Allgemeine Berichte | 26.05.2020

Der Festausschuss Rheinbacher Karneval und die fünf Kernstadtvereine äußern sich zur RKK-Empfehlung

Planungen für die kommende Session werden weiter betrieben

Corona - eine Pandemie, die die Welt verändert. Es gibt niemanden, der nicht durch die geltenden Verordnungen in seinem Leben in irgendeiner Form eingeschränkt wird.

Gewerbetreibende bangen um ihre Existenz, Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit oder Home-Office, Kontaktbeschränkungen, Ein- und Ausreisebeschränkungen, Kindergärten und Schulen sind geschlossen oder befinden sich derzeit wieder in einem eingeschränkten Betrieb.

Eine ungreifbare Gefährdung des höchsten Gutes, unserer Gesundheit. Keiner weiß, wann sich die Welt wieder normalisiert.

Auch das Vereinsleben ruht, nunmehr seit dem 23.03.2020. Dies betrifft auch den Bereich des Karnevals.

Die Karnevalsvereine der Kernstadt der Stadt Rheinbach haben sich einzeln bereits seit längerem Gedanken gemacht, wie es für sie im Jahr 2020 weiter geht.

Es war bisher kein Training für die Tanzgruppen möglich, die Musikzüge konnten nicht proben, Veranstaltungen mussten abgesagt werden.

Die Finanzen eines Vereines können schnell in Schieflage geraten, da laufende Kosten trotzdem beglichen werden müssen.

Jeder einzelne der fünf Vereine hat die letzten Wochen genutzt, um Vorkehrungen zu treffen, damit diese Pandemie nicht die Auflösung eines Vereines zur Folge hat.

Und nun können wir uns direkt mit der nächsten coronabezogenen Problematik auseinandersetzen: Wie verläuft die Session 2020/2021? Kann die Session 2020/2021 überhaupt stattfinden?

Im Januar 2020 hätte niemand es für möglich gehalten, dass wir uns mit dieser Thematik auseinandersetzen müssen.

Am 19.05.2020 haben sich die Vorsitzenden der fünf Kernstadtvereine sowie der Vorsitzende des Festausschusses Rheinbacher Karneval (FRK) unter Beachtung aller Hygiene- und Infektionsschutzstandards getroffen, um die v.g. Fragen zu erörtern und einen gemeinsamen Weg in der derzeitigen Ungewissheit festzulegen. Ein vorheriges Treffen war aufgrund der Kontaktbeschränkungen nicht möglich. Sicherlich wäre eine andere Form der Abstimmung möglich gewesen, aber in der jetzigen Zeit liegen die Prioritäten unterschiedlich und jeder Verein wird sich erstmal auf die noch nie da gewesene Situation einstellen müssen.

Selbstverständlich wurde bereits in den vergangenen Wochen verfolgt, wie andere Regionen mit dieser Situation umgehen. Der Presse ist zu entnehmen, dass auch hier die Meinungen auseinandergehen. Der RKK (Rheinische Karnevals-Korporationen e.V.) sowie der BDK (Bund Deutscher Karneval e.V.) haben auch erst kürzlich Presseerklärungen veröffentlicht. Besonders der BDK erklärt, dass vor Juli 2020 keine weiteren spekulativen Erklärungen veröffentlicht werden.

Aus den Reihen der Kölner Karnevalisten wird deutlich, dass eine Absage der kommenden Session keine Option, sondern diese auch unter Auflagen mit neuen Ideen durchgeführt werden soll. Die fünf Kernstadtvereine sowie der FRK haben sich dazu entschlossen, sich nicht den unterschiedlichsten Spekulationen anzuschließen. Die Planungen für die kommende Session werden unter Beachtung aller geltenden Vorschriften und mit Blick auf die aktuellen Berichterstattungen weiter betrieben. Ob und in wie eine Session 2020/2021 stattfindet, kann derzeit niemand beantworten. Es sind sich sicherlich alle Verantwortlichen darüber bewusst, dass die kommende Session 2020/2021 mit vielen Einschränkungen konfrontiert sein wird. Welche Einschränkungen dies sein werden, ist allerdings noch nicht absehbar. Diese teilweise Ungewissheit, wie sich die Pandemie-Vorgaben entwickeln, hat zur Folge, dass kein zukunftsorientierter Informationsfluss gewährleistet werden kann. Es wurde daher beschlossen, dass sich die Verantwortlichen der Vereine Anfang Juli 2020 erneut zusammensetzen, um weitere Neuerungen oder Informationen gemeinsam zu verarbeiten.

Leider sind dieser Pandemie fast alle Kandidaturen für das Tollitätenamt in Rheinbach und den Rheinbacher Ortschaften zum Opfer gefallen. Alle erwachsenen Tollitätenkandidaten haben ihre Bereitschaft das Amt der Tollitäten in Rheinbach und den Ortschaften zu bekleiden in den letzten Tagen zurückgezogen.

Dies bedauern die Rheinbacher Kernstadtvereine und der FRK zu tiefst, auch wenn die Beweggründe für diese Rücktritte im Hinblick auf die Pandemie jeder der Verantwortlichen der v.g. Vereine nachvollziehen kann. Eine nicht leichte Entscheidung, die niemand der Karnevalisten hätte für die Tollitäten treffen können, möchten oder wollen.

Die Kernstadtvereine bedanken sich bei allen Anwärtern auf das höchste Narrenamt, dass sie ihre Bereitschaft erklärt hatten, dieses Amt zu bekleiden. Sicherlich wäre es für jeden eine unvergessliche Zeit geworden. Die Enttäuschung sitzt sicherlich bei allen Betroffenen tief, da hier bereits viel Herzblut und Ideenreichtum sowie Zeit investiert wurde.

Leider sind aufgrund des Rückzuges der designierten Rheinbacher Tollitäten die Kandidaten für die Regentschaft in der Kernstadt der Session 2021/2022 in den Fokus von harscher Kritik in den sozialen Netzwerken geraten.

In Rheinbach gibt es eine Absprache aller Kernstadtvereine, dass Bewerbungen von Tollitäten aus einem Kernstadtverein, der ein Jubiläum feiert, bevorzugt werden. Jubiläen können schließlich nicht nachgefeiert werden. Im kommenden Jahr feiert der NCR Blau-Gold 1966 e.V. sein 55-jähriges Bestehen. Bereits im August/September 2019 wurde die Bewerbung schriftlich bei der zuständigen Gesellschaft, der GRO-RHEI-KA Narrenzunft Prinzengarde 1895 e.V., eingereicht. Eine Zusage für die Session 2021/2022 wurde erteilt, so dass Planungssicherheit für die künftigen Tollitäten bestand.

Hierbei handelt es sich nicht um eine neue Handlungsweise, sondern dies wird schon seit Jahrzehnten so praktiziert.

Die fünf Kernstadtvereine sowie der FRK waren entsetzt, wie teilweise auf die Information reagiert wurde, dass die künftigen Tollitäten erklärt haben, dass sie grundsätzlich gerne in der Jubiläumssession ihres Vereines das Tollitätenamt ausfüllen möchten und erstmal nicht bereit sind, ihre Kandidatur um ein Jahr zu verschieben. Von diesen Reaktionen möchten sich die fünf Kernstadtvereine sowie der FRK deutlich distanzieren und sichern allen künftigen Tollitäten einschließlich der Tollitäten der Session 2021/2022 ihre volle Unterstützung zu.

Das Tollitätenamt ist mit vielen Kosten und viel Zeit aber auch viel Freude verbunden. Die Karnevalisten in Rheinbach sind in der heutigen Zeit grundsätzlich immer sehr dankbar, wenn jemand bereit ist, sich dieser Herausforderung zu stellen. Für jeden sollte es eine unvergessene Zeit werden und diese sollte nicht durch harsche Äußerungen und Boykottaufrufe geschmälert werden. Es ist völlig indiskutabel, dass Kandidaten von Personen aus der Rheinbacher Bevölkerung, die teilweise nicht über die zur Beurteilung erforderlichen Hintergrundinformationen verfügen, an den Pranger gestellt werden und teilweise Beleidigungen über sich ergehen lassen müssen.

Die Vereine bitten zu bedenken, dass ein solches Verhalten dazu führen kann, dass künftige Kandidaten ihre Bereitschaft zurückziehen oder gar nicht mehr anmelden.

Ebenso wurde wiederholt auf die Uneinigkeit der Kernstadtvereine verwiesen. Die Kernstadtvereine der Stadt Rheinbach möchten klarstellen, dass es keine Unstimmigkeiten gibt. Es ist unstrittig, dass immer mal wieder Vereine unterschiedlicher Meinung sind. Dies ist grundsätzlich der Tatsache geschuldet, dass es sich um fünf Vereine handelt, die ihren jeweiligen Satzungszweck verfolgen und jeder für sich andere Ziele definiert hat. Wäre dies anders, könnte ein Einheitsverein gegründet werden. Doch gerade von der Vielfalt der Vereine lebt der Rheinbacher Karneval und macht diesen aus.

In der Regel treffen die fünf Vereine Entscheidung, die den allgemeinen Rheinbacher Karneval betreffend, gemeinsam. Hierzu zählen zum Beispiel Entscheidungen für den Rheinbacher Karnevalszug. Für dessen Durchführung wurde am 10.05.2020 der FRK gegründet.

An dieser Stelle ist festzuhalten, dass der FRK nicht für die Betreuung der Tollitäten zuständig ist.

In Bezug auf die derzeitige Situation besteht bei allen fünf Vereinen Einigkeit, dass hier mit Besonnenheit reagiert werden sollte und die Entscheidungen der Bundes- und Landesregierungen abzuwarten sind. Die Kernstadtvereine beabsichtigen nicht, die Situation „auszusitzen“, sondern versuchen sich und ihre Mitglieder vernünftig auf die kommende Situation einzustellen.

In der Hoffnung auf eine Session 2020/2021 wünschen die Rheinbacher Kernstadtvereine sowie der FRK allen Bürgerinnen und Bürgern, dass sie gesund durch die Pandemie kommen und wir uns bald wieder sehen.

Alfred Eich

Vorsitzender Festausschuss

Rheinbacher Karneval

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