Allgemeine Berichte | 05.05.2022

Zehnthaus Kolumne (22)

Naturschutzgebiet (NSG) Dünstekoven

Waldkäuze im Nest.  Fotos: Peter Meyer NABU Bonn

Odendorf/Essig. Die am Rande des Kottenforstes gelegene ehemalige Kiesgrube in Swisttal Dünstekoven ist eines der wichtigsten Naturschutzgebiete im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis. Das etwa 50 Hektar große Gebiet wird seit 1999 von der NABU Kreisgruppe Bonn betreut. Zu dem Areal gehören auch das Naturschutzzentrum am Kottenforst, die Geschäftsstelle des Vereins und die angrenzende Naturschule mit Werkstatt.

Stillgelegte Kiesgruben sind wertvolle Rückzugsgebiete für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie haben früher Kulturlandschaften bereichert, sind aber heute kaum noch zu finden. Das NSG Dünstekoven ist im Vergleich zu den strukturarmen Agrarflächen im Umland ein echter Brennpunkt der Artenvielfalt. Das Gelände wurde nach Beendigung des Kiesabbaus im Jahr 1995 unter Schutz gestellt, um einen ungestörten Ersatzlebensraum für die vielen dort lebenden Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Schon während des Kiesabbaus hatte sich hier ein kleinräumiges Mosaik aus unterschiedlichen Lebensräumen entwickelt: offene Wiesen und Rohbodenflächen, sandige Steilwände, Teiche und Tümpel sowie kleinräumige Gehölzinseln. Die unmittelbare Nähe des Kottenforstes begünstigt noch zusätzlich die Ansiedlung immer neuer Arten. Über 40 Libellenarten, über 40 Tagfalter und 15 Amphibienarten kommen heute hier vor und finden in den unterschiedlichen Arealen ideale Nahrungs- und Fortpflanzungsbedingungen. Mehr als 120 Vogelarten dient das Gebiet als regelmäßiger Brutstandort, Rastplatz oder Überwinterungsquartier.

Um diese Artenvielfalt zu erhalten, sind regelmäßige Pflegemaßnahmen erforderlich, die die alten landwirtschaftlichen Nutzungsformen der extensiven Landwirtschaft weiterführen und so die natürlichen Besiedlungsversuche durch Bäume und Sträucher immer wieder unterbinden. Dazu gehören die regelmäßige Mahd, gezielte Öffnung des Bodens, extensive Beweidung von einzelnen Arealen durch Rinder, Ziegen und Schafe sowie der jährliche Rückschnitt aufkommender Gehölze. Auch die für die Tierwelt so kostbaren Feuchtgebiete und Kleingewässer, die im NSG Dünstekoven auf staunassem Untergrund zum Teil schon immer vorhanden waren, werden von den NABU Aktiven regelmäßig bearbeitet. Dadurch bleiben sie als Laichgewässer für Amphibien und Wasserinsekten zugänglich. So können sich gerade die seltenen Arten wie Laubfrosch, Kreuz- und Wechselkröte hier auf Dauer erfolgreich vermehren. Und auch die spektakulären sandigen Steilwände, die während des Kiesgrubenbetriebes entstanden waren, werden immer wieder nachgebessert, um sie dauerhaft zu erhalten. Neben vielen auf solche sandigen Flächen spezialisierten Insektenarten hat selbst der farbenfrohe, aus dem Süden eingewanderte Bienenfresser in dem Gebiet schon erfolgreich gebrütet.

Das NSG Dünstekoven ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das Gebiet kann jedoch auf einer Rundwanderung von verschiedenen Aussichtsplattformen von außen eingesehen werden. In der NABU Naturschule finden verschiedene Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene statt. Auf dem beliebten NABU Sommerfest ermöglicht der Verein alljährlich allen naturinteressierten Mitbürgern einen Einblick in das geschützte Areal und die Naturschutzarbeit des NABU Bonn.

Pressemitteilung Sammlung Zehnthaus/NABU Bonn

www.verein-zehnthaus.de

Der Laubfrosch ist die seltenste Amphibienart im Schutzgebiet.

Der Laubfrosch ist die seltenste Amphibienart im Schutzgebiet.

Im NSG sind über 100 kleine Teiche vorhanden- kostbare Lebensräume für zahlreiche Arten.

Im NSG sind über 100 kleine Teiche vorhanden- kostbare Lebensräume für zahlreiche Arten.

Der Uhu ist ungestört.

Der Uhu ist ungestört.

Waldkäuze im Nest. Fotos: Peter Meyer NABU Bonn

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