Traditionelle Gardesitzung erstmals in Feldkirchen
Neuwied: Programm der Ehrengarde ließ keine Wünsche offen
Neuwied-Feldkirchen. Im letzten Jahr hatte die Ehrengarde das Aus des Heimathaus noch zum Thema ihrer Gardesitzung gemacht. Am vergangenen Wochenende war es dann so weit: Premiere in der Aula der Landesblindenschule in Feldkirchen. Und weil nicht die gewohnte Kapazität zur Verfügung stand, feierte man einfach zweimal.
Freitagabend wurde der Saal im Format einer Gardeparty gerockt. Und das hieß: Keine Redebeiträge aber dafür viel Tanz und noch mehr Musik. Ein voller Erfolg. Tags darauf folgte die Gardesitzung im klassischen Sinne mit allem, was dazu gehört. Wieder mit Tanz und Musik aber ergänzt um humorige Vorträge und bissige Büttenreden. Und wieder einmal konnte die Ehrengarde aus dem vollen Schöpfen und das Programm weitestgehend mit eigenen Protagonisten bestreiten.
Gleich mit dem Programmpunkt eins, dem Aufritt des Piccolokorps sprang der Funke über. Der Nachwuchs ist die DNA der Ehrengarde. Viele der heute Verantwortlichen standen selbst einmal als Zwerge auf der Bühne. Ebenfalls gleich zu Beginn schauten die einzigen dem Festausschuss der Stadt Neuwied angehörigen Tollitäten vorbei. Kinderprinz Robin II. Herrscher über Creeper und Pixel vom Hüllenberg zum Aubachstrand (Krämer) und Kinderprinzessin Zoe die flinke Flosse vom närrischen Meer (Fortmann) mit ihrem Hofstaat, aus dem Hause der Karnevalsfreunde Oberbieber, eroberten die Herzen der Jecken im Sturm. Leichtes Spiel hatte ex-Präsident Markus Schröder. Die Welt spielt dieser Tage so verrückt, dass der Protokoller aus dem Vollem schöpfen konnte. Nach dem aufregenden politischen Vortrag tat der Showtanz der M&M von der KG-Ringnarren gut, wieder auf andere Gedanken zu kommen. Immerhin titelte die Showtanzgruppe: „Wünsch dir was – Tanz mit uns zu den Sternen heute Nacht“.
Der Garden Büttennachwuchs heißt Lina Krämer. „Pubertät ist, wenn die Eltern komisch werden“, drehte die Schülerin den Spieß um. So mancher Erwachsener fühlte sich von der Zinnhannes Kulturpreisträgerin 2025 „Nachwuchs“ an die eigene Jugend erinnert. Zu den Höhepunkten einer jeden Gardesitzung zählt der Auftritt der Gastgeber. Unter Kommandeur Alexander Wertgen und einstudiert von den Trainern Markus Schröder und Mareike Meenen hält der diesjährigen Gardetanz wieder einige Überraschungen bereit. In knapp zwanzig Minuten gelingt es dem Ruhrkumpel jedes Jahr, die Lokalpolitik der letzten Monate auf den Punkt zu bringen. Ordentlich einstecken musste dieses Mal besonders Oberbürgermeister Jan Einig von dem Hans-Martin Schröder vermutet, dass der ehemalige Tiefbauingenieur seine pure Freude an Baustellen hat. Überall in der Stadt, nur nicht im eigenen Wohnort Heimbach-Weis. Zwar honorierte der Ruhrkumpel den raschen Bau der neuen Stadthalle „Deichherz“. Aber wie das so mit Provisorien sei und auf das neue Hallenbad hätten die Neuwieder auch 23 Jahre warten müssen. Als Nachnutzung vom alten Heimathaus brachte Hans-Martin Schröder ein Döner Outlet ins Gespräch.
Mit der Männertanzgruppe „Bürgergarde Plaidt“ brachte die Ehrengarde etwas ganz Neues auf die Bühne. Dieser Programmpunkt stieß ebenso wie der Aufritt von Hilde Herrlich (Steffi Kugler) auf Begeisterung beim weiblichen Publikum. Unter dem Motto „Von Pilates bis Pralinen – Et Hilde is in Shape“ berichtete sie aus dem Gym. Das Fazit war eindeutig: „Mädels fühlt euch wohl, so wie ihr seid“. Etwas nostalgisch wurde es, als Busfahrer Michael Mang und Reiseleiterin Christa Faber mit dem Reservisten Chor eine musikalische Stadtrundfahrt machten. Mit Musik- und Schauspieleinlagen wurden die Besonderheiten der Stadtteile aufs Korn genommen. Das Thema der Traumtänzer Kompanie ist stets das Motto der Gardesitzung. In diesem Sinne riss die Showtanzgruppe der Ehrengarde mit „Malle im Schnee – Apres Ski Oli“ das Publikum von den Stühlen. Mit der BB Kapell ging es im Anschluss vom Strand und den Bergen wieder zurück in den rheinischen Karneval.
Die fünfköpfige Band mit ihren vier Bläsern ließ den heimischen Fastelowend hochleben und ließ dabei keinen kölschen Karnevalshit aus. Genau das Richtige, um die Stimmung der dreihundert Jecken im Saal auf die Spitze zu treiben. Das Ausweichquartier der Ehrengarde erwies sich als mehr als nur eine Notlösung. Viele der Anwesenden erinnerten sich an die Prunksitzungen des Elferrats St. Michael Feldkirchen. Deren Mitglieder übernahmen für die Ehrengarde am Samstag die Bewirtung der rund dreihundert restlos begeisterten Besucher.
FF
Mit der Bürgergarde Plaidt präsentierte die Ehrengarde den Neuwiedern etwas Neues.
Reiseleiterin Christa Faber und Busfahrer Michael Mang chauffierten das Reservistenkorps durch die Neuwieder Stadtteile.
Das kurioseste aus einem Jahr Lokalpolitik brachte Ruhrkumpel Hans-Martin Schröder in 20 Minuten auf den Punkt.
Hilde Herrlich (Steffi Kugler) berichtet aus dem Gym und hatte eine Botschaft für alle Mädels.
Bissige Büttenreden, Musik und Tanz sowie hier Humor "Schwanensee Oberbieber" bot die Gardesitzung.
Zu "Malle im Schnee - Aprés Ski Ole" rockte die Traumtänzer Kompanie die Narhalla.
