Robert-Koch-Realschule in Linz freut sich über Auszeichnungen
Offizielle Ernennung zur „Fairtrade-School“
Die Projektgruppe „FaiRKS“ holte auch den „ACT! Eine-Welt-Schulpreis Rheinland-Pfalz 2016 an den Rhein
Linz. Hochbetrieb herrschte kurz vor den Weihnachtsferien im Foyer der Linzer Robert-Koch-Realschule plus (RKS) am Rosengarten. Versammelt hatten sich dort nicht nur die Schüler und Lehrer beider Standorte. Zu einer kleinen Feierstunde begrüßen konnte Rektor Heinz-Jörg Dähler neben Landrat Rainer Kaul als dem Vertreter des Schulträgers auch den Bundestagsabgeordneten Erwin Rüddel, die Landtagsabgeordnete Ellen Demuth, Stadtbürgermeister Hans Georg Faust, Ralf Groß von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, Priska Dreher von der Kreisverwaltung sowie als Vertreter der Schulfamilie Monika Hombeul vom Schulelternbeirat und Helmut Anheuser vom RKRS-Förderverein.
Willkommen heißen konnte der Schulleiter zudem Marc Ziebold vom Mainzer Bildungsministerium und Svenja Enke vom Verein „Entwicklungspolitisches Landesnetzwerk“ (ELAN). Diese waren nicht nur nach Linz gekommen, um der Projektgruppe „FaiRKS“, die von der Lehrerin für Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Fachoberstufen-Koordinatorin Bianca Becker ins Leben gerufen worden war, die Ernennungsurkunde zur „Fairtrade-School“ zu überreichen. Mit ihrem Projekt hatten Lars Bornheim, Jan Büttenbach, Maurice Diehl, Eric Gulden, Robin Piestert, Felix Raffel und Til Schulze auch den „ACT! Eine-Welt-Schulpreis Rheinland-Pfalz 2016 von ELAN gewonnen. Über diese Auszeichnung für das beste entwicklungspolitische Engagement einer rheinland-pfälzischen Schule freute sich nicht zuletzt Hans-Joachim Schmitz, der Vorsitzende des Weltladens Linz/Rhein, dessen Verein, vertreten vor allem durch Jutta Dietrich, die sieben Aktivisten als Kooperationspartner für ihr Projekt „Fair trade – Fairer Handel in der Welt(wirtschaft) und in der Robert-Koch-Schule“ gewonnen hatten.
Mit Logo und Flyer Aufmerksamkeit erzielt
„Wir wollten erreichen, dass an unserer Schule fair gehandelte Produkte verkauft und auch im Unterricht genutzt werden“, so Eric Gulden. Um auf ihre Idee aufmerksam zu machen und einen Wiedererkennungswert zu haben, habe sich die Gruppe zunächst den Namen „FaiRKS“ zugelegt, für den sie auch ein Logo erstellt und einen Flyer entworfen hat. Dann ging es darum, die fünf Kriterien zu erfüllen, die für die Auszeichnung als Fairtrade-School Voraussetzung sind. „Eines ist eine Schulaktion, was wir mit unserem Informationsstand beim RKS-Projekttag Mitte Juli umgesetzt haben“, so Maurice Diehl. Unter dem Motto „Wo Informationen fehlen, wachsen die Gerüchte“ klärte die Gruppe über den fairen Handel auf, seine Vorteile und mögliche Gefahren, wobei ihr der Linzer Weltladen auf Kommission fair gehandelte Produkte zur Verfügung stellte. Und die waren in kürzester Zeit ausverkauft.
Unterstützung durch die Schulhausmeister
„Nach den Sommerferien haben wir dann eine Mail mit der Ausschreibung zum ‚ACT!-Eine-Welt-Schulpreis Rheinland-Pfalz‘ bekommen“, erinnerte sich Eric Gulden. Entsprechend habe die Gruppe nicht nur im Sinne der Nachhaltigkeit die Auszeichnung als Fairtrade-School angestrebt, sondern sich auch an der Ausschreibung des landesweiten Schulpreises beteiligt, ergänzte Bianca Becker. Dabei habe „FaiRKS“ vor allem auf die Kooperation mit dem Weltladen hingewiesen, durch die das Kriterium „Schulkompass“ abgedeckt wird. Natürlich hatte die Gruppe auch darauf hingewiesen, dass sie in den Schulhausmeistern Klemens Ehrenberg und Percy Reimann Unterstützer gefunden habe, die im Schulkiosk mit Pfefferminzrollen und Neapolitaner Waffeln fair gehandelte Produkte verkauften. Außerdem würden Fair-Trade-Themen von Fachlehrern im Unterricht behandelt, etwa in der neunten Klasse in Religion und in der zwölften Klasse, wenn es um Gesundheit und Ernährung geht, und der Schulelternbeirat kaufe seine Geschenke anlässlich von Schulfeiern, wie zur Verabschiedung von Lehrern in den Ruhestand, im Linzer Weltladen.
„Anfang November haben wir dann von Frau Enke erfahren, dass wir den Schulpreis gewonnen haben. Deshalb können wir uns ‚Rheinland-Pfalz-Sieger‘ nennen und darüber hinaus auch noch ab heute Fairtrade-School“, freuten sich die „RKS-Fair-Trade-Aktivisten“ der ersten Stunde. Die werden längst nicht nur von den Hausmeistern, den Lehrern und den Elternvertretern unterstützt. Auch etliche ihrer Mitschüler haben sie für das Thema gewonnen.
Fair Trade soll noch stärker in den Fokus rücken
Und auf deren tatkräftige Hilfe werden sie auch angewiesen sein, haben sie sich doch Einiges für die Zukunft ausgedacht. So sollen nicht nur bei künftigen Projekttagen, sondern auch bei Veranstaltungen außerhalb des Unterrichts wie Sportfesten, Klassenabschiedspartys oder am Valentinstag Fair-Trade-Themen in den Vordergrund gestellt und Produkte aus fairem Handel zur Verpflegung verwendet werden. Faire Produkte sollen als Zutaten auch bei dem Kuchen eingesetzt werden, der wöchentlich in der Aula verkauft wird, „und wir werden natürlich auch am Tag der offenen Tür eine breitere Öffentlichkeit für das Thema ‚Fair Trade‘ sensibilisieren und selbstverständlich auch unseren Kooperationspartner während der zukünftigen ‚fairen Woche‘ aktiv unterstützen“, versicherte „FaiRKS“ Enke und Ziebold. DL
