Sessionseröffnung in Oberdrees
Prinz Walter I. (Schneider) regierte ab sofort die Narrenschar in Oberdrees
Karnevalsgesellschaft „Bekömme dich net dröm“ und Damenkomitee „Goldene Herzen“ freuten sich über eine ausverkaufte Halle
Oberdrees. Großartig war die Stimmung bei der Proklamationssitzung der Karnevalsgesellschaft „Bekömme dich net dröm“ Oberdrees im restlos ausverkauften Ludwig-Fett-Gürzenich. Stand doch ein Soloprinz auf der Bühne, der aus dem Oberdreeser Dorfleben kaum wegzudenken ist und an diesem Abend die große Zuneigung der närrischen Untertanen erfuhr. Denn proklamiert wurde an diesem Abend Prinz Walter I. (Schneider) unter dem Jubel der Narrenschar, unter die sich auch ein Dutzend Tollitäten aus befreundeten Karnevalsgesellschaften gemischt hatte.
Der Prinz ist 58 Jahre alt und arbeitet bei „Bonn Orange“, er ist dort verantwortlich für die Qualitätssicherung. Ortsvorsteher Kurt Brozio hatte bei der Proklamation gute Nachrichten für die Damenwelt im Saal: „Der Prinz ist noch zu haben, er kann gut kochen und fährt ein schnelles Motorrad.“ Der gebürtige Oberdreeser besuchte die Volksschule im Ort und anschließend die Hauptschule in Rheinbach. Natürlich ist der Prinz seit vielen Jahren Mitglied der KG und sieht sich selbst als leidenschaftlichen Karnevalisten. Früher war „der Kalli von Oberdrees“ als Fußballer sehr aktiv bei der TuRa, mittlerweile haben sich seine Hobbys verlagert. Er steht gerne selbst am Herd und kocht zum Vergnügen, wenn er nicht gerade mit seinem Motorrad unterwegs ist. Da er eine längere Zeit „im benachbarten Ausland“, nämlich in Rheinbach lebte, kehrte er erst jüngst wieder in seinen Heimatort Oberdrees zurück. So erklärt sich auch sein Motto: „Ich wor lang op jöck, jetzt bin ich als Prinz zoröck!“ Als Adjutant steht ihm übrigens sein Vorgänger Norbert Höckendorf zur Seite.
Abschied vom scheidenden Prinzenpaar
Die Karnevalsgemeinschaft mit der KG „Bekömme dich net dröm“ und dem Damenkomitee „Goldene Herzen“, die gemeinsam die Veranstaltung ausrichteten, hatte schon samt aller Tanzgruppen Stellung auf der Bühne bezogen, als der Prinz den Saal stürmte und erst nach einem ausgiebigen Bad in der Menge zu den Klängen der „Borsalinos“ langsam die Bühne erklomm. Dort wartete bereits KG-Präsident Ralf Nuß, Damenkomitee-Präsidentin Astrid Schneider, Ortsvorsteher Kurt Brozio und Rheinbachs Vizebürgermeister Kalle Kerstholt, um die feierliche Zeremonie zu vollziehen. Zuvor hatte das scheidende Prinzenpaar Norbert I. und Birgit I. (Höckendorf) ein letztes Mal die Bühne betreten. „Ihr hattet eine wirklich tolle Session, in der ihr es wahrlich verstanden hab, in eurer mitreißenden Art das Publikum hinter euch zu bringen“, dankte ihnen KG-Präsident Ralf Nuß für ihr Engagement. Bei dieser Gelegenheit wurde auf dem scheidenden Solomariechen Tamara Höckendorf ein kleines Dankeschön für ihre langjährige Tätigkeit überreicht, sie wurde übrigens von der scheidenden Prinzessin Birgit Höckendorf trainiert.
Kleines und großes Solomariechen im Einsatz
Neben zahlreichen Garde- und Showtanzeinlagen der fünf eigenen Tanzgruppen mit den Minis, den Spatzen, den Poppies, der Rasselbande und den „Blauen Funken“ begeisterten in diesem Jahr erstmals das „kleine“ Solomariechen Anna Schweinheim, trainiert von Carola Scherer und Marc Andre Lipp, mit ihrem Tanz das Publikum - ebenso wie das „große“ Solomariechen Lena Rader, ebenfalls trainiert von Marc André Lipp. Als weiteres Highlight zündete der „Sitzungspräsident“ (Volker Weininger) die erste Rakete des Abends. Er verstand es prächtig, mit seinen launigen Thekengesprächen zu einem halben Dutzend auf Ex geleerten Kölsch einen Witz nach dem anderen abzufeuern, die Zuschauer hielten sich die Bäuche vor Lachen. Erst nach einigen Zugaben ließ man ihn von der Bühne.
Voll wurde der Saal, als die „Nippeser Bürgerwehr“ in die Halle einmarschierte und in Kompaniestärke die Bühne eroberte. Mit ihren prunkvollen Uniformen und den sehenswerten Darbietungen ihrer Tanzgruppen verzaubert das Traditionscorps aus Köln das Publikum und zeigte getreu dem diesjährigen Sessionsmotto, was Kölner Karneval kann: „Et Hätz schleiht em Veedel!“ Als musikalischer Höhepunkt des Abends trat kurz vor Mitternacht die Stimmungsgruppe „Schlappkappe“ auf, die sechs Jungs und das charmante Mädel sorgten mit kölscher Musik für eine hervorragende Stimmung im Saal. Sie coverten dabei nicht nur Songs bekannter Kölner Größen, sondern überzeugten das Publikum auch mit eigenen Kompositionen. Erst weit nach Mitternacht war das Programm zu Ende, doch die Jecken im Saal feierten noch bis in den frühen Morgen fröhlich weiter.
JOST
