Allgemeine Berichte | 05.12.2016

Drei der vier karpatischen Wasserbüffel in den Thürer Wiesen haben ihren Nachwuchs zur Welt gebracht

Nur Whity lässt noch auf sich warten

Als dieses Foto entstand, war Lunas Kalb gerade mal sechs Stunden alt.SK/Manfred Berresheim

Thür. Aller guten Dinge sind (vorerst) drei oder drei auf einen Streich - Redewendungen und Sprichwörter lassen sich momentan im Feuchtbiotop Thürer Wiesen zu Genüge anwenden. Mittlerweile haben drei der vier karpatischen Wasserbüffelkühe, die vom NABU-Landesverband Rheinland-Pfalz dort angesiedelt wurden, ihren Nachwuchs zur Welt gebracht. Nur Whity lässt sich noch Zeit, bei ihr kann es noch gut zwei Wochen dauern. „Anhand der Entwicklung des Euters schätze ich mal, dass es durchaus Mitte Dezember werden kann“, erklärt der 69-jährige Landwirt Manfred Berresheim, der das Projekt der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz zusammen mit Landwirt Olaf Berresheim und Herbert Stern (NABU Mayen) betreut.

Am Freitag, 11. November, brachte zunächst Ella ihr Kalb zur Welt. Es trägt mittlerweile den Namen Martina, das (weibliche) Geschlecht steht fest, da die Ohrmarke gesetzt worden ist. Dabei wurden zunächst die Kühe im Fangstand von ihren Kälbern getrennt. EU-Richtlinien sehen zwar vor, dass dies nach drei oder vier Tagen passieren muss, doch das war in Thür nicht zu realisieren. „Die Prägungszeit ist sehr wichtig für die Tiere“, verdeutlicht Manfred Berresheim. „Wir wollten ihren gewohnten Rhythmus nicht stören und sie nicht verunsichern.“

Nur drei Tage später, am Montag, 14. November, gebar Leitkuh Moni ihr Kalb Eddie, ein Bulle. Am Freitag, 18. November, folgte ihr gegen 9 Uhr Luna, die wie zu Beginn Ella ein weibliches Kalb zur Welt brachte und das einen afrikanischen Namen tragen soll. Drei Geburten in einer Woche, da wurden die Landwirte mächtig auf Trab gehalten. Die Kälber werden nun in den nächsten acht Monaten von den Mutterkühen gestillt, 14 Tage nach ihrer Geburt haben sie die ersten Grashalme gefressen, um die Darmflora in Gang zu bringen. Auf die Äpfel aus dem Kottenheimer Wingert, mit denen die Mutterkühe angefüttert werden, müssen sie vorerst noch verzichten.

Die Kälber wogen bei ihrer Geburt knapp 30 Kilogramm und waren 50 Zentimeter groß, nach einer halben Stunde mussten sie stehen können. Nun muss sich nur noch Whity ein Beispiel an Ella, Moni und Luna nehmen, dann ist das Glück in den Thürer Wiesen komplett.

Das Projekt, das von der Stiftung für Natur und Umwelt im Landkreis Mayen-Koblenz betreut wird, hat sich also gut angelassen. „Es war ein Glücksfall für uns, dass wir die vier Wasserbüffel durch die NABU Agrar und Umwelt GmbH unentgeltlich zur Verfügung gestellt bekommen haben“, freut sich Tanja Stromberg, Geschäftsstellenleiterin der Stiftung. „Wir hoffen, dass wir künftig auf teure maschinelle Maßnahmen verzichten können. Unser Ziel ist es, dass Gebiet in Teilen offenzuhalten, um ein großflächiges Mosaik an kleineren Biotopen zu schaffen.“

15 Hektar groß

Die Stiftung plant auf einer Fläche von 15 Hektar, die sie von den Eigentümern (Verbandsgemeinde Mendig, Ortsgemeinde Thür, NABU) für die Dauer von 30 Jahren zur Verfügung gestellt bekommen hat, Aufwertungsmaßnahmen und bietet diese Flächen Dritten als mögliche vorgezogene Kompensationsmaßnahme im Rahmen der Ökokontoregelung an. „Was mich an dem Projekt neben den tollen Tieren sehr überrascht hat, ist der Umstand, dass auch die Öffentlichkeit großes Interesse und Freude hat. Viele kommen regelmäßig in die Thürer Wiesen, um nach ihren Wasserbüffeln zu schauen“, so Stromberg.

Auf den Wegen bleiben

Hierbei sei es jedoch wichtig, auf dem öffentlichen Weg zu bleiben und nicht die angrenzenden Ackerflächen zu betreten. Durch das Betreten der Felder können für die Landwirtschaft erhebliche Schäden entstehen, was verständlicherweise zu Unmut der Betroffenen führt. „Auch wenn es sehr schade ist, bei einem Besuch in den Thürer Wiesen die kleine Herde mal nicht zu Gesicht zu bekommen, bitte ich darum, nur auf dem öffentlichen Weg zu bleiben und das Eigentum anderer zu respektieren“, appelliert Stromberg. „Ich bin sicher: Die aufgebrachte Geduld und Nachsicht werden belohnt.“

Das Kalb der Leitkuh Moni ist durch den weißen Fleck auf der Stirn gut zu erkennen. Außerdem weist es eine weiße Schwanzquaste auf.

Das Kalb der Leitkuh Moni ist durch den weißen Fleck auf der Stirn gut zu erkennen. Außerdem weist es eine weiße Schwanzquaste auf.

Lunas Kalb erblickte am Freitag, 18. November, das Licht der Welt.

Lunas Kalb erblickte am Freitag, 18. November, das Licht der Welt.

Als dieses Foto entstand, war Lunas Kalb gerade mal sechs Stunden alt.Fotos: SK/Manfred Berresheim

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