Allgemeine Berichte | 17.02.2025

Hospiz-Verein-Rhein-Ahr und SAPV öffnen die Pforten ihres neuen Domizils im „Haus Dr. Höver“ - Informationen, Erlebnisse und Begegnungen auf drei Etagen

Nicht nur Büro, sondern Begegnungsstätte

Die Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny informiert einige der zahlreichen Besucher und Besucherinnen. Foto: Hospiz-Verein Rhein-Ahr/Andrea Simons

Kreis Ahrweiler. Nicht nur die Haustür öffnete sich. Türen auf allen drei Etagen der ehemaligen Praxis „Dr. Höver“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler gewährten Einlass beim Tag der offenen Tür an der Georg-Kreuzberg-Straße 7. Direkt an der Ahr gegenüber des Kurparks haben der Hospiz-Verein Rhein-Ahr und die „Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)“ nun einen gemeinsamen neuen Sitz gefunden.

Beide Institutionen haben sich der ambulanten Hospiz- und Palliativarbeit im Kreis Ahrweiler verschrieben haben: Der Hospiz-Verein mit seinen vier hauptamtlichen Fachkräften und 75 ehrenamtlichen Hospizbegleitungen und die SAPV mit ihrem professionellen Team aus Palliativ-Ärzten und -Krankenpflegekräften, die zu Schwerstkranken mit begrenzter Lebenserwartung und in schwierigen medizinischen Situationen nach Hause kommen. Oft arbeiten die beiden aufsuchenden Dienste ergänzend zusammen, um Schwerkranken größtmögliche Lebensqualität bis zuletzt in vertrauter Umgebung zu ermöglichen. „Es macht Sinn, dass wir hier unter einem Dach vereint sind, denn es gibt Synergieeffekte“, erklärt die Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny, und stellte klar: „Das Haus ist mehr als Büros, Besprechungs- und Beratungsräume - es ist eine Begegnungsstätte.“ Schließlich versteht sich der Hospiz-Verein Rhein-Ahr als Bürgerbewegung und Einrichtung von Bürgern für alle Bürger im Kreis Ahrweiler. Umso begrüßenswerter, dass das neue Domizil so zentral liegt und dass es so viele Neugierige es zum Tag der offenen Tür bevölkerten.

„Einfach mal gucken“, wollten Gertrud und Dieter Schomisch, deren erster Besuch überhaupt es beim Hospiz-Verein war, „aber mit dem Thema beschäftigen wir uns schon länger. Zudem macht eine Freundin von uns jetzt auch eine Ausbildung in Sterbebegleitung.“ Ebenfalls gezielt gekommen waren zwei 69 und 73 Jahre alte Freundinnen aus Ahrweiler. „Mein Bruder hat die letzten fünf Tage seines Lebens im stationären Hospiz verbracht, und die Betreuung da war einfach toll“, sagte die eine: „Da werden Angehörige entlastet, und die Patienten müssen keine Schmerzen haben.“ Die andere hatte sich vorgenommen, ihre Patientenverfügung nochmal zu überprüfen, weil sie es „alleine schwierig“ fand, eine solche zu erstellen. Und beide Frauen erklärten: „Über die ‚Letzte Hilfe‘ haben wir einen Prospekt mitgenommen.“

In fast jedem Raum gab es ein anderes Thema zu entdecken. Unweit des Eingangs war das Büro von Vereinssekretärin Sabine Häring Anlaufstelle für viele Besucher, die sich mit Informationsmaterial eindeckten. In einem Nachbarraum erklärte Heide Brumhard, ärztliche Leiterin der SAPV, Fragenden immer wieder, wie die SAPV funktioniert, wer anspruchsberechtigt ist und dass die Patienten keine Kosten dafür tragen müssen. Sowohl zur SAPV als auch zum stationären Hospiz hatte Gabriele Ruggera Antworten parat. Als Hospizleiterin und Geschäftsführerin sowohl der Hospiz im Ahrtal gGmbh als auch der SAPV hat sie nun ein Büro im Hospiz an der Dorotheenstraße und ein Büro an der Georg-Kreuzberg-Straße.

Das Team der „Letzten Hilfe“-Kurse des Hospiz-Vereins zeigte einen kurzen Zeichentrickfilm, der anschaulich aufbereitete, worum es dabei geht. Der Allgemeinmediziner Andreas Reuther, seit seinem Ruhestand beim Hospiz-Verein engagiert, informierte in einem anderen Raum über Vorsorge- und Verfügungsmöglicheiten fürs Alter. Vorstandsmitglied Elisabeth Sous-Braun brachte Interessierten ethische Fragen näher. Und Vorstandsmitglied Berta Bauer stellte die zahlreichen Trauerangebote des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr vor. Als langjähriges Mitglied erinnerte sie sich noch an die Anfänge der Trauerangebote des Hospiz-Vereins Rhein-Ahr: zunächst in einem Raum auf der Palliativstation des Krankenhauses Remagen, dann im Evangelischen Gemeindehaus und im Seniorenheim Sankt Maria-Josef.

Die „erste richtige Heimat“ fand der Verein mit seinen Angeboten an der Bad Neuenahrer Kreuzstraße. Das Haus wurde durch die Flut 2021 zerstört. Nach einer zwischenzeitlichen Bleibe im Container bezog der Vereine Räume im „Hotel zum Weinberg“, vis à vis mit der SAPV. Nun freuen sich beide, im Haus Dr. Höver zusammen genug Platz für ihre vielfältigen Aufgaben und Aktivitäten und für viele Begegnungen, Besucher und Ratsuchende zu haben. Das 100 Jahre alte Gebäude mit Geschichte nun auch ein Haus für Menschen mit besonderen Geschichten.

Aufgetan hat das Mietobjekt „zu guten Konditionen“ Vorstandsmitglied Monika Lessenich. Angetan von der großen Resonanz beim „Tag der offenen Tür“ sagte sie: „Ich habe das Gefühl, es passiert das, was wir uns gewünscht haben: Die Menschen nehmen es als ihr Haus an.“ Trotz des Umzugs Mitte Dezember musste kein Patient oder Betreuter auf die SAPV oder die Begleitung durch den Hospiz-Verein verzichten.

Unter anderem mit dem eigenen Hospiz-Wein des Hospiz-Vereins stießen die Besucher gemeinsam mit Vereins- und SAPV-Zugehörigen zu Livemusik von Pianist Tommy Geller auf das neue Domizil an. Und im großen Begegnungsraum sorgte die Premiere des neuen Films über das Ehrenamt im Hospiz-Verein Rhein-Ahr für Erhellung und viel Zustimmung. Darin erzählen Ehrenamtliche über ihre Tätigkeit und die Beweggründe, sich im und für den Verein zu engagieren. Der Film ist auch im Internet zu finden unter: https://youtu.be/hv-qyeoA8ks.

Pressemitteilung des

Hospiz-Verein Rhein-Ahr

Die Vereinsvorsitzende Ulrike Dobrowolny informiert einige der zahlreichen Besucher und Besucherinnen. Foto: Hospiz-Verein Rhein-Ahr/Andrea Simons

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