Platz am Blümlingspfad erhielt einen geschichtsträchtigen Namen
„Platz der Deutschen Einheit“ eingeweiht
Ein Bericht von Alfred Eich
Rheinbach. Zum Tag der Deutschen Einheit wurde der „Platz der Deutschen Einheit“ vor dem Bonifatius Seniorenheim eingeweiht. Der Platz am Blümlingsweg hatte bis zum diesjährigen Tag der Deutschen Einheit noch keinen Namen. Dies hat sich durch die Namensgebung in der letzten Woche geändert.
Bürgermeister Stefan Raetz, seine Stellvertreter Claus Wehage, Kalle Kerstholt, Anwohner und Politiker aller Fraktionen, darunter die Vize-Landrätin Silke Josten-Schneider, nahmen an der Einweihung des Platzes teil.
„70 Jahre Grundgesetz, 50 Jahre Neugliederung des Rhein-Sieg-Kreises, 30 Jahre Mauerfall. Heute leben die Menschen länger in Freiheit, als die Mauer gestanden hat. Es war ein historisches Ereignis, das für den Frieden in Europa steht. Wir sind dankbar für den Mut der Bürger im Osten. Ohne ihre friedlichen Proteste wäre die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten nicht möglich gewesen. Das ist ein Grund, dass auch Rheinbach einen „Platz der deutschen Einheit“ erhält“, so der Bürgermeister in seiner Rede zur Eröffnung des Platzes.
„Nicht die Politik hat den Mauerfall unblutig zustande gebracht. Die Menschen jenseits der Mauer haben das mit dem festen Willen, die Freiheit zu erlangen, geschafft. Dieser Platz ist nach der Einheit entstanden und hatte bis heute keinen Namen. Dies ändert sich heute“, fügte Raetz hinzu. In den Köpfen der Menschen wäre aber die Einheit noch nicht vollzogen. Es sei viel im Osten der Republik neu entstanden und das wäre gut so, gab Raetz zu bedenken.
Herzenswunsch von Claus Wehage ging in Erfüllung
Er dankte allen Unterstützern und auch der Politik, die diese Namensgebung möglich gemacht hätten. Zudem hatte die Stadt Rheinbach drei Bäume, eine Kiefer, eine Kirsche und eine Eiche, in ihren Bottichen herbeischaffen lassen, die nun auf dem Platz gepflanzt werden. Der „Platz der Deutschen Einheit“, wie er jetzt heißt, wurde bereits vor über 15 Jahren aus Bundes- und Landesmitteln geschaffen und sollte ein Punkt der Erholung sein, inmitten der Häuserzeilen.
Um den Platz zu beleben und insgesamt zu gestalten, soll es einen Wettbewerb mit jungen Leuten geben, die sich an der Gestaltung des Platzes beteiligen sollen.
Die Namensgebung wurde durch den früheren Ratsherren Ernst Preutenborbeck und dem Vize-Bürgermeister Claus Wehage vor einigen Jahren initiiert. Hierzu gab es dann einen Ratsbeschluss.
„Der Platz ist 2004 von Bundesmitteln aus dem Bonn-Berlin Beschluss bezahlt. Somit ist das auch ein Stück aus der friedlichen Wiedervereinigung, weswegen der Platz zwischen Blümlingspfad und Schweitzer Str. symbolisch der richtige Platz der deutschen Einheit ist. Hier ging ein Herzenswunsch von mir in Erfüllung“, so der stellvertretende Bürgermeister Claus Wehage.
2011 wurde der erste Antrag auf Errichtung eines Platzes der deutschen Einheit in den Rat eingebracht, aber mangels Zustimmung wieder zurückgezogen. Bereits damals war man auf der Suche nach einem geeigneten Platz. Hier war auch die Umbenennung des Wilhelmplatzes in Erwägung gezogen worden, was dann aber wieder verworfen wurde. Ein zweiter Anlauf 2016 war erfolgreich. Der Ausschuss für Standortförderung, Gewerbe, Wirtschaft, Tourismus und Kultur stimmte mehrheitlich für die Benennung eines solchen Platzes und wählte als Standort die Fläche vor dem Naturkindergarten. Da es durch den neuen Namen des Platzes nicht zu einer Widmung kommt, brauchen auch keine Adressen geändert werden.
