Allgemeine Berichte | 09.02.2021

Stadtverwaltung Lahnstein informiert

Projekt des Kur- und Heilwaldes erhält LEADER-Förderung

In Lahnstein soll der erste rheinland-pfälzische Kur- und Heilwald entstehen. Foto: Stadtverwaltung Lahnstein

Lahnstein. Aktuelle Studien haben belegt, dass auch Wälder den Menschen beim Gesundwerden helfen können. Die Stadt Lahnstein, einer der größten Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz, verfolgt seit 2017 diesen Weg mit der Ausweisung eines Kinder-, Kur- und Heilwales nach international anerkannten medizinisch-therapeutischen Kriterien. Lahnstein gehört hierbei in Deutschland zu den Pionieren, Wälder mit ihren positiven Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu nutzen. Folgerichtig war Lahnstein auch die erste Kommune in Rheinland-Pfalz, die entsprechend eine Auszeichnung für einen Kur- und Heilwald beantragt hat.

Bald soll es losgehen mit der Therapie unter Bäumen: In Lahnstein entwickelt ein Team von Forst, Medizin, Stadtverwaltung und Waldpädagogen verschiedenen Pfade und Cluster im künftigen Kur- und Heilwald. Für psychisch Kranke, Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen oder einer Erkrankung des Bewegungsapparates. Auch Lungenkranke können in Lahnstein behandelt werden. Die Projektgruppe hofft auf ein rasches Inkrafttreten der neuen Rechtsverordnung. Dann kann ein offizieller Kur- und Heilwald mit Kinderheilwald ausgewiesen werden. Es wäre der erste in Rheinland-Pfalz.

Am vergangenen Montag kamen die Verantwortlichen ihrem Ziel ein großes Stück näher: Die Lokale Aktionsgruppe Welterbe Oberes Mittelrheintal, kurz LAG, entschied, den Kur- und Heilwald in ihr LEADER-Förderprogramm aufzunehmen. Das Lahnsteiner Projekt kann sich somit über die Höchstfördersumme von 250.000 Euro freuen.

Damit können in dem alten Buchen-Mischwald auf der Lahnhöhe in Zukunft kranke Menschen behandelt werden. Aber auch Bürger und Besucher werden – angeleitet durch Schilder – die Wege und Stationen nutzen können. Alle Waldbesucher, kranke wie gesunde, sollen dann vom Waldklima profitieren, das beruhigend und heilend wirkt.

„Mit der Förderzusage können wir nun endlich anfangen, Wege barrierefrei auszubauen, Ruhepavillons aufzustellen und Therapieplätze anzulegen, als Geräte aus Holz, an denen therapiert und trainiert werden kann“, erläutert Oberbürgermeister Peter Labonte. Für ihn ist es ein Herzensprojekt und so ist er an so manchen Wochenenden im zukünftigen Kur- und Heilwald anzutreffen.

„Es muss auch ein neuer Parkplatz geplant werden und das Gelände wird mit Komposttoiletten ausgestattet.“ Ferner sollen spezielle Pfade angelegt werden, auf denen Patienten mit Rücken- oder Knieproblemen laufen und sich bewegen können. Aber auch psychische oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen können künftig im Heilwald behandelt werden.

Einen solchen anerkannten Heilwald gibt es bislang erst einmal in Deutschland: auf der Insel Usedom an der Ostsee. Das Waldgebiet in Lahnstein jedoch ist noch etwas größer und das milde Klima eignet sich auch für sehr geschwächte Patienten. Die Kliniken in der Region haben großes Interesse signalisiert und arbeiten zum Teil bereits seit geraumer Zeit unter Leitung des medizinischen Beraters Dr. Jörg Henning (Klinikdirektor a. D.) an der Konzeption der Stationen mit. Sie sind die medizinischen Experten – auf ihre Bedürfnisse und die ihrer Patienten werden die Pfade zugeschnitten.

Auch Andreas Nick, Leiter des Lahnsteiner Forstamtes, kümmert sich mit seinem Team intensiv um das Projekt. „Zunächst schien es gar nicht so einfach, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen“, weiß er, denn auch er ist seit den Anfängen mit dabei. „Doch alle Beteiligten kommunizieren gut und setzen sich intensiv mit den Themen Naturschutz, Forst, Jagd, Tourismus und nicht zuletzt Medizin auseinander. So wird sicher gestellt, dass alle Belange berücksichtig werden“, so Nick.

Ganz besondere Belange müssen hingegen auch rund um den Aspich beachtet werden, denn hier entsteht ein besonderer Teil des Kur- und Heilwaldes: der Kinderheilwald. „Gerade erkrankten Kindern soll es kindgerecht möglich werden, schneller zu gesunden und gesund zu bleiben“, erläutert Hans-Leo Cremer, Forstamtsdirektor i. R., der dieses Teilprojektes betreut. Die Stationen regen zu Bewegung und ganzheitlicher Sinneswahrnehmung an; doch auch zur Ruhe sollen die Kinder kommen. Es ist geplant, den Kinderheilwald noch im Laufe des Sommers zu eröffnen.

Pressemitteilung

Stadtverwaltung Lahnstein

In Lahnstein soll der erste rheinland-pfälzische Kur- und Heilwald entstehen. Foto: Stadtverwaltung Lahnstein

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