Plaidter Gartenfreunde erleben die BUGA in Heilbronn
Pflanzen und Kunstobjekte
Die Mitreisenden bewunderten nicht nur die Blütenpracht auf dem BUGA-Gelände
Plaidt. Täglich frische Musik! Mobil auf allen Straßen im BUGA-Gelände bewegt sich Matthias Wegner mit seinem rollenden Klangkörper zur Freude von Groß und Klein, und alle erinnern sich an früher. Da kommt tatsächlich ein „Gefährt“ in halbem Schritttempo laut musizierend, scheppernd, klingend, rasselnd und trompetend daher, und alle BUGA-Besucher lauschen fasziniert den Klängen und Melodien, die ein einzelner Mann da von sich gibt! Von der Größe her gleicht das, was da fährt, eher vier fahrbaren Eiskisten, wie sie noch vor Jahrzehnten über die Jahrmärkte rollten, diese hier übereinandergestapelt und golden verziert. Mitten darin der Musiker, Matthias Wegner, der pfeifend und flötend alle möglichen Mundstücke bedient und mit seiner Kunst die Zuschauer fesselt.
Pepe das Roboterschaf bewegt sich dagegen fast lautlos auf den grünen Flächen zwischen staunenden Zuschauern, und auch die Teilnehmer beim „Sport im Park“, die sich der Zen-Meditation hingeben, tun es still und konzentriert.
Gleichzeitig ganz dicht dabei eine Menschenmenge, die in der Mittagszeit den Schatten aufsucht und findet, ob in den Blumenhallen oder unter den Bäumen am Ufer des Neckars, und alle freuen sich über die Vielfalt an Pflanzen und Formen, an gestalteten Gärten und Kunstobjekten, mit denen die Natur hier gestaltet ist. Heilbronn selbst hat schon gewonnen, wenn man weiß, dass dieses BUGA-Gelände Industriebrache war und dabei so nahe zum Fluss und zur Innenstadt. Ganze Wohnkomplexe sind hier neu entstanden und garantiert heiß begehrtes Wohneigentum. Tags zuvor gibt es für die 51 Gartenfreunde aus Plaidt und Umgebung viel Natur im Odenwald zu bestaunen. Alles kann man da aber nicht glauben: So soll das „Felsenmeer“ bei Reichenbach im Lautertal, die erste Anfahrtstelle, dadurch entstanden sein, dass zwei Riesen sich gegenseitig mit gewaltigen Basaltsteinen bewarfen und dabei tatsächlich einer der beiden zu Tode gekommen sei.
Die Gartenfreunde hat das riesige Gebilde an die aufrechten Basaltblöcke in heimischen Steinbrüchen erinnert, allerdings anders geschichtet und unbedingt sehenswert, wie von Riesen geworfen eben! Gleich darauf wirft die quirlige Brigitte, zur Reisebegleitung in den Bus eingeladen, ihr Wissen kurzweilig ins Mikrofon, um den Pellenzern die fremde Landschaft zu erklären. Michelstadt, die nächste Station und zu jeder Jahreszeit sehenswert, bietet nicht nur kunstvollen Elfenbeinschmuck und prächtige Fachwerkhäuser, sondern auch gute Gelegenheiten für den Mittagstisch.
Als Zugabe noch ein bunter Festumzug „mit Bienenkönigin“ zum Abschluss des Bienenmarktfestes, und dann schließlich weiter von Michelstadt durch den Odenwald über Amorbach – Buchen – Seckach - Adelheim ins Jagsttal zur Götzenburg nach Jagsthausen, dem Festspielort zu „Götz von Berlichingen“. Die letzten dreißig Kilometer bis nach Neckarsulm ins Hotel sind schnell zurückgelegt, die Zimmer im Welcome-Hotel rasch bezogen, und schon trifft man sich zu Abendbuffet und Plausch über die vielen Eindrücke des ersten Tages.
Das große Programm
Am nächsten Tag stand der Besuch in der Bundesgartenschau im nahen Heilbronn auf dem Plan. Absolut sehenswert! „Auf der BUGA in Koblenz waren die Blumen aber mehr geordnet“, so eine der wenigen kritischen Stimmen, die zu hören waren. Die Vielfalt der Anlagen und Anpflanzungen, die Gestaltung einer Landschaft mit Rosenbüschen, die eingestreuten Treffpunkte, die Infostände und die Gartenanlagen der Regionen, sie alle inspirieren und erfreuen, bis der Besucher schließlich erkennen muss, dass man die 40 Hektar Gartenschaugelände nicht an einem Tag erwandern kann.
Am dritten Tag wird Neckarsulm erkundet. Leider kann man die Sulm, die hier in den Neckar mündet, nicht mehr sehen und erleben, denn die große Firma „Audi“ musste ins Überschwemmungsgebiet ausgebaut und der kleine Fluss, obwohl er der Stadt den Namen gibt, nun im Untergrund zum Neckar geleitet werden. Im innerstädtischen Deutschherrenschloss ist heute das NSU-Museum eingerichtet. Hier ist die Geschichte der Mobilität der Menschheit „auf zwei Rädern“ dokumentiert und ausgestellt, allerdings nur ein Bruchteil der Drahtesel, Mopeds, Rollern und weiteren Zweirädern, die man inzwischen dort angesammelt hat. Das alles wird so interessant erklärt, dass sich sogar die Damen im Verein für das Dargebotene begeistern. Ebenfalls unbedingt sehenswert!
Mittwochs erfolgte dann die Heimreise, die durch das untere Neckartal führt, vorbei an Fachwerkstädtchen und romantischen Winkeln, obwohl der Neckar als Wasserstraße ausgebaut und, da derzeit kein Hochwasser führend, einfach ruhig Richtung Rhein fließt.
Ein letztes „Muss“ ist Heidelberg, die feine Stadt mit mehr als dreißigtausend Studenten und mehr als doppelt so vielen Touristen, die anscheinend alle vom frühen Vormittag bis in den späten Nachmittag durch die Altstadt drängen. Schließlich dann die Rückfahrt mit Halt im Salinental Bad Kreuznach, und nach Stärkung im „Brauwerk“ ruck-zuck nach Plaidt, nach Hause.
