Segelfluggruppe in Wershofen steigt endlich wieder in die Lüfte
Pilot serviert wieder Schnitzel
Wershofen. Nach langer Winterpause freuen sich die Mitglieder der Segelfluggruppe in Wershofen nun endlich wieder, in die Lüfte aufsteigen zu dürfen. Seit Ostern heißt es „Start frei“ für die Segelflieger. Auch für Ausflügler, die stets willkommen sind, um zu preisgünstigen Gastflügen mitgenommen zu werden.
Die Thermikklause, in der zurückliegenden kalten Jahreszeit frisch renoviert, erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch bei Eifel-Touristen, die sich den Flugbetrieb lieber vom Boden aus anschauen.
Peter Dickhoff, seines Zeichens seit 33 Jahren selbst passionierter Pilot, und seine Frau Angie Dickhoff servieren den Flugbegeisterten Süßes und Deftiges. Den Kuchen backt der gelernte Bäcker selbst. Die Restaurantfachfrau beherrscht ihr Fach von der Pike auf. Bevor sie mit ihrem Mann die Thermikklause am Fluggelände übernahm, arbeitete sie bereits in den namhaften Wershofener Hotels Kastenholz und Pfahl. Weil die beiden als Vereinsmitglieder ein gutes Gespür für die Bedürfnisse ihrer jungen wie älteren Gäste haben, wagten sie 2017 den Schritt in die Selbstständigkeit. Pommes mit Majo in einer kurzen Flugpause geht im Flugplatz-Restaurant genauso über den Tresen wie saftige Schnitzel aus der Region oder der schmackhafte griechische Salat. Natürlich fehlt auch das Feierabendbier nach langen Flugtagen nicht. Die Wershofener Flieger verdanken ihren Nachwuchs auch der Gastronomie. So manch einer hat sich auf der Aussichtsterrasse an der Landepiste sitzend dann doch dazu hinreißen lassen mitzufliegen. Eine dreimonatige Schnuppermitgliedschaft ist dann die beste Gelegenheit, auszuprobieren und in sich hineinzuspüren, ob die Fliegerei das richtige Hobby für einen selbst sein könnte.
Neugierige dürfen selbstverständlich Fragen stellen und sich auch einfach mal so in ein Segelflugzeug setzen. Die am häufigsten gestellte Frage: Ist Segelflug teuer? Nein, lautet dann die Antwort, ist es nicht. Denn die Segelfliegerei ist ein Vereinssport, bei dem sich alle einbringen müssen und mitgearbeitet wird. Baustunden werden unter anderem im Winter bei der Flugzeugwartung gesammelt. Auch die Winde, mit der die Fluggeräte in drei Sekunden von null auf hundert beschleunigt und auf rund 400 Meter über Flugplatzhöhe zieht, will fachgerecht bedient werden. Es gibt viele Betätigungsfelder rund um den Flugbetrieb, um das Stundensoll abzuarbeiten, was dann letztlich die Preise günstig hält. So kostet ein Windenstart die Vereinsmitglieder etwa so viel wie eine Portion Pommes. Damit ist die Fliegerei auch für Jugendliche erschwinglich. Ab 14 Jahren darf geflogen werden. „Der Winter liegt Gott lob jetzt hinter uns“, freut sich Dickhoff, der sich nach regem Restaurantbetrieb an Wochenenden und Feiertagen gerne auch selbst ins Cockpit setzt. Wo sonst bekommt man schon sein Essen vom Piloten serviert?
Weitere Informationen zum Segelflugbetrieb gibt es im Internet auf den Seiten der Segelfluggruppe bei www.sfg-wershofen.de.
