Allgemeine Berichte | 22.02.2016

Freundeskreis Neuwied-Matara setzt auf nachhaltige Bildung

Neue Vorschule in Sri Lanka trägt fürstlichen Namen

Die Vorsitzenden Bernd Mertgen und Edeltrud Pinger, mit einigen der Patenkinder.Privat

Neuwied/Sri Lanka. In Folge des zerstörerischen Tsunamis Ende 2004 hat sich der kurze Zeit später gegründete Freundeskreis Neuwied-Matara e. V. schwerpunktmäßig um Schulkinder und Schulen an der schwer zerstörten Südküste Sri Lankas eingesetzt. Zwei Internate, etliche Fachräume, Klassenräume, eine Aula, eine Werkstatt, eine Bibliothek, Toiletten...konnten durch das in den ersten Jahren nach der Katastrophe hohe Spendenaufkommen samt Mobiliar und Lernmaterial an vier Schulen geschultert und zur Nutzung übergeben werden. Auch durch ministerielle Unterstützung aus Mainz, Spenden von Firmen, Banken und Privatpersonen wurden diese Projekte an Schulen möglich. Eine nachhaltige Betreuung war und ist durch die regelmäßigen Reisen von Vereins- und Vorstandsmitgliedern, Beratung der Lehrer, Deutsch- und Englischunterricht während der letzten elf Jahre immer gegeben.

Bernd Mertgen, erster Vorsitzende des Freundeskreises, und Edeltrud Pinger, seine Stellvertreterin, schauten Ende Januar/Anfang Februar mal wieder nach dem Rechten an „ihren“ Schulen am Indischen Ozean. Seit nunmehr sechs Jahren liegt der Schwerpunkt auf der Unterstützung der Rohana Special School, einer Schule für blinde, sehbehinderte, taube und gehörgeschädigte Schüler und Kinder mit Down-Syndrom und dem Anura College, einer Schule mit Primar- und Sekundarbereich, der zum Abitur, den sogenannten A-levels führt. Das Besondere an diesem Anura-College ist sein Einzugsgebiet, das aus extrem bedürftigen und wirtschaftlich schwachen Familien besteht, die sich hier konzentrieren. Sichere Unterkunft und sauberes Wasser sind schon ein Problem, Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit ein anderes. Dennoch ist spürbar der Wille erkennbar, den Kindern eine gute Schulausbildung zu ermöglichen, was die Regierung zumindest in solchen extremen Fällen durch das zur Verfügung-Stellen von Schulkleidung und Büchern unterstützt. Hier hat der Freundeskreis Neuwied-Matara den Schwerpunkt seiner Tätigkeit der letzten Jahre auf Patenschaften gesetzt.

Viel wurde schon erreicht

Das hohe Spendenaufkommen ist eingebrochen, andere Krisenherde in der Welt und in Deutschland selbst verlagern die Hilfsbereitschaft. Doch aus den ca. 100 treuen Mitgliedern oder auch anderen Interessenten haben sich mittlerweile ca. 25 Paten herauskristallisiert, die ein Kind aus diesen wirtschaftlich schwachen Familien monatlich mit einem Beitrag unterstützen. Edeltrud Pinger ist jährlich ein bis zweimal vor Ort, unterstützt die Schule, unterrichtet Deutsch, besucht Patenfamilien und hilft in besonderen Notfällen.

Das neueste Projekt ist nun der Bau einer Vorschule, die schon früh Kinder aufnehmen, betreuen und beschulen kann und sie so auf den Grundschulbereich vorbereitet. Seit Beginn des neuen Schuljahrs Anfang Januar wurden 15 Kinder in diesem Bereich aufgenommen, die zunächst in einem der vom Freundeskreis errichteten Fachräume unterkommen. Eine ausgebildete Vorschullehrerin und eine Praktikantin sind eingestellt und arbeiten bereits mit den Vorschulkindern. Zurzeit entsteht der neue Raum, an den sich zwei kleine Toiletten mit Waschbecken anschließen. Neues Mobiliar und gutes Lern-/Lehrmaterial muss noch warten. Vielleicht ergeben sich doch ein paar Spenden wie z. B. die, die Schirmherrin I. D. Fürstin Sophie zu Wied hat zukommen lassen. Als Edeltrud Pinger Anfang Februar am Anura College davon berichtete, war die Begeisterung über die „Princess zu Wied“ so groß, dass man den Namen der Fürstin für die neue Vorschule verwenden wollte. PSPS = Princess Sophie Pre-School. Die Anfrage im Schloss per Email war schnell und positiv beantwortet worden, so dass die Namensgebung beschlossene Sache ist. Da sich der Präsident Bernd Mertgen bis Anfang März auf der Insel aufhält, kann er vielleicht noch der offiziellen Eröffnung beiwohnen und die Glückwünsche aus dem Schloss Neuwied überbringen.

Spenden sind willkommen

Die Spende des Vereinsmitglieds Martin Klein, der anlässlich seines 40. Geburtstags um Spenden bat, statt Geschenke anzunehmen, stellte eine beträchtliche Summe für die sportliche Förderung an zwei Schulen zur Verfügung. Die neue Tischtennisplatte am Anura College ist mittlerweile „der Renner“. Ein Luxus, den sich die Schule nie hätte leisten können! Der noch unbekannte Sport löst Begeisterung aus und motiviert enorm. Basket- und Volleybälle, TT- und Badmintonschläger ergänzen den Geschenkkorb, der das Angebot des Schulsports enorm aufwertet.

Berichte über die letzte Reise und Arbeit der Vorsitzenden können auf der Homepage des Freundeskreises www.tsunami-kinder-Matara.de abgerufen werden. Über Interesse, neue Mitgliedschaften und Spenden ist der Freundeskreis im Namen der betroffenen Kinder sehr dankbar.

Vorschulkinder des Anura College, die bald in den neuen Schulraum umziehen.

Vorschulkinder des Anura College, die bald in den neuen Schulraum umziehen.

Bauarbeiten an der neuen Princess-Sophie-Pre-School.

Bauarbeiten an der neuen Princess-Sophie-Pre-School.

Die neue Tischtennisplatte wird mit Begeisterung genutzt.

Die neue Tischtennisplatte wird mit Begeisterung genutzt.

Die Vorsitzenden Bernd Mertgen und Edeltrud Pinger, mit einigen der Patenkinder.Fotos: Privat

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