Allgemeine Berichte | 20.05.2025

Persönliches Gespräch im Peter-Friedhofen-Haus Koblenz berührt Gäste

Pilgerwege als Lebenswege

Jörg Fischer, Birgit Heinrich, Martin Ramb, Thomas Becker und Bruder Antonius. Foto: Andreas List

Koblenz. „Meine Freunde haben gesagt, wir tragen dein Gepäck, du trägst deine Probleme.“ Birgit Heinrich hat mit dieser Aussage die Zuhörerinnen und Zuhörer im Peter-Friedhofen-Haus in Koblenz berührt. Kurz vor ihrer ersten Pilgerreise hatte sie die Diagnose Brustkrebs erhalten und musste sich einer Operation unterziehen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Pilgertalk – Geschichten vom Unterwegssein“ hat nicht nur die Saarländerin, sondern auch Jörg Fische und Bruder Antonius Joos von ihren Pilgererfahrungen berichtet.

Thomas Becker, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Koblenz, begrüßte die Gäste und stellte das Format vor: „Unser Pilgertalk bietet Raum für alle, die sich mit dem Thema Pilgern auseinandersetzen möchten – egal ob erfahrene Pilger oder Neugierige, die über einen ersten Pilgerweg nachdenken.“ Die Reihe ist ein gemeinsames Projekt der Katholischen Erwachsenenbildung Trier und der Kultursommermarke „Denkbares“ vom Bistum Limburg und umfasst insgesamt fünf Termine.

Martin W. Ramb vom Bistum Limburg, der durch den Abend führte, betonte: „Es ist immer wieder bereichernd, die ganz unterschiedlichen Geschichten der Menschen zu hören, die sich auf den Weg gemacht haben. Ob aus spirituellen oder anderen Gründen – jeder Pilgerweg hat seine eigene Kraft und Wirkung.“

Persönliche Pilgergeschichten

Jörg Fischer, selbstständiger Unternehmer, berichtete emotional über seinen ersten Jakobsweg, den er 2018 antrat, nachdem sein Vater nach einer missglückten Operation querschnittsgelähmt wurde. „Für mich war es wichtig, Zeit für mich zu haben und mich meiner neuen Rolle bewusst zu werden. Der Weg war wie eine Therapie – ich bin als anderer Mensch zurückgekommen“, erklärte Fischer.

Birgit Heinrich, Präsidentin der St. Jakobus Gesellschaft Rheinland-Pfalz-Saarland, erzählte nicht nur von ihrer ersten Pilgerreise, die sie unmittelbar nach ihrer Krebsdiagnose antrat, sondern auch von den vielen positiven Erfahrungen weiterer Pilgerwege.

Bruder Antonius, der im Peter-Friedhofen-Haus lebt und arbeitet, bezeichnete das Pilgern als seine persönliche Sucht. „Ich gehe in vier Wochen zum elften Mal nach Santiago de Compostela. Jedes Mal aus anderen Gründen, aber immer, um Klarheit und inneren Frieden zu finden“, so der Geistliche.

Die drei Talkgäste waren sich einig, dass das körperliche Laufen und das bewusste Erleben der Natur den Geist befreien und zur Reflexion einladen könne; auf dem Weg könnten unerwartete Begegnungen und emotionale Momente den Blick auf das eigene Leben verändern. Die Offenheit und die Bereitschaft, sich vom Erlebnis „Weg“ überraschen zu lassen, stünden im Mittelpunkt einer Pilgerreise.

Ausstellung „Pilgerlandschaften“ im Kreuzgang eröffnet Im Anschluss an die Talkrunde waren die rund 50 Gäste zu einer Vernissage im Kreuzgang des Peter-Friedhofen-Hauses eingeladen. Die Ausstellung „Pilgerlandschaften“ des niederländischen Künstlers Jedi Noordegraf ist noch bis Ende Juni während der Öffnungszeiten des Cafés der Barmherzigen Brüder in der Florinspfaffengasse 4 bei freiem Eintritt besucht werden (Donnerstag bis Samstag jeweils von 14 bis 18 Uhr, außer an Feiertagen).

Der nächste Pilgertalk findet am Freitag, 27. Juni um 18 Uhr im Industriegebiet Mülheim-Kärlich bei Intersport Krumholz statt. Die Niederländerin Anja Bakker wird dann über ihre außergewöhnliche Pilgerreise mit einer Harfe im Gepäck nach Jerusalem berichten.

Pressemitteilung der KEB Koblenz

Jörg Fischer, Birgit Heinrich, Martin Ramb, Thomas Becker und Bruder Antonius. Foto: Andreas List

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