Allgemeine Berichte | 28.02.2025, 10:22 Uhr

Vogel des Jahres 2025 kehrt ab März nach Rheinland-Pfalz zurück

„Nervöser Frühaufsteher“

Ein Hausrotschwanzweibchen bei der Futtersuche.  Foto: SGD Nord / Heinz Strunk
194

Region. Aktuell herrscht am Himmel wieder Hochbetrieb: Tausende Zugvögel kehren aus ihren Winterquartieren zurück ins nördliche Rheinland-Pfalz. Unter ihnen ist auch der Hausrotschwanz, der jüngst zum Vogel des Jahres 2025 gekürt worden ist. Woran der kleine Piepmatz zu erkennen ist und was ihn besonders macht – die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord verrät spannende Fakten.

Müsste der Hausrotschwanz zur Schule gehen, er hätte wohl so seine Probleme. Denn ruhig Sitzen zählt nun wirklich nicht zu seinen Stärken. Wer den mausgrau bis graubraun gefärbten Vogel mit dem auffälligen orangefarbenen Schwanz beobachtet, sieht ihn ständig zucken, zittern und wackeln. Was der Grund für dieses – von außen betrachtet – nervöse Verhalten ist, konnte die Wissenschaft noch nicht abschließend klären. Doch es nicht die einzige Besonderheit, die den zarten Luftakrobaten auszeichnet.

Der Hausrotschwanz, der ab März aus seinem Winterquartier zurückkehrt, ist auch ein echter Felsbewohner. So nisten einige Brutpaare beispielsweise in natürlichen Felsformationen an der Ahr, der Mosel, der Nahe und am Mittelrhein. Hier profitieren sie von den Vogelschutzgebieten für Felsbrüter, die von der SGD Nord in ihrer Funktion als Obere Naturschutzbehörde betreut und gepflegt werden. In diesem natürlichen Habitat, wo er kleine Spalten und Höhlen bezieht, ist der Hausrotschwanz jedoch vergleichsweise selten anzutreffen.

Mitbewohner des Menschen

Denn die meisten der circa 90.000 Brutpaare in Rheinland-Pfalz sind inzwischen Kulturfolger geworden, und damit Mitbewohner des Menschen. Von Hochhäusern in Innenstädten über Industriegebiete bis hin zu Dörfern und Gärten: Überall dort, wo der Hausrotschwanz kleine Nischen und Höhlen findet, fühlt er sich zuhause. Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt: Rollladenkästen, Zeitungsrohre, Lüftungsschächte, Mauerlöcher und Dachvorsprünge – der Hausrotschwanz findet beinahe überall ein geeignetes Plätzchen. Wer den Tieren bei der „Wohnungssuche“ helfen möchte, kann sogenannte Halbhöhlen-Nistkästen aufstellen, die es auch im Baumarkt zu kaufen gibt.

Frühe und schrille Sänger

Eine weitere Besonderheit des Hausrotschwanzes ist sein Gesang. Dieser ist sehr markant und kommt kratzig, klirrend und beinahe schrill daher. Wer ihm lauschen will, muss jedoch früh aufstehen, denn Hausrotschwänze gehören zu den ersten Sängern am Morgen. Die männlichen Tiere nutzen exponierte Stellen als Bühne, wie etwa Dachfirste, Schornsteine und Fernsehantennen. Hier starten sie ihre Konzerte oft schon vor Sonnenaufgang.

Der Auszeichnung „Vogel des Jahres“ wird vom Naturschutzbund Deutschland und dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern verliehen. In der öffentlichen Abstimmung votierten mehr als 30 Prozent der Vogelfreunde für den Hausrotschwanz, der damit den Kiebitz als Preisträger des Vorjahres ablöst. Weitere Informationen zu den Aufgaben der SGD Nord im Bereich des Naturschutzes sind unter folgendem Link zu finden: www.sgdnord.rlp.de/themen/naturschutz.

Pressemitteilung SGD Nord

Ein Hausrotschwanzweibchen bei der Futtersuche. Foto: SGD Nord / Heinz Strunk

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Empfohlene Artikel
Hans-Werner Adams (rechts) verabschiedete vor dem Plenum des Stadtrates Förster Stephan Braun in den Ruhestand.
0

Er war aus dem Sinziger Stadtwald nicht wegzudenken, Revierleiter Stephan Braun vom Forstamt Ahrweiler. Jetzt wurde der engagierte Förster nach 39 Dienstjahren im Stadtrat offiziell in den Ruhestand verabschiedet. In seiner Laudatio würdigte Hans-Werner Adams, der als erster Beigeordneter Bürgermeister Andreas Geron vertrat die Meriten des Forstmannes. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Der Kalender zeigt historische Motive aus Montabaur – darunter das erste Fußballteam des TuS Montabaur, die Heuernte im Gelbachtal und den Großen Markt im Jahr 1950.
1

Die Stadt Montabaur hat gemeinsam mit der Deutsch-Ukrainischen Gesellschaft (DUG) einen Kalender mit historischen Stadtansichten veröffentlicht, dessen Erlös einem Ferienprogramm für Kinder aus der ukrainischen Stadt Trostyanets zugutekommt. Der Kalender, der für neun Euro erhältlich ist, wird in der Tourist-Info, der Stadtbibliothek und im Stadtarchiv verkauft. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Wein und Gebärdensprache: Ein erfolgreiches inklusives Konzept.
0

Kürzlich fand im Weingut Matthias Müller in Spay eine besondere Weinprobe statt, die speziell für Menschen mit Hörbeeinträchtigung konzipiert war. Diese Veranstaltung markierte die dritte Weinprobe in Deutscher Gebärdensprache und zog 42 interessierte Gäste an, die von der einzigartigen Kombination aus Genuss, Begegnung und Inklusion begeistert waren. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Bildergalerien
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Hausmeister, bis auf Widerruf
Imageanzeige
Titelanzeige
Goldener Werbeherbst
Stellenanzeige Sozialarbeiter
Anzeige Käufmannische Sachbearbeitung Versand
Weitere Artikel
In Brogsitters Gasthaus Sanct Peter wurden die besten Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet.
1881

Siegerweine zeigen die außergewöhnliche Klasse an der Ahr

Ahrweine des Jahres 2026 ausgezeichnet

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Zum 16. Mal zeichnete der Weinpreis „Ahrwein des Jahres“ die besten Weine des Anbaugebiets Ahr aus. Insgesamt 97 Weine wurden in diesem Jahr in sechs Kategorien bewertet. Die Preisverleihung fand in Brogsitters Gasthaus St. Peter in Walporzheim statt, wo Winzerinnen, Winzer und Weinfachleute zusammenkamen, um die Siegerweine zu würdigen.

Von Barbara Knieps aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Weiterlesen

50 ehrenamtlichen Ordnern
577

Koblenz. Angeführt von Alexandra Susenburger und ihrem Hengst Cartujano zogen erneut rund 2.000 Teilnehmende vom Münzplatz durch die Straßen und Gassen der Koblenzer Altstadt zum Deutschen Eck. Musikalisch unterstützt wurde der Zug durch die Musikvereine von Löf und Rhens und dem Posaunenchor des Evangelischen Gemeindeverbandes.

Von "Unsere Altstadt" aus Koblenz

Weiterlesen