joerres-Gymnasium. „Das sind genau 1,80 Meter“, sagte der Schulleiter beim Ortstermin zum Endspurt des Wiederaufbaus der Schule, die vor 27 Jahren vom Ahrweiler Bahnhofsviertel ans Ahrufer zwischen Dahliengarten und L 83 umgezogen ist. Hasbach stand dabei Vorfreude im Gesicht, denn nach den Sommerferien ist seine Schule wieder komplett einsatzfähig. Soll heißen: Das durch die Ahr vor fünf Jahren verwüstete Erdgeschoss erstrahlt in neuem Glanz. Parterre. Damit ist dann, nach der Sanierung der größten Sporthalle im , die als erste Maßnahme schon 2022 vorgezogen worden war, das Traditionsgymnasium wieder voll einsatzbereit. Nur der einst von Oberstudienrat Peter Ropertz mit Schülern angelegte Schulweinberg, harrt noch der Pflege. Ob und wann es wieder den PJG-Wein für die Abiturienten gibt – Fragezeichen. Noch ist an den Kreis-Schulen Wichtigeres zu tun.

Infos vom Eigenbetrieb

Darüber informierte Jörg Hamacher als Leiter des Eigenbetriebs Schul- und Gebäudemanagement des Kreises im PJG, während ringsum Bauarbeiter letzte Hand anlegten. Hamacher gab dabei einen Überblick: „Der Wiederaufbau erfolgte zunächst über Sofort- und Übergangsmaßnahmen (Reinigungen, Entkernungen, Ersatzcontainer, temporäre Werkstätten) und befindet sich inzwischen an den Standorten Are-Gymnasium, Berufsbildende Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler (BBS), Peter-Joerres-Gymnasium, Don-Bosco-Schule, Rhein-Gymnasium Sinzig sowie die Philipp-Freiherr-von-Boeselager-Realschule plus in der baulichen Phase.“ Er erinnerte in diesem Zusammenhang an die Kooperation des PJG mit Nachmittagsunterricht am Calvarienberg oder der IGS Remagen für das Are-Gymnasium als Ausweichquartier. Die rund 2500 Schüler der BBS hatten sich auf alle benachbarten Berufsbildungszentren verteilt.

Einen Problemfall beim Wiederaufbau stellt die Levana-Schule als Förderschule dar. Denn der Altstandort der Levana-Schule lag unmittelbar an der Ahr und es galt die Regel: Aufbau wird nur am selben Ort. Doch da kämpfte der Kreis. Aufgrund der besonderen Situation der Schüler hat der Wiederaufbaufonds Mitte vergangenen Jahres in diesem speziellen Fall den Wiederaufbau an anderer Stelle bewilligt.

Für einen Wiederaufbau der Levana-Schule an einem anderen Standort laufen derzeit nach einer intensiven Grundstückssuche konkrete Gespräche“, berichtete Hamacher.

Die Gesamtkosten der Maßnahmen für alle von der Flut betroffenen Kreis-Schulen belaufen sich nach aktuellem Stand auf rund 215 Millionen Euro, wovon 164 Millionen Euro beantragt und 107 Millionen Euro bereits abgerufen sind.

Zurück zum Peter-Joerres-Gymnasium mit seinen mehr als 900 Schülern und 65 Lehrkräften. Der Verwaltungsbereich befindet sich derzeit noch in einer gesonderten Containeranlage auf dem Schulhof. Eine weitere Containeranlage wurde hinter der Sporthalle errichtet. Diese wird als Aufenthaltsbereiche für die Oberstufe sowie für die Fächer Kunst und Musik genutzt.

Die Sanierung der Sporthalle und des Kellergeschosses sind abgeschlossen. Derzeit werden im gesamten Erdgeschoss die Bodenbeläge verlegt. Zum Teil wurden in den Räumen bereits die Einbaumöbel verbaut, der Rest folgt nun kontinuierlich. Der Umzug der Verwaltungsbüros und Fachräume (Musik und Kunst) in die finalen Räumlichkeiten erfolgt zum Ende der Sommerferien. Dann soll die Sanierung des Gebäudes abgeschlossen sein.

Im Zuge der Gesamtsanierung werden zudem die nicht von der Flut beschädigten naturwissenschaftlichen Fachräume im ersten Obergeschoss modernisiert. Die Gestaltung der Außenanlagen wird derzeit geplant und nach der Fertigstellung des Gebäudes umgesetzt.

Auf Umsetzung harrt auch der vorläufige Zeitplan zum Wiederaufbau der betroffenen Kreis-Schule. Dieser soll beim Are-Gymnasium an der Bad Neuenahrer Mittelstraße sowie bei der Boeselager-Realschule plus in Ahrweiler Ende 2027 abgeschlossen sein, und für das PJG sowie das Sinziger Rhein-Gymnasium ist das dritte Quartal 2026 avisiert. Deutlich länger wird der 65 Millionen Euro teure Wiederaufbau der Berufsbildenden Schule dauern, denn dieser wird mit einer Erweiterung für 14 Millionen gekoppelt. Bis dahin findet der Unterricht in 64 Klassenräumen in drei großen Zelthallen sowie in provisorischen Werkstätten statt. Der Zeitpfeil zeigt in jedem Fall über das Jahr 2028 hinaus. Und offen bleibt für den Eigenbetrieb Schul- und Gebäudemanagement ein Zeitplan für die Levana- und die Don-Bosco-Schule. Deren „Überbleibsel“ stehen verwaist am Ahrufer neben der Pius-Brücke. Wiederaufbau ist eben auch Geduldssache. GS

Die Sporthalle des PJG wurde als erstes wieder in Ordnung gebracht. Foto: GS

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