Allgemeine Berichte | 18.04.2016

First Responder Bendorf

Neuer Einsatz-Rekord

Ehrenamtliche Helfer helfen Leben retten

Die Aktiven des „First Responder“ blicken auf 151 Einsätze im Jahr 2015 zurück. PS

Bendorf. Das Fahrzeug der „First Responder“ sieht man immer wieder im Straßenbild Bendorfs. In 2015 wurde ein neuer „Einsatz-Rekord“ protokolliert. Doch was steckt eigentlich hinter „First Responder“, welcher Sinn, welche Einsätze? Außerdem: Nachwuchs ist herzlich willkommen. Das Team braucht dringend Verstärkung für die Einsatzzeiten unter der Woche, wo andere arbeiten gehen.

„First Responder“ – was ist das?

Als „First Responder“ – dem also „zuerst Antwortenden“ – gehen Aktive in den Einsatz, die die Zeit zwischen dem Eintreten den Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung verkürzen sollen. Je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, umso besser der Heilungsablauf und umso kürzer ist im Durchschnitt die nachfolgend notwendige Behandlungszeit. Jede Minute, die beispielsweise bei Kammerflimmern verstreicht, lässt die Chancen auf eine erfolgreiche Genesung um zehn Prozent sinken. Durchschnittlich aber nehmen Absetzen von Notruf, Disponierung in der Rettungs-Leitstelle mit zwei Minuten berechnet wird, können bis zum Eintreffen des Rettungswagens vor Ort vierzehn Minuten ins Land gehen. Eine Reanimation könnte aber von Laien als First Responder mit einer Unterweisung in Erste Hilfe, Sanitätsdienst und gegebenenfalls vorhandener Ausbildung einer Hilfsorganisation und Ausrüstung eingeleitet werden. Durch die Verkürzung der Hilfsfrist können viele Patienten selbst nach einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vollständig genesen. Bei Unglücken und Unfällen ist der First Responder außerdem verantwortlich für eine konkretere Einschätzung der Lage am Unglücksort.

Einsätze in Bendorf und Umgebung

Wie sehr der Einsatz des „First Responders“ in Bendorf seit 2007 jährlich gestiegen ist, zeigt sich beim Blick auf die Jahre. 2007 waren es noch 27 Einsätze, 2008 schon 45 Einsätze, das verdoppelte sich ein Jahr später fast und 2015 waren die First Responder 151 Mal unterwegs: ein leidlicher neuer Rekord. Die First Responder-Gruppe Bendorf gewährleistet an 365 Tagen im Jahr eine 24-stündige Bereitschaft. Der Ruf erreichte die Aktiven in 2015 zwischen 6 und 14 Uhr 53 Mal, zwischen 14 und 17 Uhr 24 Mal, zwischen 17 und 22 Uhr 55 Mal und zwischen 22 und 6 Uhr 19 Mal. Der stärkste Einsatzmonat war der Mai mit 18 Einsätzen, gefolgt von 17 Einsätzen im März und 16 Einsätzen im Oktober.

Notfälle - schnell versorgt

Der First Responder wurde wegen folgenden Notfällen alarmiert Reanimation (6 Mal), bewusstlose Person (7 Mal), Atemnot (17 Mal), Schlaganfall (11 Mal), Herzschmerzen (16 Mal), Ohnmacht (11 Mal), Verkehrsunfall mit Verletzten (11 Mal) und Vergiftungen mit Alkohol oder Drogen (9 Mal).

Der Haupteinsatzort war dabei Bendorf (86 Mal), gefolgt von Sayn (39 Mal), Mülhofen (16 Mal), Stromberg (8 Mal), und Weitersburg (2 Mal).

Im Jahr 2007 wurde durch den Ortsverein Bendorf des Deutschen Roten Kreuz die lokale First-Responder-Gruppe ins Leben gerufen. Bei den „Helfern vor Ort“ handelt es sich um in Bendorf ansässige Mitglieder des DRK-Ortsvereins, welche bei medizinischen Notfällen zu Hilfe eilen. Sämtliche in Bendorf eingesetzten First-Responder verfügen über eine sanitäts- oder rettungsdienstliche Ausbildung und versehen diesen Dienst ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Die Arbeitsgemeinschaft Bendorfer Wirtschaft ermöglichte die Anschaffung eines eigenen Einsatzfahrzeuges.

Alarmierung: schneller Einsatz

Die Rettungsleitstelle alarmiert parallel zum Rettungsdienst die First Responder über Funkmeldeempfänger alarmiert, die jeden Notfallort in Bendorf in maximal 5 Minuten erreichen können. Sie sind keine Konkurrenz zum Rettungsdienst und sollen

diesen auch nicht ersetzen, sondern lediglich die schnellstmögliche Einleitung lebensrettender Maßnahmen sicherstellen. Mit der Anschaffung eines Defibrillator verfügen die First-Responder in Bendorf nun über eine Ausstattung, wie sie auch in einem

Krankentransportwagen mitgeführt wird. Der Einsatz der First Responder ist für den Patienten stets kostenlos und kann auch nicht über die Krankenkassen abgerechnet werden. Das First-Responder-Team freut sich natürlich auch über Spenden. -PS-

Die Aktiven des „First Responder“ blicken auf 151 Einsätze im Jahr 2015 zurück. Foto: PS

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