Seraphisches Liebeswerk Koblenz e.V.
Neues Projekt auf dem Arenberg
Koblenz. Das Seraphische Liebeswerk Koblenz e.V. bietet seit seiner Gründung im Jahr 1889 Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebenssituationen. In seinen drei Einrichtungen werden derzeit rund 450 Kinder und Jugendliche von Fachkräften im stationären, teilstationären und ambulanten Bereich der Jugendhilfe begleitet. Darüber hinaus werden übergreifend psychologische und therapeutische Hilfen angeboten.
Aufgrund der sonderpädagogischen Betreuungssituation räumen wir in der KJH Arenberg den freizeitpädagogischen Aktivitäten einen großen Stellenwert in unserer Erziehungs- und Betreuungsarbeit ein. Viele der Aktivitäten spielen sich „wie nebenbei“ im Alltag der Gruppen und Dienste ab. Es sind zunächst unspektakulär erscheinende Freizeitbeschäftigungen wie Fahrrad fahren, Ballspiele, Laufspiele und Verstecken auf dem weitläufigen Heimgelände – aber auch Kreativ- und Phantasiespiele. Gerade in der Zeit der Corona - Pandemie wurde deutlich, wie wichtig das für die rund 80 Kinder und Jugendlichen im stationären Bereich in Koblenz-Arenberg ist.
Mit den geplanten Spiel- und Freizeitflächen sind unter erlebnispädagogischen Gesichtspunkten maßgebliche Aspekte und Prinzipien sozialen Lernens verbunden. Es geht nicht um vordergründige spektakuläre Freizeitangebote im Sinne einer Erlebnis- und Spaßgesellschaft. Kinder und Jugendliche aus extrem belastenden, von Ausgrenzung und Ausbeutung gekennzeichneten Lebenswegen, sind oft nicht in der Lage oder der Verfassung, alterstypischen Entwicklungs- und Lebensaufgaben zu meistern. Daher ist es gerade für sie wichtig, reizvoller, attraktiver Angebote zu nutzen und Räume zu schaffen, um Nachzureifen und Ausdauer, Motivation, Belastungsfähigkeit und andere mehr zu erreichen. Es geht um das Motto: „Spielerisch für das Leben lernen.“ Physische Anforderungen im Bereich der Kondition richten sich auf Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer. Im psychischen Bereich sind Konzentrationsfähigkeiten und motivationale Aspekte angesprochen. Die Kinder und Jugendlichen können hier ihre Selbsteinschätzung verbessern, das Selbstbild wahrnehmen, Grenzen erkennen und akzeptieren, Verantwortung übernehmen, Abhängigkeit aushalten, Vertrauen erwerben, Rücksichtnahme erlernen und werden sensibel für ihre Umwelt. Weitere Aspekte sind den Körper fühlen, beweglich werden, ein Gefühl für die Balance bekommen, Selbstüberwindung lernen, Zuverlässigkeit erfahren und anderen vermitteln sowie(sportliche) Leistungen erbringen. Die in diesen Zielbeschreibungen liegenden Metaphern assoziieren deutlich unsere damit verbundenen intentionalen pädagogischen Grundhaltungen und Werte.
Ein gut ausgebauter Freizeitbereich gehört somit zwingend – und erst recht in Corona-Zeiten - zu einer erfolgreichen sonderpädagogischen und therapeutischen Arbeit als integraler Bestandteil einer Jugendhilfeeinrichtung.
Der geplante Kletter- und Bewegungspark im hinteren Teil des Geländes auf dem Arenberg besteht aus einer Kombination von asphaltierter Wegstrecke, naturnahen Anpflanzungen, leichten Hügeln und Aussichtspunkten, einem schluchtenähnlichen Steinaufbau, einem Wasserplatz, einer kleinen Tribüne zum Zuschauen sowie einem Pumptrack für BMX Räder. Ergänzt werden die Angebote durch verschiedene Elemente eines bodennahen Kletterparks. Das Gelände bietet zahlreiche Anregungen zum Spiel, Klettern, Zuschauen, Entspannen, Entdecken und Ausprobieren für Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren.
