Projekt von Studierenden und Flüchtlingen
„Ramadan Moubarak“
Remagen. Ein außergewöhnliches Ereignis in Remagen: Studierende und Flüchtlinge aus der ganzen Region Ahrweiler feierten letzte Woche gemeinsam das Ramadan-Fastenbrechen „Iftar“ im Jugendbahnhof Remagen. Nicht nur die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Somalia und Eritrea verliehen dem Ereignis ein internationales Flair, auch die Studierenden kamen aus verschiedenen Ländern – neben Deutschen waren es Jordanier, Aserbaidschaner, Afghanen, Spanier, Finnen, Marokkaner und Litauer.
Die muslimischen Flüchtlinge waren sehr froh über die Gesellschaft, weil sie meist ohne ihre Familien die Fastenzeit verbringen mussten. Für die Studierenden des RheinAhrCampus der Hochschule Koblenz, unter denen Muslime, aber auch viele Christen waren, gehörte das Ereignis zu einem größer angelegten Projekt. Im Seminar „International Business Simulations“ von Dr. Laurent Borgmann organisieren internationale und deutsche Studierende zusammen mit ihren neuen Freunden, den Flüchtlingen, fünf internationale Initiativen und Feste mit dem Ziel, Menschen verschiedener Herkunft und Kultur in Remagen zusammenzubringen. So haben sie schon im Mai zusammen mit Christoph Schmitz einen Fahrrad-Workshop in der Grabenstraße aufgemacht, in dem sich Studierende und Flüchtlinge mittwochs und donnerstags nachmittags treffen, um voneinander und miteinander das Reparieren von Fahrrädern zu lernen und für einen guten Zweck zu arbeiten. Obwohl sie im Arbeitsplan nur für jeden dritten Nachmittag eingetragen ist, kommt die somalische Nacima einfach jeden Nachmittag in den Workshop. Sie ist begeistert: „Ich hätte nie gedacht, dass mir diese technischen Sachen Spaß machen könnten, aber ich glaube, es ist die internationale Gemeinschaft, die mich so glücklich macht!“ Inzwischen steht der Flur der Werkstatt voll mit zu reparierenden Fahrrädern und jede Stunde holt sich ein Besitzer ein Rad ab und hinterlässt den fleißigen Flüchtlingen eine kleine Spende.
Enthusiasmus beim „Iftar“
Weniger technisch, aber genauso enthusiastisch ging es beim „Iftar“, dem Fastenbrechen zu: Schon um 18 Uhr trafen die ersten internationalen Gäste und freiwilligen Köche ein, um die Räumlichkeiten vorzubereiten, zu dekorieren, um internationale Rezepte auszutauschen und gemeinsam zu kochen: „Beim Kartoffelschälen konnte ich gar nicht auseinanderhalten, wer nun Flüchtling und wer Austauschstudent war – und das hat mir eigentlich gut gefallen“ sagte Adrian Sonje, ein deutscher Student vom RheinAhrCampus, der selbst kroatischen Migrationshintergrund hat. Dank der vielen Menschen aus unterschiedlichen Ländern präsentierte die Organisatorin Rua Salsah am Ende ein vielfältiges, internationales Buffet. Vom syrischen Bohnengericht Fool Badwe über afghanischen Bolani Teigfladen bis hin zu rheinischen Reibekuchen war alles dabei.
67 hungrige Gäste waren da, als um kurz vor zehn die Sonne untergegangen war und das Fastenbrechen begann. Unterhaltungen in allen Sprachen, Kartenspielen und Billard, aber auch Musik begleiteten das Essen. Vor allem die Syrer ergriffen spontan Instrumente und fingen an, einige Volkslieder zu spielen, aber auch zu singen und zu tanzen. Die fröhliche Ausgelassenheit war so ergreifend und ansteckend, dass irgendwann alle Besucher mit einstimmten.
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