Waldbauverein Cochem-Zell
Neuanpflanzungen dem Klimawandel anpassen
Interessante Lehrveranstaltung im Rahmen einer Flurexkursion
Treis-Karden. Der Waldbauverein Cochem-Zell bot für seine Mitglieder aktuell eine Lehrveranstaltung, die in Zeiten des Klimawandels sehr bedeutsam ist. Durch die Dürre der letzten beiden Jahre sind viele Bäume vertrocknet und müssen ersetzt werden. Der Privatwald ist hiervon genau so betroffen wie der öffentliche Wald der Kommunen. Als Ersatz steht nun die Pflanzung von standortangepassten Bäumen an, um die entstandenen Schäden zu kompensieren. Die Anpflanzung von jungen Bäumen wird von Laien oft belächelt, als einfacher Vorgang, bei dem eine Wurzel mit Erde bedeckt wird. „Doch so einfach ist das nicht“, betont Josef Treins, Vorsitzender des Waldbauvereins. Im Bezug auf ein Baumleben ist die Pflanzung ein wichtiges Fundament, auf dem ein Baum bis zu mehreren hundert Jahren profitiert. Eingeklemmte Wurzeln, Schiefstand, eingraben von organischen Materialien usw.! Man kann hier erstaunlich viele Fehler begehen, wenn eine Baumpflanzung nicht sorgfältig ausgeführt wird. Diese Fehler gilt es zu vermeiden, um dem Baum einen möglichst guten Start ins Leben zu ermöglichen. Geschäftsführer Hans-Josef Bleser, Vorsitzender Josef Treins und Albert Jung vom Vorstand des Vereins, zeigten, wie junge Pflanzen fachgerecht im Waldboden verankert werden. Die Frische des Pflanzgutes ist dabei ein wichtiger Aspekt. Die Feinwurzeln dürfen auf keinen Fall austrocknen oder lange der Sonne ausgesetzt sein. So werden die wurzelnackten Pflanzen feucht gelagert und in Säcken zwischengelagert, bevor es an die Pflanzung geht. Auf dem „Allmescher Berg“ hatte Forstrevierleiter Bleser eine Fläche ausgesucht, die den Mitgliedern des Waldbauvereins aktuell als Versuchsfläche dient. Hier konnte sich jeder Interessent ausprobieren und seine Pflanztechnik verbessern. Mit Pflanzspaten, Bohrern und Pflanzhacken wurden verschiedene Techniken vermittelt, die für unterschiedliche Baumarten und Baumgrößen geeignet sind. Größere Pflanzen mit ausgeprägtem Wurzelwerk wurden mit der klassischen Lochpflanzung ausgeführt. Hierbei wurde ein Pflanzloch mit dem Spaten ausgehoben und sorgfältig von Laub und Humus befreit. „Die Feinwurzeln brauchen Kontakt mit Mineralboden, damit sie ordentlich wachsen können“, erklärte Hans-Josef Bleser. Das „Antreten“ der Erde soll mit Nachdruck erfolgen, aber die Wurzel nicht verdichten. Junge Bäume im Wald wurden bisher nie gegossen nach der Pflanzung. Man hat sie der Natur überlassen. Das muss man für die Zukunft eventuell überdenken. Im ersten Jahr ist die Wurzel noch so wenig ausgeprägt, dass eine Dürre leicht zum Vertrocknen der Pflanze führen kann. Deshalb ist die Sorgfalt bei der Pflanzung um so wichtiger. Auf den vorhandenen Brachflächen ist die Anpflanzung von Bäumen wichtig, die sich gegenüber dem heutigen Klimawandel als widerstandsfähig erweisen. Laut Bleser sind dies unter anderem die schnell wachsende Douglasie, die Eiche, der Spitz-Ahorn, Baumhasel und Elsbeere, wobei der Forstrevierleiter auch eine gesunde Mischung bei Neuanpflanzungen empfahl. So kommt bspw. die Elsbeere mit Trockenheit am besten zurecht. Sie hat eine gute Wurzelbrut und lockt mit ihren Blüten überdies wichtige Insekten an, was eine zusätzlich positive Einbringung in den Waldbau bedeutet. Während die Fichte sehr stark und die Buche teilweise ebenfalls von Ausfällen betroffen ist, bewertet Bleser aber auch die Anpflanzung von Esskastanien noch positiv. Die richtige Zeit für eine Anpflanzung sehen die Fachleute jeweils zur Hälfte in Herbst und Frühjahr. Wenn die Feuchtigkeit stimmt, sollte man ruhig die Winternässe mitnehmen. Eine Ausnahme sei hier lediglich die Douglasie, die man prinzipiell nur im Frühjahr anpflanzen sollte. Die Waldbauern trugen mit dieser Veranstaltung wichtiges Basiswissen an ihre Mitglieder. Wer Mitglied im Verein werden möchte und so einen aktiven Naturschutzbeitrag in seinem Privatwald leisten möchte, kann sich gerne an die Geschäftsstelle des Waldbauvereins Cochem-Zell unter Tel.: 02671-9169310 wenden. TE
Die Elsbeere kommt am besten mit Trockenheit zurecht und soll eine Bereicherung für den Waldbau sein.
Der Forstrevierleiter und Vorstandsmitglied Albert Jung thematisierten auch den heutigen Klimawandel.
Vereinsgeschäftsführer und Forstrevierleiter Hans-Josef Bleser erklärte Baumauswahl und Anpflanzung.
