Tier- und Naturfilmer Andreas Kieling zeigte das wilde Alaska bei der PS-Veranstaltung der KSK Mayen
Natur und Wildnis haben ihre eigenen Gesetze
Polch. Dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse Mayen, Karl-Josef Esch, sowie seinem Vorstandskollegen Christoph Weitzel, war es eine besondere Freude, den weltbekannten Tier- und Naturfilmer Andreas Kieling im Rahmen ihrer PS-Veranstaltung im Forum Polch begrüßen zu können. Dieses war bis auf den letzten Platz besetzt, als Kieling vor annähernd 500 Zuhörern einen informativen Zusammenschnitt faszinierenden Bildmaterials von seinen Reisen nach Alaska präsentierte. Selbiges beinhaltete durchweg Highlights und das Abenteuer „Natur pur“, wie es auch die Fernsehzuschauer weltweit von seinen Exkursionen kennen. So vermittelte der prominente Gast der Zuhörerschaft bei seinen Ausführungen auch einen kleinen Einblick in sein Privatleben, welches er heute, nach jahrelangen Reisen durch die ganze Welt, in einem kleinen Ort in der Eifel genießt.
Ankerplatz und Heimathafen in der Eifel gefunden
„Hier habe ich meinen Ankerplatz und Heimathafen gefunden und fühle mich speziell in dieser Natur absolut wohl“, so Kieling. Der in Thüringen geborene Tier- und Naturfilmer arbeitete zunächst als Seemann auf deutschen Handelsschiffen und absolvierte in der Folge diverse Forstausbildungen bis zum erfolgreichen Examen. Von 1986 bis 1990 bereiste Kieling dann Afrika, Asien und Nordamerika. Weiterhin fuhr er mit dem Mountainbike durch den Himalaya und durchquerte zu Fuß Grönland. Als Dokumentarfilmer machte er sich ab 1991 auf den Weg und war diesbezüglich für die TV-Sender ZDF, ARD, BBC, National Geographic, Animal Planet und Discovery Channel weltweit unterwegs. In dieser Zeit machte er sich nicht nur als Kameramann, sondern auch als Autor, Produzent und Moderator verschiedener Tier- und Naturfilmproduktionen einen Namen. In diesem Zusammenhang eignete er sich Spezialwissen über Alaska, Nordkanada, Grönland, Ostafrika, Südostasien, Tibet und Australien an. Unter anderem gelangen Kieling spektakuläre Unterwasseraufnahmen, bei denen er auch als erster Tierfilmer einen tauchenden Grizzlybär filmte. Mit Letztgenannten verbrachte er viele Jahre, sodass diese ihn gar an seiner Stimme und seinem Geruch wiedererkannten. In Polch präsentierte Andreas Kieling Einblicke in seine Nordalaska-Exkursionen, wo er zu Fuß mit einem Packschlitten über einen Zeitraum von sechs Monaten und Temperaturschwankungen zwischen –57 und +30 Grad Celsius, Eisbären, Moschusochsen und Karibus gefolgt war. Nebenbei bestieg er hier mit dem Mount McKinley in Alaska den Berg mit den weltweit kältesten Temperaturen bis zum Gipfel. „Natur und Wildnis haben ihre eigenen Gesetze“, war die Aussage von Kieling, wie er nicht nur in seinem gezeigten Film eindeutig bewies, sondern auch mit seinen erklärenden Kommentaren anhand von Details nachhaltig unterstrich.
In Alaska spielt der Mensch nur eine Nebenrolle
„In Alaska spielt der Mensch nur eine Nebenrolle, und um hier überleben zu können braucht es eine starke Mentalität und eine eiserne Disziplin“, lautete sein einführender Satz in die Materie. In dieser zeichnete er sein entbehrungsreiches Leben (wochenlang hatte er sich nur von Speiseöl und Haferflocken ernährt) in der freien Natur mit den wilden Tieren, sowie auf dem Permafrostboden (im Zelt) mit karger Tundra-Auflage, überaus spannend nach. Dabei lernte er neben den Eisbären, mit denen er sechs Jahre verbrachte, ebenso Braunbären, Grizzlybären, Elche, Moschusochsen, Karibus, Schneehasen, Moorschneehühner, aber auch Wildbienen, Moskitos, Wattvögel, Sandpiper, Äschen, Forellen und Lachse kennen. Resümierend sieht es Andreas Kieling als Privileg, dass er das Ganze miterleben durfte – und eigentlich wollte er ja auch anfangs gar nicht mehr zurück. Mit einem Schmunzeln erinnerte er sich dabei an den Piloten, der ihn beim Abholen, nach wochenlangen Entbehrungen mit einem Gewichtsverlust von gut 15 kg, zu einer Pizza nach Fairbanks einlud. Abschließend bedankte sich Kieling, dem solche Tierfilmer wie Dr. Bernhard Grzimek, Horst Stern und Heinz Sielmann stets Vorbilder gewesen sind, bei allen Besuchern mit dem denkwürdigen Schlusskommentar: „Der Mensch hat Angst vor der Natur, weil er ihr selbst Grausames antut – dabei ist die Natur fairer als der Mensch und in jedem Fall anpassungsfähiger!“
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Vorstandsvorsitzender der KSK Mayen Karl-Josef Esch und die Organisatorin des Events, Anja Müller überreichen Andreas Kieling ein Präsent.
Der prominente Tierfilmer bei einer seiner Alaska-Exkursionen im Einsatz mit Kamera und Fernglas.
