Katholische Kirchengemeinde Sankt Martin Rheinbach
Oberdreeser Pfarrausschuss tritt komplett zurück
Entscheidung des Pastoralteams und des Pfarrgemeinderates, nur noch in den drei Schulstandorten Kommunionsfeiern auszurichten, stößt auf Widerstand
Rheinbach. Die katholische Kirchengemeinde Sankt Martin Rheinbach will die Kinderkommunion im kommenden Jahr neu organisieren. 2017 sollen nur noch in den drei Pfarreien Kommunionsfeiern stattfinden, die Schulstandorte sind, also in Rheinbach, Flerzheim und Merzbach. Während die meisten Orte diese Entscheidung, die der Pfarrgemeinderat mit großer Mehrheit getroffen hatte, anstandslos akzeptierten, regte sich in Oberdrees und Niederdrees erbitterter Widerstand. Die dortigen Pfarrausschussvorsitzenden Hermann Hünnekens und Peter Seidel wollten erreichen, dass zumindest in Oberdrees doch noch eine Kinderkommunion durchgeführt werde. Doch der Pfarrgemeinderat bleibt bei seiner Entscheidung, was dazu führte, dass zunächst die beiden Vorsitzenden und danach der komplette Pfarrausschuss von Oberdrees/Niederdrees seinen Rücktritt erklärte.
319 Unterschriften an den Pfarrgemeinderat übergeben
Unterstützung hatten Hünnekens und Seidel von den Eltern der sieben Kommunionkinder, die eine Unterschriftenaktion starteten und immerhin 319 Unterschriften für eine weitere Kinderkommunion in der Pfarrkirche Sankt Ägidius in Oberdrees an den Pfarrgemeinderat überreichten. Dennoch blieb das Pastoralteam und der Pfarrgemeinderat bei ihrer Entscheidung, 2017 probeweise die Kinderkommunion nur noch in den drei Schulstandorten auszurichten: am Samstag, 22. April, und am Weißen Sonntag, 23. April in der Pfarrkirche St. Martin in Rheinbach; am darauffolgenden Sonntag, 30. April, in Merzbach und am Sonntag, 7. Mai, in Flerzheim. In der Pfarrgemeinderats-Sitzung sei deutlich geworden, dass ein konstruktives Miteinander „auf Augenhöhe“ nicht möglich sei, bedauert Hünnekens. Auch seien seine konstruktiven Vorschläge zur Durchführung der Kinderkommunion in Oberdrees mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt oder erst gar nicht beantwortet worden.
Pfarrer Bernhard Dobelke wolle demnach seine Ideen auf Gedeih und Verderb durchsetzen, gleichgültig welche Traditionen er dadurch zerstöre und wie viele Gläubige damit verprellt würden. „Diese Entscheidungen des Pastoralteams nach Gutsherrenart sind nicht mehr zeitgemäß und entsprechen in keiner Weise einer kooperativen Zusammenarbeit auf Augenhöhe und damit nicht den kirchlichen Regularien“, machten Hünnekens und Seidel in einer Erklärung zum Rücktritt deutlich, die an die Oberdreeser und Niederdreeser Gemeindemitglieder verteilt wurde. Das sei unvereinbar mit ihrem Verständnis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit.
Nicht im Einklang mit Papst Franziskus
Die Vorgehensweise des Pfarrers und seines Pastoralteams stehe im Übrigen auch nicht im Einklang mit dem von Papst Franziskus geforderten Diensten seiner Amtsbrüder an den Gemeinden. „Dieser Amtskirche, die im Mittelalter stehen geblieben ist, möchten wir daher nicht weiter dienen“, so Seidel und Hünnekens in ihrer Rücktrittserklärung. Einem kirchlichen Ehrenamt, wie sie es seit vielen Jahren aus Überzeugung und mit Herzblut ausgeübt hätten, sollte einfach mehr Respekt entgegengebracht werden, finden sie.
Pfarrer Dobelke kann darüber nur den Kopf schütteln. Manche Leute schauten nur auf das eigene Dorf, übersähen aber, dass die Rheinbacher Kirchengemeinde aus fast einem Dutzend Ortschaften mit Kirchen und Kapellen bestehe: „Wenn wir für ein Dorf eine Ausnahme machen, steht am nächsten Tag gleich die nächste Pfarrei vor der Tür.“ Er plädierte dafür, „die Kirche im Dorf zu lassen“ und den eingeschlagenen Weg einmal auszuprobieren. Ob das dann die endgültige Lösung sei, wisse er auch nicht, das müsse man abwarten. Derzeit sehe er jedoch keine andere Lösung, die für die ganze Pfarrgemeinde tragbar wäre.
Deutliche Mehrheit für den neuen Weg
In den vergangenen Jahren habe man die Erfahrung gemacht, dass durch die Vielzahl der Kommunionsfeiern diese nicht so feierlich gestaltet und erinnerungswürdig gefeiert werden konnten, wie es das Pastoralteam für angemessen und zeitgemäß ansehe. Das sei auch mit dem Liturgieausschuss und den Katecheten so besprochen und befürwortet und mehrfach im Pfarrgemeinderat und in den Pfarrausschüssen beraten worden. Am Ende habe es eine deutliche Mehrheit für diesen neuen Weg gegeben.
Abgesehen davon gebe es heute auch nicht mehr so viele Geistliche wie vielleicht noch vor zehn Jahren, heute müsse man mit sehr viel weniger Personal in einer großen Pfarrei sinnvoll arbeiten. Mittlerweile seien auch alle Gruppen bereits gebildet, und die Vorbereitungen hätten überall begonnen, so dass es jetzt für eine Umorganisation zu spät sei.
Unterschiedliche Meinungen zum Thema
Zum Schluss machte Dobelke darauf aufmerksam, dass es in Oberdrees und Niederdrees durchaus unterschiedliche Meinungen zu dem Thema gebe. Nach seiner Kenntnis seien die restlichen Mitglieder des Pfarrausschusses nicht aus Protest gegen die Entscheidung des Pfarrgemeinderates zurückgetreten, sondern weil sie die Vorgehensweise der beiden Vorsitzenden in Sachen Erstkommunion gegenüber dem Pastoralteam und dem Pfarrgemeinderat als ungehörig angesehen hätten und nicht bereit seien, dies mitzutragen. Mit der Wahl des neuen Pfarrgemeinderates im kommenden Jahr werde es auch in Ober- und Niederdrees wieder einen Pfarrausschuss geben, versprach Dobelke.
JOST
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