Allgemeine Berichte | 03.03.2026

Ökologische Gedanken zu Hochwasserrückhaltebecken im Einzugsbereich der Ahr

BUND an der Ahr in Insul nach der Flut im August 2021, v.l. Sabine Yacoub, Mainz; Egbert Bialk Koblenz und Andreas Owald, Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Kreis Ahrweiler. Die Katastrophenflut von 2021 im Einzugsgebiet der Ahr hatte den schmerzlichen Verlust von vielen Menschenleben und hohe materielle Schäden zur Folge.

Die Hoffnung von verantwortlichen Politikern, von Wasserbauingenieuren und von vielen Menschen zur Verhinderung einer weiteren Katastrophe dieser Art liegt seither auf den angedachten 17 Hochwasserrückhaltebecken, von denen vorrangig vier in der aktuellen Planung sind.

Bei den gewaltigen Dimensionen der angestrebten Bauwerke kommen Natur- und Umweltverbände gemäß ihrem Selbstverständnis nicht ohne kritische Fragestellungen aus.

Die BUND-Kreisgruppe Ahrweiler hatte Ende Februar zu einem BUND-internen Expertengespräch ins Dom-Café in Ahrweiler eingeladen. Referent war der Diplomgeograph Raimund Schüller aus Rheinbach vom Büro für Auen- und Gewässerentwicklung (AuGe), das seit vielen Jahren freiberuflich private und staatliche Aufträge zum Thema „Fließgewässer“ bearbeitet.

Eine historische Betrachtung des Ökosystems „Bach, Fluss und Aue mit seinen Bewohnern“ zeigt, dass es wald-geprägt war und auch noch ist. Kleine Gewässer bewegen sich von den oft bewaldeten höheren Lagen zu den Niederungen und natürlicherweise immer begleitet von Pflanzenbewuchs (Wälder, einzelne Baumgruppen und Bäume, Büsche sowie Sträucher), der Lebensraum einer hohen Vielfalt von Tieren und weiteren Pflanzen. In der Summe eine Naturlandschaft mit einem extrem hohen Potenzial an Rückhaltefähigkeit für stärkste Niederschläge.

Der Mensch begann schon vor über 1000 Jahren, dieses hervorragende System für Besiedlung, Verkehr und sonstige Bewirtschaftung zu verändern und letztlich zu zerstören. Und: Wir sind weiterhin dabei, eine der Ursachen für starke und schnell steigende Hochwasser zu schaffen, nämlich die fortschreitende Versiegelung!

Für Schüller sind der Bau von Hochwasserrückhaltebecken im Einzugsbereich der Ahr und im vorgesehenen Maße weitgehend Bekämpfung der Symptome, nicht der Ursachen, nämlich der mangelnden Versickerung im Wald und auf Flächen in der Landwirtschaft. Zumal die angedachten Bauwerke das zweite große Problem, die häufiger drohenden Gefahren von ausgedehnten Trockenzeiten, nicht lösen können.

Winfried Sander vom BUND moniert als Geograph, dass die Anlage von größeren Auenwäldern zumindest an den Stellen im Bereich der Oberahr (etwa am Trierbach), wo Flächen zur Verfügung stünden, bisher nicht ernsthaft öffentlich angegangen worden sind. Damit könnten nach seiner Auffassung zumindest die gewaltigen Dimensionen der angedachten Bauwerke reduziert werden - und damit auch die zu erwartenden Eingriffe in Natur und Landschaft und ihre notwendigen Ausgleichsmaßnahmen sowie die entstehenden sozial-ökonomischen Folgen für die Menschen. „Wichtig wäre außerdem, dass in der aktuellen Diskussion neben den Wasserthemen auch die Themen Boden- und Flächenschutz bzw. die Bedeutung des Waldes im Kontext von Starkregen- und Hochwasserprävention stärker mitgedacht werden“, ist das Sprechertrio der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler, Stefani Jürries, Sabine Lembke und Simon Lang, überzeugt. Der BUND wird an dem Thema weiterhin engagiert und couragiert dranbleiben.

Pressemitteilung BUND-Kreisgruppe Ahrweiler

BUND an der Ahr in Insul nach der Flut im August 2021, v.l. Sabine Yacoub, Mainz; Egbert Bialk Koblenz und Andreas Owald, Bad Neuenahr-Ahrweiler. Foto: BUND-Kreisgruppe Ahrweiler

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Dauerauftrag
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Dauerauftrag 2026
Blumen Meyer Neueröffnung
Brunchanzeige
Titelanzeige
Kirmes Polch
Empfohlene Artikel
Maria Ginzler. Foto: privat
742

Region. Nach kurzer Krankheit starb Maria Ginzler im Alter von 97 Jahren am Samstag, 11. April im Krankenhaus Mayen. Durch ihren ehrenamtlichen Einsatz hat sich die gebürtige Heimersheimerin im Kreisgebiet und darüber hinaus verdient gemacht.

Weiterlesen

Die Kreisverwaltung in Ahrweiler.  Foto: ROB
1549

Kreis Ahrweiler. Fast fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 steht der Katastrophenschutz im Kreis Ahrweiler weiterhin unter erheblichem politischen Druck. Die Fraktionen von CDU, SPD und FDP im Kreistag kritisierten im Oktober 2025, dass ein vollständiges Katastrophenschutzkonzept sowie verbindliche Alarm- und Einsatzpläne noch immer nicht vorliegen. Und dies trotz entsprechender Beschlüsse, zusätzlicher personeller Ressourcen und externer Gutachten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Helfermannschaft mit dem neuen Spielhaus auf dem Hof der KiTa Immendorf. Foto: SCH
124

Verein Abenteuer Helfen e.V. erledigte einige Renovierungsarbeiten im Kindergarten St. Christophorus Immendorf und baute für die Kinder eine neue Spielhütte auf

Freizeit ist Helferzeit

Koblenz-Immendorf. Der Verein Abenteuer Helfen e.V. hat sich zur Aufgabe gestellt, mit kleinen und großen Aktionen zum Beispiel Kindertagesstätten, Jugendzentren, Tierheimen und Gnadenbrothöfen praktische Hilfe zu leisten. Hierbei ist das Ziel, organisatorische und handwerkliche Probleme für soziale Einrichtungen zu lösen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
89

Nach mehreren Fällen von getöteten, verletzten oder verschwundenen Tieren liefert DNA-Untersuchung Klarheit

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied: Mehrere Wolfsangriffe bestätigt

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Am Mittwoch, dem 18.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit 3 toten, 2 verletzten und 1 verschwundenen Schafen aus dem Gemeindegebiet Mammelzen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (Kreis Altenkirchen) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.

Weiterlesen

Das Feuer in einer Kleingartenanlage konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Königswinter
40

Rauchsäule wies den Feuerwehrleuten den Weg zum Einsatzort

17.04.: Feuer in Kleingartenanlage: Hütte stand in Vollbrand

Königswinter. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Freitagabend den Weg zu einer brennenden Gartenhütte in Oberdollendorf. Das Feuer in einer Kleingartenanlage am Reihbäumer Weg konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht und eine Ausdehnung auf Vegetation und andere Hütten in der Umgebung verhindert werden.

Weiterlesen

Imageanzeige
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Kirmes Polch 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Heizölanzeige
Schulhausmeister
Kirmes Polch
Anzeige Uhren Vintage
Kirmes Löhndorf
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim