Arzdorf pflegte Tradition - Kirmes mit Ferkelschätzen und geselligem Beisammensein
Patrozinium des heiligen Antonius
Wachtberg. Knapp 100 Menschen kamen am Sonntag im Lehrer-Welsch-Saal von Arzdorf zusammen, um am Sonntag nach dem Patrozinium des heiligen Antonius zusammen zu feiern. Alljährlich pflegen die Bewohner des kleinen Ortes die Tradition, die auf den heiligen Antonius der Einsiedler, den Beschützer der Tiere, zurückgeht.
„Ferkestünn“ wurde das Abbild des Heiligen, der oft mit einem Schwein zu seinen Füßen abgebildet wird, im Volksmund genannt. Im 18. Jahrhundert hatte der beschauliche Ort nach dem Wiederaufbau der Kapelle mit sage und schreibe drei Altären viele Pilger willkommen geheißen. Als Wallfahrtsort bekannt, reisten die Menschen von weit her, um zum 17. Januar Schweinefüße und -köpfe für die Armen des Dorfes und der Umgebung zu bringen und gemeinsam die Kapelle zu besuchen. Von den drei Altären ist im Laufe der Jahrhunderte noch einer geblieben. Die in den 50er Jahren gestohlene Figur des Antonius wurde 1980 neu geschnitzt und schmückt seither wieder das kleine Gotteshaus.
Der Tradition folgend feiern die Arzdorfer zusammen mit ihren Gästen zu jedem Jahresanfang das Patrozinium mit kleiner Kirmes. Nach einem Pilgerfrühstück mit erweitertem Frühschoppen am 17. Januar legte man am Abend nach der Messe am Ehrenmal einen Kranz nieder. Überraschend ergab sich die Möglichkeit, auch am Sonntag eine Messe mit Father James zu feiern.
Beim anschließenden geselligen Beisammensein gaben etwa 40 Besucher ihr Gebot beim traditionellen Sauschätzen ab. Es galt, mit seiner Schätzung so nah wie möglich am tatsächlichen Gewicht einer Ferkelsfigur zu liegen, die man in der Hand wiegen durfte. In diesem Jahr lag Hannah Frings mit 2782 Gramm dem tatsächlichen Gewicht von 2856 Gramm am nächsten. Peter Linke überreichte der Gewinnerin einen Präsentkorb und gratulierte zum erfolgreichen Gebot.
