Allgemeine Berichte | 06.07.2018, 15:48 Uhr

Neues Programmheft der Volkshochschule Remagen ist bald erhältlich

„Rätselhafter Bursche“ ziert den Titel

Für Viele ein „alter Bekannter der eher flüchtigen Art“: der Remagener Obelisk. VHS Remagen
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Remagen. Jeder kennt ihn. Doch kaum jemand weiß, warum es ihn gibt und was er eigentlich zu bedeuten hat. Der Obelisk, seit dem Jahr 2002 an der Ecke Bundesstraße 9 / Bergstraße platziert, ist für viele Remagener ein „rätselhafter Bursche“, den man zwar schon unzählige Male registrierte, ihn aber nie intensiver be(tr)achtete, weil man sich in unmittelbarer Nähe seines Standortes erhöht auf den Straßenverkehr zu konzentrieren hat. Hinreichend Grund, diesen sich nach oben verjüngenden monolithischen Steinpfeiler mit pyramidenförmiger Spitze auf den Titel des neuen Programmheftes der Volkshochschule Remagen e.V. zu setzen, dachten sich die Verantwortlichen der Bildungseinrichtung. „Wir bleiben stets bemüht, die Programmbroschüre nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch interessant zu gestalten“, erklärt hierzu VHS-Geschäftsführer Wolfgang Proft. Was – zumindest hinsichtlich der Titelgestaltung – gelungen sein dürfte.

243 Jahre „auf dem Buckel“

Dieser „Remagener Obelisk“ wurde im Jahr 1775 von Hofbaumeister Ignatz Kees unterhalb des Marienfelsens (Schloss Marienfels) am Rande der Straße nach Oberwinter aufgestellt. Seine lateinische Inschrift erinnert an den im Jahr 162 unter den Kaisern Marc Aurel und Lucius Verus errichteten römischen Meilenstein. Dieser war gefunden worden, als die Straße im Jahr 1767 saniert und verbreitert wurde. Im Laufe von über zwei Jahrhunderten verwitterte der Obelisk erheblich. Mit zahlreichen Zeichen des Zerfalls behaftet, nur notdürftig geschützt von einem brüchigen Eisengitter ragte er, auf einem quadratischen Sockel ruhend, rund fünf Meter in die Höhe und wurde schließlich bei einem schweren Verkehrsunfall stark beschädigt.

Die Straßenbauverwaltung schaltete das Mainzer Amt für Denkmalpflege ein, das entschied, dass der Stein unbedingt zu erhalten sei und vor dem gänzlichen Verfall bewahrt werden müsse.

Mit einem Kostenaufwand von 7.500 Mark ließ die Straßenbauverwaltung Rheinland-Pfalz den alten Meilenstein restaurieren. In mühsamer Kleinarbeit wurden in den Kunstwerkstätten von Maria Laach die Verfall- und Unfallschäden an dem Obelisk beseitigt, was letztlich über ein Jahr Zeit in Anspruch nahm.

Allerdings durfte er aus Sicherheitsgründen anschließend nicht mehr an seinem alten Standort, dem Eingang zum Calmuthtal, aufgestellt werden. Und da man sich nicht auf einen passenden Platz einigen konnte, wurde der restaurierte Stein zunächst am Eingang zur Straßenmeisterei in Sinzig zwischengelagert, wo er allerdings ein wenig in Vergessenheit geriet. Erst durch die Initiative der damaligen Vorstandsvorsitzenden des Verschönerungsvereins Remagen e.V., Erika Kissling-Cremer, wurde im Jahre 2002 ein neuer Standort gesucht – und schließlich an der Ecke Bergstraße/Am Güterbahnhof (B 9) gefunden. Die lateinische Inschrift des inzwischen 243 Jahre alten Obelisken lautet übersetzt: „Den unter den Kaisern Marcus Aurelius und Lucius Verus im Jahre Christi 162 angelegten Weg hat Karl Theodor, Kurfürst von der Pfalz, Herzog von Bayern, Jülich, Cleve und Berg wiederhergestellt und erweitert im Jahre 1768. Sein Statthalter, Graf Johann Ludwig von Goldstein, ließ für seinen Fürsten diesen Gedenkstein errichten.“

Üppiges Angebot im Programm

„Natürlich hat die VHS Remagen auch diesmal ein bisschen mehr zu bieten, als ein paar Infos zum Hinkelstein“, versichert ein schmunzelnder Klaus Brück, seit nunmehr zwei Jahren erfolgreich als „Finanzminister“ der Bildungseinrichtung aktiv. So umfasst das Angebot auch in der kommenden Laufzeit wieder die beliebten Theaterbesuche im Kleinen Theater Bad Godesberg und Einzelvorträge unterschiedlichster Art, wie auch Veranstaltungen zur politischen Bildung oder Infoabende zu rechtlichen Fragen. Yoga, Gymnastik oder Textilgestaltung fehlen ebenso wenig wie einige medizinische Vorträge zur Gesundheitsvorsorge, die schon seit Jahren in Kooperation mit dem Krankenhaus Maria Stern und dem Ärztenetz Rhein-Ahr offeriert werden. Führungen mit Tagesexkursionen und Schulungen zur elektronischen Datenverarbeitung sind natürlich auch wieder im Angebot, so wie zahlreiche Sprachkurse auf unterschiedlichem Niveau.

„Anfänger, Fortgeschrittene und jene, die einfach nur ihre Kenntnisse ein bisschen auffrischen möchten, werden bei uns fündig“, so Geschäftsführer Wolfgang Proft. Und Vorstandskollege Martin Tillmann ergänzt: „Außerdem gibt es bei uns eine angenehm-kompakte Übersicht über das sonstige Remagener Kulturprogramm. Kleinkunst, Kabarett, Klassik und Sondergastspiele sind mit von der Partie und runden die neue Broschüre bestens ab“.

Da darf man wohl gespannt sein auf die neue Broschüre, die - laut Aussage der Verantwortlichen – in wenigen Tagen an den bekannten Stellen erhältlich sein wird.

Pressemitteilung

der VHS Remagen e.V.

Für Viele ein „alter Bekannter der eher flüchtigen Art“: der Remagener Obelisk. Foto: VHS Remagen

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