Neulich am Blumenautomat
von Gregor Schürer
Neulich bin ich im Dorf spazieren und komme an unserer Gärtnerei vorbei. Davor steht seit einigen Monaten ein Automat, an dem man zu jeder Tages- und Nachtzeit, auch am Wochenende, frische Blumen ziehen kann. Da das Geschäft noch geöffnet hatte, gehe ich hinein, um einen Strauß binden zu lassen. Während mich die Verkäuferin kundig bedient, komme ich mit der Ladeninhaberin ins Gespräch.
„Läuft der Blumenautomat?“ will ich wissen. „Und wie!“ lautet die Antwort. Der vollautomatische Blumenkauf wird unerwartet stark angenommen. Schön, denn die Investition lag im fünfstelligen Bereich, da man nicht nur den Automaten selbst kaufen muss, sondern noch Stromleitungen für die Technik benötigt. Ein Dach muss darüber, die Werbung in Form von Schildern und Anzeigen nicht zu vergessen.
Interessanterweise gehen die Kunden nicht nur an den Automaten, wenn die Gärtnerei geschlossen ist. Auch tagsüber, wenn eigentlich offen ist, bevorzugen manche den anonymen Kauf bei der Maschine. Die Bezahlung mittels Karte geht schnell, es gibt keine Wartezeiten, die Sträuße sind fix und fertig gebunden.
Anhand der elektronischen Buchungen kann die Betreiberin sehen, wann gekauft wird. Morgens, mittags, abends, nachts, nicht nur am Wochenende, zu allen Zeiten und an allen Tagen wird Blumiges gekauft. Selbst am Karnevalssamstag, als bei uns der Zug ging, war der Automat abends leer, da staunte selbst die Fachfrau.
Gelegentlich kommen die Kunden herein, weil sie Schwierigkeiten bei der Bedienung haben. Aber nach ein paar Mucken im Anfangsstadium läuft der Blumenspender nun störungsfrei und lässt sich einfach gebrauchen.
Keine Ausreden mehr also für vergessene Geburts- und Hochzeitstage, Blumen gibt es bei uns immer!
