Allgemeine Berichte | 20.12.2022

VG-Bürgermeister Gieler und Ortsbürgermeister Vrijdaghs sprechen sich für einen Abriss aus

Nepomukbrücke: Denkmalschützer agieren ohne Rücksicht auf Menschenleben

Die Nepomukbrücke in Rech im Sommer 2021.  Foto: ROB

VG Altenahr. Seit Wochen schürt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) Diskussionen im von der Flut hart betroffenen Weinort Rech. Rechs Ortsbürgermeister Benjamin Vrijdaghs und Dominik Gieler, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr, beziehen Stellung zu den Vorgängen der DSD.

Bereits im Dezember 2021 wurde unter dem damaligen Recher Ortsbürgermeister Dominik Gieler mit dem Gemeinderat der Beschluss gefasst, den Abriss der stark beschädigten denkmalgeschützten Nepomukbrücke zu beantragen. Bekannterweise haben sich die Zuständigkeiten in Rech im Laufe dieses Jahres mit der Wahl von Dominik Gieler zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenahr und Benjamin Vrijdaghs zum neuen Recher Ortsbürgermeister geändert. Die bereits im Dezember 2021 auf den Weg gebrachte Entscheidung zum Abriss der Nepomukbrücke eint die beiden Bürgermeister und lässt sich kurz zusammenfassen: Bürgerschutz vor Denkmalschutz!

Für den Gemeinderat gab es keinen Anlass, die getroffene und bereits lang diskutierte Entscheidung nach der Bürgermeisterwahl zu revidieren. Am 11. November 2022 trat dann mit einer Pressemitteilung die DSD in Erscheinung. Bereits in der Überschrift stellte man ganz allgemein für gleich vier schwer von der Ahr-Flutkatastrophe beschädigten historischen Brücken deren Erhalt in Aussicht. Darunter auch die Nepomukbrücke in Rech. Wirft man jedoch einen Blick in das im Auftrag der DSD erstellten Gutachtens zur Nepomukbrücke, liest man dort viele Konjunktive.

Als Ortsbürgermeister Benjamin Vrijdaghs nach Erhalt der Abrissgenehmigung der Kreisverwaltung Ahrweiler am 20. November 2022 einen Bürgerbrief veröffentlichte, reagierte die DSD prompt und griff Ortsbürgermeister Vrijdaghs scharf an. Der Bürgerbrief habe in der Stiftung gar zu Entsetzen geführt, war in einer neuen Pressemitteilung zu lesen. Aus Sicht der Bürgermeister der Orts- und Verbandsgemeinde fährt die DSD einen unsäglichen Kurs, den sowohl die Ortsgemeinde Rech als auch die Verbandsgemeinde Altenahr nicht weiter kommentarlos hinnehmen werden.

„Mein Vorgänger Dominik Gieler hat das, was diese Brücke am 14. Juli 2021 verursacht hat, über mehrere Stunden selbst erlebt. Er hat sogar am späten Nachmittag des Unglückstages noch einen Baumdienst beauftragt, die Verklausungen an der Brücke zu beseitigen. Was danach geschah, ist hinlänglich bekannt und findet sich in den Geschichtsbüchern wieder. Dass diese Brücke aufgrund ihrer Bauart mit den Bögen Verklausungen begünstigt hat, ist für alle, die das am 14. Juli 2021 beobachtet haben, unstrittig. Das dadurch sich Pegelstände vor der Brücke negativ verändert und erhöht haben, ist ebenfalls unstrittig“, sagt Ortsbürgermeister Vrijdaghs.

„Die DSD kratzt mit ihrer Argumentation zum Erhalt der Nepomukbrücke nur an der Oberfläche, ohne etwas Konkretes zu formulieren. Wenn man in einer Pressemitteilung einem Ortsbürgermeister unterstellt, dass er unrichtige Behauptungen aufstellt, dann müssen diese angeblichen Unrichtigkeiten auch klar und nachvollziehbar benannt und der Person zugeordnet werden. Warum die DSD das nicht getan hat, den Schluss kann jeder für sich selbst ziehen“, sagt Bürgermeister Dominik Gieler.

Für Gieler und Vrijdaghs ist es keinesfalls überraschend, dass ein Gutachten, dass von einer Stiftung in Auftrag gegeben wurde, die sich dem Denkmalschutz verschrieben hat, auch deren subjektive Denkmalschutzziele formuliert. „Wir folgen als Gemeinderat den übergeordneten fachaufsichtsführenden Behörden, die in unserem konkreten Fall ihre Argumente nachvollziehbar und objektiv dargelegt haben“, sagt Vrijdaghs.

Für beide Amtsträger steht der Schutz der Mitbürger und damit der Schutz von Menschenleben über dem Denkmalschutz. So sehen es auch die übergeordneten und am Abrissgenehmigungsverfahren beteiligten Behörden. Gieler und Vrijdaghs ist bewusst, welche Bedeutung die historischen Brücken haben. „Die Abrissgenehmigung, die von einer Behörde erteilt wurde, deren vorrangiges Ziel es ist, Denkmäler zu schützen und zu erhalten, begründet unmissverständlich und eindeutig, dass das der Schutz von Menschenleben über dem Schutz von Baudenkmälern steht. Das habe ich in meinem zweiten Bürgerbrief transparent dargestellt“, sagt Rechs Ortsbürgermeister Benjamin Vrijdaghs.

Pressemitteilung

der VG Altenahr

Die Nepomukbrücke in Rech im Sommer 2021. Foto: ROB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Kreishandwerkerschaft
Dauerauftrag 2025
Holz Loth-Entsorgung
Imageanzeige Dauerauftrag 04/2026
Kreishandwerkerschaft
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Anzeige KW 14
Dauerauftrag 2026
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in
Empfohlene Artikel
Schülerinnen und Schüler der Bienenklasse 3c der KGS Meckenheim sind am Standort Meckenheim der Bücherbrücke in die Bücher vertieft. Foto: Stadt Meckenheim
31

Meckenheim. Die Bücherbrücke Meckenheim/Alfter verzeichnet eine rege Nutzung durch Kindertagesstätten und Schulen im Rahmen der Leseförderung. Unter den teilnehmenden Einrichtungen befinden sich unter anderem Blütentraum, Hüppekästchen, Rasselbande und zahlreiche weitere Kindertagesstätten. An beiden Standorten der Bücherei steht der Mittwochvormittag im Zeichen der Vorschulprogramme, bei denen die Kinder bib(liotheks)fit gemacht werden.

Weiterlesen

Mit 17 Anträgen zur Neuaufnahme in diesem Jahr wurde fast der Spitzenrekord von 2020 geknackt.
49

Leutesdorf. Pascal Berger, Vereinsvorsitzender begrüßte alle Anwesenden zur Jahreshauptversammlung am 28. März und es wurde nach Feststellung einer ordnungsgemäßen Einladung und Bekanntgabe der Tagesordnungspunkte eine Gedenkminute den Verstorbenen gewidmet.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2271

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Monatliche Anzeige
Dauerauftrag 2026
Kreishandwerkerschaft
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht 2026
Titel
Maschinenbediener, Staplerfahrer
Vortrag: Arthrose des Hüft- und Kniegelenk
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
Koblenz blüht // Frohe Ostern 2026
Ostergrußanzeige
Titelanzeige
Imageanzeige - Ostern