Burschen Niederbieber stellen sich neu auf
Reaktion auf fehlenden Mitgliedernachwuchs
Niederbieber. Der Burschenverein 1864 Niederbieber e.V. traf sich zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Gasthaus „Zur Aubach“, um über einen Antrag auf Satzänderung einstimmig zuzustimmen. Im Vorfeld hatte sich der Vorstand über die Zukunft des Burschenvereins und den damit verbundenen Fortbestand des Burschenbrauchtums sowie der jährlichen Dorfkirmes ausgiebig beratschlagt, auch in Gesprächen mit ehemaligen Vereinsmitgliedern. „Wie in allen (Burschen-)Vereinen im Umkreis, fällt es auch uns schwer neue, junge Mitglieder zu gewinnen. Durch die Corona-Einschränkungen fehlte uns zudem die letzten zwei Jahre auch die öffentliche Bühne, um durch unsere Dorfkirmes oder Veranstaltungen wie der Tanz-in-den-Mai-Feier sowie dem Comedyabend den Jugendlichen Einblick in das Burschenvereinsleben zu ermöglichen“, so der 1. Vorsitzende Philipp Engel.
Aktuell zählt der Verein nur noch sechs aktive Mitglieder. Auf absehbare Zeit scheiden hiervon weitere Mitglieder aus, da sie z.B. „den Bund der Ehe eingehen“ und somit laut Satzung aus dem aktiven Vereinsleben ausscheiden müssen, obwohl weiterhin Interesse an der Arbeit im Vereinsvorstand besteht.
Die Satzungsänderung sieht nun vor, dass auch die „fördernden Mitglieder“ mit einem aktiven sowie passivem Wahlrecht versehen werden (was ihnen bisher verwehrt blieb), um somit nicht nur auf dem Papier zu existieren, sondern aktiv in die Vorstandsarbeit eingreifen zu können, sollte dies von Nöten sein. Vorrangig bleibt weiter das Bestreben durch aktive Mitglieder diese Aufgaben zu stemmen. Mit der Satzungsanpassung wurde nun lediglich ein „Rettungsschirm“ gespannt, um einen Mangel an Mitgliedern oder fehlendes Interesse an Vorstandsaufgaben abzufangen.
Der Geschäftsführer Markus Wortig erklärt weiter: „Wir können so zwei Probleme gleichzeitig lösen: Wir schaffen die Grundlage, dass genügend Mitglieder zur Verfügung stehen, um alle Vorstandsämter zu besetzen und so den Fortbestand des Vereins mit dessen Brauchtum und Festen unter dem Namen „Burschenverein“ zu sichern. Außerdem bieten wir den möglichen jungen Neumitglieder mit 16 oder Anfang 20 den Spagat an, sich nicht gleich „gezwungen“ zu fühlen Verantwortung zu übernehmen eine Kirmes zu organisieren und über bisher ungewohnt hohe Geldbeträge zu entscheiden, sondern erst einmal der Spaß im Fokus steht und die Zeit gegeben ist langsam in die Aufgaben hineinzuwachsen.“
Förderndes Mitglied kann, wie bereits in der Vergangenheit, jeder ehemalige Bursche von Niederbieber werden, der mit den Werten und Bräuchen des Burschenvereins vertraut ist und ein Interesse an dessen Fortbestand hat. Hierzu genügt die Kontaktaufnahme zu Mitgliedern des Vorstands. Weitere Informationen oder Fragen können auf diesem Weg ebenfalls erfragt und geklärt werden.
