Höhepunkt der Feierlichkeiten „60 Jahre St. Martins-Chor Bad Ems“
Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy
Bad Ems. Am Sonntag, 20. November, um 16.30 Uhr, wird in St. Martin, Bad Ems das Oratorium „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zu hören sein. Unter der Leitung von Lutz Brenner musizieren der St. Martins-Chor, Bad Ems, das Heidelberger Kantatenorchester und die Solisten Franziska Bobe (Stuttgart), Sopran, Cornelia Diebschlag (Leipzig), Alt, Markus Schäfer (Hannover), Tenor und Thomas Berau (Mannheim), Bass.
Das Konzert ist der Höhepunkt der Feierlichkeiten „60 Jahre St. Martins-Chor, Bad Ems“. Karten können ab sofort im Vorverkauf in der Buchhandlung Adam (Römerstraße 51) erworben werden. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.
Ein Meilenstein des kompositorischen Schaffens
Mendelssohns „Elias“ gilt als Meilenstein in seinem kompositorischen Schaffen und als Höhepunkt der Oratorienliteratur des 19. Jahrhunderts. Sein zweites großes Oratorium – nach dem Paulus - entstand nur ein Jahr vor seinem frühen Tod und ist ein Werk von packender Dramatik und gleichzeitig von großer Innigkeit und Gottvertrauen, wie diese im 19. Jahrhundert nicht mehr selbstverständlich waren.
Den dramatischen Text aus dem Alten Testament setzte Mendelssohn mit einer Vielzahl an musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten um und gestaltete ein biblisches Drama, das das Geschehen durch Psalmworte und Abschnitte aus den Prophetenbüchern kommentierte.
Nicht zuletzt wegen des berührenden Engel-Terzetts „Hebe Deine Augen auf“ und des Doppelquartetts „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ hat sich Mendelssohns „Elias“ zu einem der beim Publikum beliebtesten Oratorien entwickelt.
Nachfolgend einige Informationen zu den beteiligten Ensembles und Personen:
St. Martins-Chor Bad Ems
1956 wurde von Pfarrer August König und seinem damaligen Kaplan Hans Bernhard eine Knabenschola gegründet. Der erste hauptamtliche Kirchenmusiker in Bad Ems, Peter Kempin, gründete 1959 eine Männerschola, die zunächst unabhängig von der Knabenschola arbeitete. 1963 führte der neue Kirchenmusiker Bernhard Weck Männer- und Knabenschola zusammen, um mehrstimmige Gesänge zu erarbeiten. 1965 trat dieser Chor dann erstmals unter dem Namen St. Martins-Chorknaben auf. Bernhard Weck führte den Chor schnell zu Höchstleistungen, worauf sein Nachfolger, Theo Schäfer, ab 1969 aufbauen konnte. Von 1998 bis 2002 leitete Harald Schmitt die kirchenmusikalischen Geschicke an St. Martin, seit 2004 liegen sie in den Händen von Lutz Brenner.
Aus ehemals zwei verschiedenen Chören (Knaben und Mädchen) ist seit 1985 eine große Chorgemeinschaft geworden, die sich altersspezifisch in verschiedene Gruppen gliedert: Für die Jüngsten stehen die Martins-Spatzen (ab fünf Jahren) offen, für Knaben und Mädchen ab zehn Jahren gibt es den Vorbereitungschor. Hier erhalten die Kinder eine fundierte grundlegende musikalische Ausbildung. Nach einem Jahr Vorbereitungszeit wechseln sie in den Aufbauchor, der bei vielen Auftritten bereits mit dem Hauptchor zusammenwirkt. Der Hauptchor zählt zurzeit ca. 70 Sängerinnen und Sänger, im Vorbereitungschor singen derzeit 21 Kinder und Jugendliche. Ergänzend zu diesen Chorgruppen gibt es für Kinder im Kindergartenalter das Angebot der „Musikalischen Früherziehung“. Hier singen in drei Gruppen zurzeit etwa 25 Kinder.
Konzertreisen führten den Chor in den letzen Jahren unter anderem nach Loreto, Wien, Budapest, Berlin und Rom, wo der Chor an Silvester 2006 im Petersdom vor Papst Benedikt XVI. sang. Im Herbst 2011 war Prag das Ziel einer fünftägigen Konzertreise.
Zentrale Aufgabe der Chöre ist die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der kath. Pfarrkirche St. Martin. Hierfür kommen die Kinder und Jugendlichen zu kontinuierlichen Proben, die teilweise zweimal in der Woche stattfinden, zusammen.
Heidelberger Kantatenorchester
Das Heidelberger Kantatenorchester hat seine Wurzeln an der Evangelischen Stadtkirche Wiesloch, wo Gerald Kegelmann 1956 die vakant gewordene Stelle eines nebenamtli
chen Kirchenmusikers übernahm. Zu den in den folgenden Jahren zahlreichen Kantatenaufführungen in der Stadtkirche engagierte er stets dieselben Musiker und Musikerinnen - die meisten kamen aus Heidelberg.
1960 erhielt das Ensemble auf Anregung von Klaus Pehrisch (Konzertmeister) und Gerald Kegelmann seinen Namen: „Heidelberger Kantatenorchester“, nachdem das Orchester mehr und mehr von Kantoren der Region zur Mitwirkung bei Kirchenkonzerten engagiert wurde. Einige Jahre erarbeitete Gerald Kegelmann mit dem Orchester in wöchentlichen Proben eigene Konzertprogramme und bereitete den Orchesterpart der Kantaten und Oratorien vor, die dann von den Kantoren der Region im Konzert dirigiert wurden.
Im Lauf der Jahre erweiterte sich der Einsatzbereich des Orchesters über die Region hinaus, und es entwickelte sich zu einem vielfältig einsetzbaren Ensemble.
Das heutige Repertoire umfasst nahezu die gesamte kirchenmusikalische Literatur in unterschiedlichen Besetzungen, wobei auch rein sinfonische Werke zum Wirkungsbereich gehören. Auch als Opernfestspielorchester - seit 31 Jahren ist das Orchester im Sommer das Festspielorchester der Schlossfestspiele Zwingenberg/Neckar - und als Orchester für Gala-Veranstaltungen hat es einen beachtlichen Ruf erlangt.
Lutz Brenner
Lutz Brenner studierte Schulmusik, Germanistik, Kirchenmusik (A–Examen „Mit Auszeichnung“) und Konzertfach Orgel und Orgelimprovisation an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, dem Conservatoire National de Région, Dijon und an der Folkwang Universität der Künste in Essen.
Zu seinen Lehrern zählten Albert Schönberger, Hans-Jürgen Kaiser, Jean-Pierre Leguay und Roland Maria Stangier (Orgel), Mathias Breitschaft (Chorleitung) und Michael Hofstetter (Orchesterleitung). Lutz Brenner ist Träger zahlreicher Preise, so unter anderem beim „Internationalen Wettbewerb für Orgelimprovisation Schwäbisch Gmünd“ 2003 (3. Preis) und 2005 (2. Preis). Von 2000-2002 war er Assistent von Michael Hofstetter für das Fach „Orchesterleitung“ am Fachbereich Musik der Universität Mainz und übernahm in der Spielzeit 2001/2002 die musikalische Leitung der Produktion „Die kleine Zauberflöte“ am Staatstheater Mainz.
Von 1991-2004 wirkte er als Organist und Chorleiter an St. Georg in Mainz-Bretzenheim und war darüber hinaus ständiger Vertreter des Domorganisten am Hohen Dom zu Mainz. 2004 wurde er als Bezirkskantor nach Bad Ems (St. Martin) berufen und leitet dort den jugendlich geprägten „St. Martins-Chor, Bad Ems“. Seit 2006 arbeitet er im künstlerischen Leitungsteam der „Orgelfestwochen“ des „Kultursommers Rheinland-Pfalz“ mit. Neben Konzerten in Deutschland und ganz Europa (u.a. Notre-Dame de Paris) spielte er Rundfunkaufnahmen und CD-Produktionen ein.
Im Jahr 2012 leitete er vertretungsweise die Orgelklasse von Roland Maria Stangier an der Folkwang Universität der Künste in Essen, derzeit verbindet ihn ein Lehrauftrag für Orgelimprovisation mit der Musikhochschule Mainz.
