2. Melsbacher Comedy-Abend begeisterte etwa 200 Besucher
Publikum bog sich vor Lachen
Tolle Gags und Witze von Roberto Capitoni, Heinz Gröning und Hans Gerzlich
Melsbach. „Ich bin so behaart, dass ich Joggingverbot im Wald habe, weil der Förster Angst hat, ich würde erschossen“, war nur einer von vielen lustigen Beiträgen des „unglaublichen Heinz“ (Gröning) beim 2. Melsbacher Comedy-Abend der Gemeinde im Bürgerhaus. Nicht nur hierbei, sondern auch bei vielen anderen Gags und Witzen bogen die begeisterten Besucher sich vor Lachen. Einige Zeit zuvor hatte Ortsbürgermeister Holger Klein das Publikum – die Veranstaltung war ausverkauft – begrüßt und allen Helfern gedankt, besonders aber dem Technikteam Daniel und Marius, die für Verstärker und Licht sorgten. Und schon sprang der Comedian Roberto Capitoni, der als Moderator witzig durchs Programm führte, auf die Bühne. „Graue Haare? Dann ist der Lack ab, die Kiste kommt näher“, meinte er sarkastisch und weiter: „Graue Haare sind Wanderhaare, die wandern von oben nach unten.“
Roberto Capitoni präsentierte sich als lebendiges Stand-up-Comedy: Sehen, Hören, Fühlen, Lachen, besonders als er Ereignisse aus diversen Blickwinkeln eines Halbsizilianers mit deutsch-schwäbischen Wurzeln betrachtete.
Probleme hin, Konflikte her, Definitionen beiseite - eigentlich wusste Roberto ja immer am besten selbst, was er wollte – bis mal wieder Onkel Luigi aus Palermo auf den Plan kommt und tief ins Schatzkästlein seiner klugen „Überlebenstipps“ griff. Widerspruch ist da zwecklos, denn Onkel Luigi kann auch anders und dann heißt es nur noch: „Ich mach Dir Betonschuhe!“´
Zwischen Wahn und Witz, Sinn und Irrsinn
Mit seiner Gitarre enterte Heinz Gröning die Bühne, drehte mit seinem Smartphone ein kurzes Video vom Publikum und postete es sofort auf seine Facebook-Seite, wo es auch zu sehen ist. Der „unglaubliche Heinz“ sorgte auch für richtig Musik beim Comedy-Abend, indem er u.a. das bekannte Lied „Ich habe Hunger, Hunger, Hunger…“ in Versionen a la Rock’n’Roll, Grönemeyer, Bee Gees, Flamenco und französisch fürs 5-Sterne-Restaurant darbot. Der „ungekrönte König“ der deutschen Sprachakrobatik turnte zwischen Wahn und Witz, Sinn und Irrsinn. Sein Buch hatte er selbst verlegt und selbst wieder gefunden.
Zwischendurch wieder Capitoni, der an die Zeiten erinnerte, als aus dem Radio auf Kassettenrekorder Musik aufgenommen wurde: „Dann kamen die Staumeldungen, ich habe alle von 1973 bis 79 auf Kassette. Oft gab es auch Bandsalat mit Putenstreifen.“
„Bodenhaltung, Käfighaltung, Buchhaltung“
Bürocomedian Hans Gerzlich forderte die Besucher auf: „Bitte Handys anlassen, wenn jetzt jemand anruft, wird es wichtig sein. Vielleicht der Babysitter von zu Hause, der fragt, ob man der Feuerwehr Trinkgeld gibt?“ Der Comedian aus Gelsenkirchen zeigte auf intelligente und sehr amüsante Art und Weise, dass man Kabarett auch mit Wirtschaft, Büroalltag und Politik vereinen kann. „Gegen Angela Merkels Rauswurf von Merz, Koch, Röttgen und Wulf war die Stalinaktion richtiger Pfusch.“ Oder auch: „Pferdefleisch als Rindfleisch deklarieren, ist ne Sauerei. Lebensgefährtin ist von Lebensgefahr abgeleitet. Bodenhaltung, Käfighaltung, Buchhaltung.“ Beim Programmende dankte Holger Klein den drei Comedians mit Wein aus den „Melsbacher Steillagen in Leutesdorf“ vom Weingut Emmerich. Der gefiel besonders Heinz Gröning, weil er aus Emmerich kommt. Nach dem riesigen Applaus des Publikums versprach der Ortsbürgermeister, dass es im nächsten Jahr den 3. Melsbacher Comedy-Abend geben wird. HEP
