Südkoreanischer Gesandter regt Partnerschaft mit Willy-Brandt-Forum an
„Ostpolitik und deutsche Einheit sind Inspiration für Korea“
Unkel. Am 19. September, demselben Tag, als die Staatsoberhäupter von Nord- und Südkorea die gemeinsame Erklärung von Pjöngyang unterzeichneten, besuchte der Gesandte-Botschaftsrat Tae-young Park das Unkeler Willy-Brandt-Forum, um mit dessen Vorstandsvorsitzenden Christoph Charlier und seiner Vorstandskollegin Sigrid Wesely über mögliche Kooperationsprojekte zu sprechen. Auf Vorschlag des Diplomaten sollen bei einer Kooperationsveranstaltung zwischen der Botschaft und dem WBF ein koreanischer und ein deutscher Wissenschaftler über die Überwindung der koreanisch-koreanischen sowie der deutsch-deutschen Teilung sprechen. Anders als in Deutschland gebe es in Korea nur noch wenige grenzüberschreitende familiäre Kontakte, berichtete Park, deshalb stehe an erster Stelle der Erklärung der beiden Staaten die Verbesserung der zwischenstaatlichen Beziehungen auf kultureller und gesellschaftlicher Ebene.
Das besondere Interesse der Südkoreanischen Botschaft, die eine Außenstelle in Bonn unterhält, am WBF geht auf die erfolgreiche deutsche Vereinigung und die Rolle Willy Brandts daran zurück. Im Willy-Brandt-Museum selbst wird dieser Prozess dokumentiert und immer wieder einmal besuchen Reisende von der koreanischen Halbinsel, die seit mehr als einem halben Jahrhundert geteilt ist, und stellen Fragen nach der erfolgreichen Politik des vierten deutschen Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers. Die fortbestehende Verehrung von Willy Brandt in dem asiatischen Land zeigt sich auch darin, dass Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier anlässlich seines Besuchs bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele im Februar 2018 in Pjöngjang dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in als Gastgeschenk ein Brandt-Porträt des Schauspielers und Malers Armin Müller-Stahl überreichte.
Sigrid Wesely und Christoph Charlier führten den Gesandten Tae-young Park durch das Museum und präsentierten dessen Tagungsräume. Es sei ihm eine große Ehre und ein Vergnügen gewesen, diesen besonderen Ort zu besuchen, schrieb der Gesandte in das Besucherbuch des WBF. Mit seiner Ostpolitik und der Vision der deutschen Einheit habe Willy Brandt Korea eine wunderbare Inspiration gegeben. Wesely und Charlier zeigten sich regelrecht beglückt über die mit dem Besuch verbundenen Aussichten. Einmal mehr habe sich Unkel würdig als Weltdorf gezeigt.
Südkoreanische Gäste besuchten das Willy-Brandt-Forum Unkel.
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