Allgemeine Berichte | 30.06.2016

Verbandsgemeinde Montabaur

Neue Schritte in der Flüchtlingsarbeit

Im ehemaligen Berufsinformationszentrum an der Sauertalstraße soll das neue Integrationszentrum entstehen. Die Eröffnung ist für nach den Sommerferien vorgesehen. privat

Verbandsgemeinde Montabaur. Die Situation der Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Montabaur (VG) war ein Schwerpunktthema bei der Sommersitzung des Verbandsgemeinderates. Der Rat beschloss, ein Integrationszentrum für Flüchtlinge und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer in Montabaur einzurichten. Außerdem sollen Flüchtlinge künftig vermehrt zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen werden – ein weiterer Baustein zur Integration.

Aktuelle Situation

Derzeit leben etwas mehr als 400 Flüchtlinge in der Verbandsgemeinde Montabaur. Diese Zahl ist seit Jahresbeginn weitgehend konstant. Die Flüchtlinge sind dezentral in von der VG angemieteten Wohnungen und Häusern untergebracht; diese befinden sich in allen Ortsgemeinden und in der Stadt. Fast überall gibt es Gruppen von ehrenamtlichen Helfern, die die Flüchtlinge vor Ort betreuen und sie im Alltag begleiten. „Diese Helfer leisten unschätzbare Dienste. Ohne sie ginge hier praktisch nichts. Ich bin sehr stolz, dass es bei uns so gut läuft“, richtete Bürgermeister Edmund Schaaf seinen Dank an die Ehrenamtlichen.

Integrationszentrum

Für die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer und für die Flüchtlinge wird es bald eine neue Anlaufstelle in Montabaur geben. Im ehemaligen Berufsinformationszentrum in der Sauertalstraße wird die Verwaltung Büro- und Seminarräume anmieten und dort ein Integrationszentrum eröffnen. Das hat der Verbandsgemeinderat beschlossen und entsprechende Finanzmittel bereitgestellt. Auf rund 300 Quadratmetern sollen dort mehrere Schulungsräume und ein Raum für die Kinderbetreuung eingerichtet werden. Dieser ist erforderlich, weil viele Sprachkurse von Eltern mit kleinen Kindern besucht werden. Während Vater oder Mutter Deutsch büffeln, können die Kinder nebenan spielen und werden dabei von ebenfalls ehrenamtlichen Helfern betreut. „Nur so kann das Konzept der „Mama-lernt-Deutsch-Kurse“ funktionieren“, erläutert Bürgermeister Schaaf. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Deshalb ich bin froh, dass sich so viele Ehrenamtliche gefunden haben, die Deutsch unterrichten.“ Ein Teil der Sprachkurse wird durch die Volkshochschule abgedeckt, andere laufen über die Kirche. Diese fanden bisher im ehemaligen Restaurant „Peterstorstube“ sowie im katholischen Bezirksamt und Forum St. Peter statt. Diese Räume sind jedoch nur als Behelfslösung geeignet und sollen nun dauerhaft durch die neuen Räumlichkeiten ersetzt werden. „Mit dem neuen Integrationszentrum wollen wir nicht nur den Flüchtlinge etwas Gutes tun, sondern vor allem auch die ehrenamtlichen Helfer in ihrer Arbeit unterstützen“, so Schaaf. Unisono lobten Vertreter aller Fraktionen das große und zuverlässige Engagement der Flüchtlingshelfer.

Gemeinnützige Arbeit

Neben der Sprache ist Arbeit ein wichtiges Element der Integration. Dort, wo es möglich ist, sollen die Flüchtlinge nun vermehrt zu gemeinnütziger Arbeit herangezogen werden. So können sie beispielsweise die Gemeindearbeiter bei der Pflege der öffentliche Anlagen und Gebäude unterstützen. Diese Aktivitäten werden künftig von Constanze Wunderlich koordiniert, die seit vielen Jahren in der VG-Verwaltung im Bereich Landespflege tätig ist und außerdem über Erfahrungen in der Betreuung von schwer vermittelbaren Jugendlichen verfügt. Sie wird geeignete Projekte für den Einsatz von Flüchtlingen definieren, fachliche Anweisungen erteilen und die Gemeindearbeiter in der Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen begleiten. „Der Einsatz von Flüchtlingen in der gemeinnützigen Arbeit wird Aufwand verursachen, der eventuell den in Geldwerten zu bemessenden Vorteil übersteigt. Dessen sind wir uns bewusst. Allerdings halten wir diesen Aufwand für notwendig, um das friedliche Zusammenleben der einheimischen Bevölkerung mit den Flüchtlingen dauerhaft zu sichern“, fasste der Bürgermeister die Intention der Maßnahme zusammen. „Außerdem können die Projekte für die Flüchtlinge ein Einstieg ins Arbeitsleben sein.“

Es werden ehrenamtliche Helfer gesucht, die sich an diesen Arbeitseinsätzen in den Ortsgemeinden und der Stadt beteiligen und die Flüchtlinge unterweisen möchten. Kontakt: Uwe Kusber, Tel.: (0 26 02) 126-318, E-Mail: ukusber@montabaur.de

Pressemitteilung

Verbandsgemeinde Montabaur

Im ehemaligen Berufsinformationszentrum an der Sauertalstraße soll das neue Integrationszentrum entstehen. Die Eröffnung ist für nach den Sommerferien vorgesehen. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Julia Doll : Lieber Roman, ja absolut, sehe ich ganz genauso
  • Roman Bermel: Hallo Julia. Du hast vollkommen recht. Ich habe lange bei euch gearbeitet und bin auch heute noch in der Grundschule unterstützend tätig. Ich kann nicht feststellen, dass weniger Unterstützung notwendig ist, eher das Gegenteil ist der Fall.
  • Ignaz Wrobel: Bedauerlich und fragwürdig finde ich, dass offenbar nicht die konstruktive Mitarbeit (!!!) in kommunalen Gremien zur grundlegenden Mitwirkung bei solchen Entscheidungen gesucht wird. Ich würde mich...
  • W. Harkort: Danke für diesen Kommentar. Gab es auch Einwendungen wegen seltener Ameisen? Irgendwann in naher Zukunft werden diese Leute ihre Entscheidung bereuen. Dann ist es aber zu spät.
  • Walter Knieps: Warum erst jetzt ?!?!
Daueranzeige
Kreishandwerkerschaft
Dachdecker (m/w/d)
Maikirmes Franken
Azubispots Bad Neuenahr 2026
Jubiläum
Stellenanzeige Bauingenieur Trinkwasserversorgung/Abwasserbeseitigung
Anzeige KW 18
Empfohlene Artikel
Meckenheim geht beim Fußverkehrs-Check mit, von links: Christoph Overs, Leiter der Geschäftsstelle und der Koordinierungsstelle Zukunftsnetz Mobilität NRW Rheinland, die städtische Mobilitätsmanagerin Liena Humke, Umweltplanerin und Mobilitätsmanagerin Nele Allerchen, Bürgermeister Sven Schnieber und der Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW Oliver Krischer. Foto: go.Rheinland GmbH / Smilla Dankert
67

Meckenheim. Es ist die umweltfreundlichste Fortbewegungsart der Welt. Deshalb soll das Gehen in Meckenheim nun mehr Aufmerksamkeit bekommen: Beim landesweiten Wettbewerb um einen professionellen „Fußverkehrs-Check“ wurde Meckenheim vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Zukunftsnetz Mobilität NRW als teilnehmende Stadt ausgewählt.

Weiterlesen

Die Vierklässler entdecken die Römerwelt.  Fotos: Grundschule Rheinbrohl
38

Rheinbrohl. Ein außergewöhnliches Projekt voller Entdeckungen, Abenteuer und lebendiger Geschichte liegt hinter den vierten Klassen der Astrid-Lindgren-Schule Rheinbrohl. In den vergangenen Wochen verwandelte sich der Unterricht in eine kleine Römerwelt. Im Rahmen eines umfangreichen Römerprojekts tauchten die Kinder tief in das Leben der alten Römer ein und erfuhren Geschichte nicht nur aus Büchern, sondern mit allen Sinnen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Von links: ehemalige Tolitäten Josephine Müller und Julia Richter, neue Tolitäten Ann-Kathrin Bretz, Carolin Stieffenhofer und Lilli Karbach, erster Vorsitzender der Heimatfreunde Güls Christoph Müller und Ortsvorsteher Hans-Peter Ackermann. Foto: SCH
38

Carolin Stieffenhofer und ihren Prinzessinnen Ann-Kathrin Bretz und Lilli Karbach übernahmen das Zepter

Feierliche Eröffnung des Blütenfestes Güls mit Proklamation der neuen Blüten- und Weinkönigin

Koblenz-Güls. Wenn die Weinberge an der Mosel nach und nach wieder grün werden und im ganzen Umland auf den Höhen die Kirschbäume die Landschaft in ein weiß blühendes Meer verwandeln, ist es wieder so weit: Im Koblenzer Stadtteil Güls, dem Tor zur Mosel, beginnt endlich wieder das Blütenfest, welches rund um den ersten Mai gefeiert wird!

Weiterlesen

Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Schulze Klima -Image
Dauerauftrag 2026
Anzeige Uhren Vintage
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Berufskraftfahrer gesucht
Zukunft trifft Tradition KW 18
Zukunft trifft Tradition KW 18
10 Jahre NOWI
Zukunft trifft Tradition KW 18
Biergarteneröffnung
Arbeiten bei van roje
Titel
10 Jahre NoWi
Nachruf Karl-Heinz Knops