Brückrachdorfer bremsen Raser und stärken Handel und Gewerbe
Projekt Dorferneuerung widmete sich den Themen Verkehr und Infrastruktur
Brückrachdorf. Fast schon zur Routine geworden sind für die Brückrachdorfer die regelmäßigen Treffen zur Besprechung der Dorferneuerung. Am vergangenen Samstag traf sich wieder ein Kreis Interessierter mit Kerstin Fischer vom Planungsbüro Dittrich, das den Auftrag hat, aus den vielen Wünschen, Ideen und Anregungen der Bürger zur Verbesserung des Dorfes ein Konzept zu erstellen. Diesmal ging es um die Themen Infrastruktur und Verkehrssituation. Diesem Treffen vorangegangen war eine Besprechung von Kerstin Fischer mit den Kindern und Jugendlichen des Ortes, in der diese ihre Wünsche und ihre Kritik äußern konnten. Da die Bürgerinitiative Verkehr in Brückrachdorf schon viel zur Verbesserung der Sicherheit getan hat, drehte sich das Gespräch am Samstag hauptsächlich um die Ortsdurchfahrtstraße L 267, die von Dierdorf nach Selters führt und stark befahren ist. Aufgrund des guten Zustands der Straße und der relativ geraden Linienführung wird hier häufig sehr schnell gefahren. Gemessen wurden schon Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometer. Der Förderverein Brückrachdorf hat eine Geschwindigkeitsmessanlage finanziert, die seit einiger Zeit den Autofahrern das gefahrene Tempo anzeigt und sie zur Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit mahnt. Mit Erfolg, aber leider nur begrenztem. Deshalb hat das Ordnungsamt der Stadt Dierdorf, Hinweisen der Bürgerinitiative folgend, den Bau weiterer Geschwindigkeitsbremsen angeordnet. Das ist vor Kurzem erfolgt. Am Ortseingang wurde eine große weiße 50 auf die Straße gemalt. Etwas weiter wurden zwei mobile Inselelemente positioniert, die den Verkehr bremsen. Und in der Ortsmitte hat der Landesbetrieb Mobilität Parkbuchten auf der Straße angebracht, die umfahren werden müssen, wenn Autos dort stehen. Ebenfalls auf Druck der Bürgerinitiative darf seit dem Sommer auf allen Nebenstraßen in Brückrachdorf nicht schneller als 20 km/h gefahren werden.
Wie Bürger berichten, wird auf der L267 aber immer noch zu schnell gefahren. Deshalb hat sich in der Besprechung am Samstag eine Arbeitsgruppe gebildet, die Motive und Slogans entwickelt, mit denen Autofahrer zu einer rücksichtsvolleren Fahrweise angehalten werden sollen, auch auf den Nebenstraßen. Ebenfalls ein Dorn im Auge sind vielen Brückrachdorfern die Autofahrer, die sich nicht an das Durchfahrtsverbot auf dem Landwirtschaftsweg nach Giershofen halten. Der wird gerne von Berufspendlern aus dem Westerwaldkreis Richtung Großmaischeid benutzt. Dabei ist es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen mit Fußgängern oder Radfahrern gekommen und auch zu Kollisionen sich begegnender Autofahrer. Eine Lösung für dieses Problem ist bisher nicht in Sicht. Die am Ortsausgang von Brückrachdorf angebrachte verschließbare Schranke wird leider immer wieder beschädigt oder von Nutzern der Straße nach dem Gebrauch nicht wieder ordnungsgemäß geschlossen.
Verbesserung der Infrastruktur
Der zweite Themenbereich des Treffens am Samstag war die Infrastruktur in Brückrachdorf. Selbst gut informierte Einwohner staunten, als die Zahl von mehr als 30 im Ort angemeldeten Gewerbetreibenden genannt wurde. Hieraus lässt sich möglicherweise Kapital schlagen zum Beispiel mit einem gemeinsamen Internetauftritt der Gewerbetreibenden auf der Homepage des Ortes oder in Publikationen.
Um die Einkaufsmöglichkeiten für die Bürger von Brückrachdorf zu verbessern, soll ein Register aller den Ort anfahrenden fliegenden Händler erstellt werden. Dies sind bisher schon Bäcker, Metzger, Fisch- und Gemüsehändler sowie Eierverkäufer. Auch besteht bei Herstellern und Anbietern im Ort schon die Möglichkeit, Hofladenprodukte sowie Honig und Apfelsaft zu kaufen. Kerstin Fischer regte an, darüber nachzudenken, ob man eine individuelle Haus-zu-Haus-Belieferung anstrebt oder eine Bündelung der Anlieferer auf bestimmte Tage und Zeiten. Dazu soll im nächsten Schritt der Bedarf in der Bevölkerung abgefragt werden. Die Kinder und Jugendlichen von Brückrachdorf waren bei ihrem Treffen mit Kerstin Fischer ebenfalls nicht untätig. Sie sammelten Pros und Contras in Brückrachdorf und erstellten eine Wunschliste von Dingen, die es noch nicht gibt. Dazu gehören eine Skaterbahn, ein Dorfkiosk, eine Brücke über den Holzbach, ein Jugendraum mit Filmvorführungen an den Wochenenden und regelmäßige Ausflüge. Das Projekt Dorferneuerung Brückrachdorf geht weiter mit einem Treffen zu den Themen Grünstruktur, Erholung und soziales Miteinander am kommenden Samstag, 22. Oktober, um 14 Uhr in der Sängerhalle.
