Allgemeine Berichte | 07.05.2026, 09:22 Uhr

Museum präsentiert ab 8. Mai Industriekeramik der Nachkriegszeit

Neue Keramik-Ausstellung zeigt „Farbenfrohe Lebenslust“

Farbenfroh ist die neue Ausstellung im Museum zur Industriekeramik der Nachkriegszeit.
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Höhr-Grenzhausen.Das Kannenbäckerland ist weltweit für seine salzglasierte, grau-blaue Keramik bekannt. Doch hat es keramisch weit mehr zu bieten als „nur“ traditionelles Steinzeug. Am 8. Mai wird eine neue Ausstellung zu einer Epoche im Keramikmuseum Westerwald eröffnet, die in der Region mehr Beachtung verdient hat: die seriell produzierte Keramik der Nachkriegszeit von 1950 bis 1980.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung ab 1948 begann ein tiefgreifender Wandel. Eine aufblühende Konsumgesellschaft, getragen von Optimismus, Wohlstandsstreben und dem Wunsch nach stabilen Verhältnissen, prägte die Zeit. Farbenfrohe Keramik mit dem selbstbewussten Label „Made in West Germany“ wurde zum Ausdruck dieser neuen Lebenslust. Gleichzeitig hatte der Boom auch seine Schattenseiten: Nicht selten ging er mit schwierigen Arbeitsbedingungen und umweltschädlichen Herstellungsprozessen einher. Die Ausstellung beleuchtet daher nicht nur die charakteristische Ästhetik dieser Zeit, sondern auch ihre Ambivalenzen – und stellt die Menschen in den Mittelpunkt, die diese prägende Phase der Westerwälder Keramikgeschichte gestaltet haben.

Zur Ausstellungseröffnung am 8. Mai um 19 Uhr begrüßen Landrat Achim Schwickert und Museumsleiterin Dr. Nele van Wieringen die Gäste. Im Anschluss spricht Dr. habil. Denis Bousch, Université Paris-Est Créteil, über das „Wirtschaftswunder“ der Keramikindustrie, das sich als gesamteuropäisches Phänomen verstehen lässt. Gemeinsam mit Dr. Jörn Garleff hat er die keramische Entwicklung in Frankreich und Deutschland nach 1950 vergleichend untersucht; die Ergebnisse wurden bereits in den Musées d‘Art et d‘Industrie in Saint-Étienne präsentiert. Abschließend gibt Kuratorin Annette Zeischka-Kenzler, M.A., weitere Einblicke in die Ausstellung. Musikalisch begleiten die Veranstaltung Liedermacher Daniel Lipskey und Perkussionisten Shadi Al Housh.

Für die Teilnahme an der Eröffnung wird eine Anmeldung bis 6. Mai telefonisch unter 02624 946010 oder per E-Mail an kontakt@keramikmuseum.de erbeten. Die Ausstellung ist bis April 2027 im Keramikmuseum Westerwald, Lindenstraße 13 in Höhr-Grenzhausen, zu sehen. Ein umfangreicher zweisprachiger Begleitband vertieft die präsentierten Inhalte und bietet zusätzliche Einordnungen.

Pressemitteilung Kreisverwaltung des Westerwaldkreises

Nicht nur Objekte, sondern auch die Menschen und Produktionsprozesse stehen im Fokus.

Nicht nur Objekte, sondern auch die Menschen und Produktionsprozesse stehen im Fokus. Foto: Stadtarchiv Ransbach Baumbach

Farbenfroh ist die neue Ausstellung im Museum zur Industriekeramik der Nachkriegszeit. Foto: Dr. Jörn Garleff

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