Allgemeine Berichte | 28.12.2022

Fest des Dankes der „Tafel Ahrweiler“ im Winzerverein Lantershofen

Politik darf Helfende nicht im Stich lassen

(v.l.) Richard Stahl, Sabine Altmeyer-Baumann und Mary Witsch beim Bühnengespräch in Lantershofen. Noch nicht zugeschaltet war Jochen Brühl. Foto: Carmen Glöckner

Lantershofen. Viele ehrenamtliche Tafelmitarbeiterinnen und Tafelmitarbeiter waren in den Winzerverein Lantershofen zum „Fest des Dankes“ gekommen, ein Fest, das die Frankfurter Gölkel-Stiftung der „Tafel Ahrweiler“ möglich machte. Denn die Ehrenamtlichen hatten in diesem und im letzten Jahr viele Höhen und Tiefen gemeinsam gemeistert, gleich nach der Flut vielen Essen und Wasser durch unwegsames Gelände gebracht und mit der „Tafel für Jedermann“ eine Lebensmittelausgabe für alle geschaffen. Die Ehrenamtlichen, größtenteils selbst von der Flut betroffen, hielten die Tafel aufrecht und bauten ihr Angebot weiter für die Menschen aus. So gab es für die „Tafel Ahrweiler“ – ein ökumenisches Gemeinschaftsprojekt von Caritas, Evangelischer Kirchengemeinde, Dekanat Ahr-Eifel und Diakonie – allen Grund für diese Feier, die von den Musikern Stefan Maria Glöckner und seiner Frau Carmen Glöckner musikalisch umrahmt wurde.

Doch da sind nicht nur die Flutfolgen. Zusätzlich war in diesem Jahr bei der Tafel eine Mehrbelastung durch neu ankommende Flüchtlinge und durch die Überteuerung der Lebensmittel zu spüren, die immer mehr Menschen zur Tafel führt.

Diese dreifache Herausforderung war Thema des Bühnengesprächs. Sabine Altmeyer-Baumann, Vorsitzende der Landestafel Rheinland-Pfalz/Saarland, der per Video zugeschaltete Vorsitzende der Tafel Deutschland, Jochen Brühl, und Caritas-Geschäftsführer Richard Stahl standen den 60 Gästen Rede und Antwort. Eine Forderung war, die Politik solle das „Lebensmittelspendegesetz“ ändern, um gute Lebensmittel leichter an Tafelkunden weitergeben zu können. „Es kommen mittlerweile immer mehr Menschen der unteren Mittelschicht zur Tafel“, verdeutlichte Jochen Brühl die Mehrbelastung und forderte in dieser für die Tafeln angespannten Situation Unterstützung von der Politik: „Wir wollen, dass das Ehrenamt von der Politik eine andere Würdigung erhält. Wir sind gerade in einer Riesenverantwortung. Es kann nicht sein, dass die Politik die Helfenden im Stich lässt. Menschen, die helfen, sind selbst Teil der Krise. Die Politik darf sich nicht darauf ausruhen.“ Es könne nicht sein, dass Ehrenamtlichen bei ihrem Dienst für die Gesellschaft noch Kosten entstehen, um beispielsweise mit dem eigenen PKW oder mit dem öffentlichen Personennahverkehr zum Einsatzort zu kommen. Insgesamt werde das Ehrenamt sehr wahrgenommen, sagte Richard Stahl und betonte die Bedeutung dieser Tätigkeit in der augenblicklich angespannten Situation: „Die Gesellschaft verändert sich gerade. Der Mittelstand ist in Gefahr und das Ehrenamt wird immer wichtiger. Es ist unsere Aufgabe, das immer wieder beharrlich in die Politik zu bringen.“

Auch kamen im Gespräch ganz praktische Dinge zur Sprache, so eine Netzwerkbildung, um überschüssige Lebensmittel unter den Tafeln auszutau-schen. Gerade im Umfeld der „Tafel Ahrweiler“, so Sabine Altmeyer-Baumann, funktioniert dieser Austausch. Eine große Lebensmittellagerhalle konnte dank der Frankfurter Gölkel-Stiftung nach der Flut in der Grafschaft eingerichtet werden, ein Lager, von dem auch die umliegenden Tafeln immer wieder profitieren. Ein Dankesfest mit vielen nachdenklichen Impulsen, dabei auch Ideen, die Tafel für ihre Kunden sicher durch diese schwierige Zeit zu führen. Tafelkoordinatorin Mary Witsch dankte den Rednern und warb für die Tafelmitarbeit in Ahrweiler und Sinzig: „Die Ehrenamtler sagen, dass es bei der Tafel eine tolle Gemeinschaft ist und dass sie eigentlich keinen Dank brauchen, weil sie Gemeinschaft erfahren. Ich würde mich freuen, wenn noch mehr dabei wären. Vielleicht ein guter Vorsatz fürs neue Jahr, ehrenamtlich bei der Tafel zu helfen. Rufen Sie mich einfach an“: Mary Witsch, Tel. (01 51) 10 35 40 05.

Pressemitteilung

Caritasverband

Rhein-Mosel-Ahr e.V.

(v.l.) Richard Stahl, Sabine Altmeyer-Baumann und Mary Witsch beim Bühnengespräch in Lantershofen. Noch nicht zugeschaltet war Jochen Brühl. Foto: Carmen Glöckner

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