Allgemeine Berichte | 05.02.2026, 14:00 Uhr

Freud und Leid liegen nah beieinander - Löwin Zari musste eingeschläfert werden

Neuer Berberlöwe im Zoo Neuwied

Der 11-jährige Julius lebt nun im Zoo Neuwied.Foto: Ben Ullrich

Neuwied. Freudige und traurige Nachrichten liegen im Zoo Neuwied derzeit eng beieinander. Auf Empfehlung des EAZA Ex-situ Programms (EEP) ist bereits Mitte Januar ein neuer Berberlöwen-Kater eingezogen. Der 11-jährige „Julius“ kommt aus dem ZooParc Overloon in den Niederlanden, wo er zuletzt mit seinen drei Brüdern gewohnt hat.

Julius durfte die ersten Tage in Ruhe im Innengehege ankommen und die Tierpfleger kennenlernen. Eigentlich hätten Julius und die Löwin „Zari“ in den nächsten Wochen zusammengelassen werden sollen, um als kleines Rudel die Anlage zu bewohnen. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen.

Denn kurz nach der Ankunft des neuen Katers veränderte sich unerwartet der Gesundheitszustand der 14-jährigen Löwin. Zootierärztin Lisa Kosber erklärt: „Zari litt plötzlich unter massiver Atemnot, und trotz intensiver Diagnostik und tiermedizinischer Versorgung gab es keine Aussicht auf Besserung. Unser oberstes Ziel ist es immer, Leiden zu verhindern.“ Aus diesem Grund wurde Zari vergangene Woche leider euthanasiert. „Die Entscheidung zur Euthanasie ist uns nicht leichtgefallen, war in diesem Fall jedoch der einzig verantwortungsvolle Weg. In der pathologischen Untersuchung fand man einen besonders bösartigen Tumor in Zaris Lunge. Sie war leider unheilbar krank.“

Der Berberlöwe, auch Atlaslöwe genannt, gilt in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet in Nordafrika als ausgestorben. Er war einst in Ländern wie Marokko, Algerien und Tunesien verbreitet. Die letzten bekannten Tiere im natürlichen Lebensraum wurden Mitte des 20. Jahrhunderts gesichtet. Heute existieren nur noch wenige Nachfahren in menschlicher Obhut, die auf historische Bestände zurückgehen.

In zoologischen Einrichtungen wird der Berberlöwe daher nicht nur als besondere Löwenform präsentiert, sondern auch als Beispiel für die Folgen menschlichen Handelns auf große Beutegreifer. Lebensraumverlust, Verfolgung und fehlender Schutz führten letztlich zu seinem Verschwinden aus dem natürlichen Lebensraum.

Der Zoo Neuwied ist Teil des EEPs, das vom Zoo Wuppertal koordiniert wird. Ziel dieses Programms ist es, eine möglichst gesunde und genetisch stabile Population in menschlicher Obhut zu erhalten. Nach dem Verlust der Löwin „Zari“ wird nun gemeinsam mit den Verantwortlichen des EEP nach einer geeigneten Lösung für den weiteren Bestand und die Zukunft der Berberlöwenhaltung in Neuwied gesucht.

Die aktuellen Ereignisse zeigen eindrücklich, wie eng Freude über Neuzugänge und Trauer um den Verlust eines Tieres in der täglichen Arbeit der Zoomitarbeiter miteinander verbunden sind.

Pressemitteilung Zoo Neuwied

Die 14-jährige Zari musste aufgrund eines bösartigen Tumors eingeschläfert werden.Foto: Tobias Lehmann

Die 14-jährige Zari musste aufgrund eines bösartigen Tumors eingeschläfert werden. Foto: Tobias Lehmann Foto: Tobias Lehmann

Der 11-jährige Julius lebt nun im Zoo Neuwied. Foto: Ben Ullrich

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